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Katholische Kirche Maria Himmelfahrt in Humes für 766 000 Euro saniert

Katholische Kirche Humes saniert : Die Humeser wollten die Kirche im Dorf lassen

Maria Himmelfahrt in Humes: Kirchendach, Fassaden und St. Georgsaal sind fertig saniert. Der Turm ist das nächste Projekt.

Nicht unterkriegen ließen sich die Kämpfer für die Kirche. Auch als die Kosten für die Sanierung der katholischen Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Humes den gesetzten Rahmen von 575 000 Euro sprengten, ließen sie die Köpfe nicht hängen. Jetzt strahlen sie unter ihrem Mund-Nasen-Schutz um die Wette, präsentieren stolz den Abschluss der fast drei Jahre währenden Sanierung. Günter Britz, der Vorsitzende des Verwaltungsrates, sein Stellvertreter Horst Neumann, der Vorsitzende des Fördervereins der Kirchengemeinde Georg Schwarzkopf und der verantwortliche Architekt Stefan Klein präsentieren der Berichterstatterin von der SZ, was mit der Investition von 765 600 Euro in und an der Kirche passiert ist.

Noch ist die Schlussrechnung nicht endgültig gemacht, doch Klein spricht von einer finanziellen „Punktlandung“. Denn das Budget, das nach notwendig gewordenen Zusatzarbeiten zwischenzeitlich um rund 190 000 Euro aufgestockt werden musste, wurde um einige Hundert Euro unterschritten. Vor allem die „statische Ertüchtigung“ der Dachkonstruktion der Langschiffe sowie des Querschiffes hat die Sanierung teurer werden lassen als geplant. Die Traufgesimsteine (oberste, das Bauwerk abschließende Gesims) waren nur unzureichend in das Mauerwerk eingebunden. Dieses Sicherheitsrisiko wurde erst bei den Rückbauarbeiten entdeckt und schließlich behoben.

Ebenfalls ertüchtigt, also durch die Modernisierung sicherer gemacht und ergänzt werden mussten die Wartungsstege. Diese laufen über das Gewölbe, das nicht betreten werden kann. „In Zukunft können die Handwerker das Gewölbe vernünftig warten“, erklärt der Merchweiler Architekt. Sachverständige für Schiefer erneuerten die Dacheindeckung aller Gebäudeteile. Außerdem sind nun die Dachentwässerung (in die Kirche hatte es reingeregnet) sowie die Blitzschutzanlage auf dem neuesten Stand. Wieder schön anzusehen und zukunftssicher ist die Fassade aus Natursteinen von Langschiff und Querschiff zur Straße hin. Teilweise erneuert und danach gestrichen wurde die Putzfassade zur Parkplatzseite hin. Unter der Regie des Merchweiler Architekturbüros sind bereits etliche Kirchen saniert worden. Klein erwähnt, dass die Humeser Kirche eine der wenigen sei, die er kenne, die auf einer Seite verputzt seien und auf der anderen Natursandstein zeige. Ebenfalls restauriert wurden einige stark geschädigte Fensterbilder: Sie wurden gereinigt und die Bleiruten teilweise erneuert. Die farbintensiven Fenster – allesamt mit Motiven aus dem Leben der Mutter Gottes – sind im Jahr 1965 von Walter Bettendorf gestaltet worden. Ein historisches Fenster aus dem Jahr 1898, dem Jahr der Einsegnung der Kirche, ist im Turm erhalten geblieben.

Für 60 000 Euro von Grund auf saniert wartet nun auch der St. Georgsaal auf die Zeit nach Corona, wenn sich wieder mehr Menschen in einem Raum treffen dürfen. Der rund 60 Quadratmeter große, kirchliche Versammlungssaal im hinteren Teil der Kirche ist über eine Außentreppe zugänglich. Ein Aufzug steht noch auf der Wunschliste des Pfarrverwaltungsrats. Pfarrgemeinderat, Messdiener, Mütterverein, Bibelkreis und viele mehr können den Saal dann nutzen. Im Zuge der Arbeiten musste die Wärmedämmung im Dachraum ausgebaut und erneuert werden. Stark geschädigte Fenster wurden erneuert. Außerdem wurden die vorhandene Kassettendecke sowie die alte Beleuchtung inklusive der Installation komplett erneuert. Das neue Beleuchtungskonzept ist multifunktional und kann der jeweiligen Nutzung des Raumes angepasst werden. Um genügend Stauraum zur Verfügung zu haben, wurde an der Giebelseite ein geräumiger Wandschrank eingebaut. Günter Britz öffnet ihn, um zu zeigen: „Hier passt sogar ein kleines Klavier hinein, um den Kirchenchor bei den Proben begleiten zu können.“ Dies ist allerdings Zukunftsmusik angesichts der Einschränkungen während der Corona-Pandemie.

Auch wann wieder mehr als 38 Gläubige, die derzeit gemäß Hygienekonzept in die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt dürfen, steht in den Sternen. Das letzte Mal, dass die Kirche mit 440 Menschen voll besetzt war, war am 22. September 2019. Bei einem Konzert von Bergkapelle Saar und Saarknappenchor kamen über freiwillige Spenden 5000 Euro für die Sanierung der Kirche zusammen. Die Kirchengemeinde musste 40 Prozent der Kosten – 60 Prozent trägt das Bistum Trier – selbst aufbringen.

Das neue Schieferdach der Kirche Maria Himmelfahrt Humes auf dem Seitenschiff in Richtung Straße. Foto: Stefan Klein
Der Georgsaal wurde von der Decke bis zum Boden erneuert. Hier werden auch Vereine optimale Bedingungen vorfinden. Foto: Heike Jungmann
In die Kirche Maria Himmelfahrt hat es vor der Sanierung hineingeregnet. An der Decke sind Wasserflecken, ein neuer Anstrich wäre kein Luxus. Foto: Heike Jungmann
Die Kirche Maria Himmelfahrt Humes ist auf der Seite zum Parkplatz hin verputzt. Hinten sieht man den Georgsaal, der ebenfalls auf Vordermann gebracht worden ist. Foto: Heike Jungmann
Horst Neumann (mit einer von den neuen Lampen), Günter Britz und Georg Schwarzkopf (von links) sind stolz auf das Erreichte. Foto: Heike Jungmann

Das nächste Großprojekt steht schon in den Startlöchern. Im Naturmauerwerk des imposanten Turms sind die Eisen-Zuganker korridiert. Anfang Dezember erwartet die Pfarrgemeinde eine Entscheidung des Steuerrats des Bistums, ob auch die Sanierung des Turms bezuschusst wird, für die 200 000 Euro veranschlagt sind. Die nötigen Vorarbeiten durch Architekt und Statiker seien finanziert, berichtet Britz. „Damit wir gleich loslegen können, wenn die Zusage kommt.“ Nicht nur der langjährige Ortsvorsteher und heutige Ehrenortsvorsteher von Humes ist davon überzeugt: „So eine Kirche muss der Nachwelt erhalten werden.“ Maria Himmelfahrt sei tatsächlich ein großes Identitätsmerkmal für den Ort und seine Bürger, bestätigt Architekt Stefan Klein. Prognosen, wann ein großes Fest zu Ehren der sanierten Kirche gefeiert werden kann, will hier aber niemand mehr abgeben. Vielleicht, ja vielleicht an Maria Himmelfahrt am 15. August 2021.