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Kartoffelmarkt in Wiesbach eröffnet

Noch bis Samstag : Alles dreht sich um die tolle Knolle

Gestern wurde der Wiesbacher Kartoffelmarkt eröffnet. Schon am ersten Tag war richtig was los.

Es gibt kaum eine vielseitigere Frucht als die Kartoffel. Seit gut 400 Jahren wird sie in unseren Breiten als Kulturpflanze angebaut. Weltweit, so Expertenschätzungen, werden jährlich etwa 376 Millionen Tonnen Kartoffeln geerntet, die allermeisten in China. Nach Recherchen des Sachverständigenausschusses des Bundes und der Länder zur „Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung“ werden in diesem Jahr rund 10,4 Millionen Tonnen Kartoffeln in Deutschland geerntet. Das sind rund 6,6 Prozent mehr als im vergangenen Jahr (8,9 Millionen Tonnen), jedoch knapp ein Prozent weniger als im mehrjährigen Durchschnitt. Seit gestern dreht sich auch im Wiesbacher Ortsteil Wiesbach alles um die Knollenfrucht, Erdapfel oder, wie man im Saarland sagt, die „Grumbiere“.

Der 36. Kartoffelmarkt in Wiesbach zeigte sich mal wieder als ein Besuchermagnet. Schon am ersten Tag gestern ab acht Uhr morgens strömten die Menschen ins Ortszentrum zum Raiffeisenmarkt, wo es die Kartoffel zu kaufen gab, und vieles mehr. Das Team um Marktleiter Klaus Dörr hatte ein großes Zelt aufgebaut, dort drinnen gab es die leckeren Grumbierkieschelcher für 4,50 Euro ohne, und für fünf Euro mit Apfelkompott, Erbsensuppe, Kartoffelsuppe, Schweinshaxe und, und, und; für jeden Geschmack etwas dabei. Den heißesten Job hatten die sechs Damen an den fettigen Arbeitsplätzen, wo sie die Grumbierkieschelscher ins heiße Fett einlassen mussten.

Das Besondere am Wiesbacher Kartoffelmarkt ist, das Angebot aller Sorten vor Ort am Probierstand bei Annette Bastuck, Mechthild Müller und ihren Kolleginnen zu testen. Ob festkochend, wie die Sorten Allians, Belana, Princess und Musica (Musica und Prinzess sind dieses Jahr neu im Sortiment), oder vorwiegend festkochend wie Gala und Laura oder die mehlig kochende Sorte Melody, für jedes Rezept und jeden Geschmack war etwas dabei.

In den vergangenen Jahren besuchten an den drei Markttagen insgesamt etwa 5000 Besucher aus dem gesamten Saarland und der angrenzenden Pfalz den Kartoffelmarkt in Wiesbach.

Auf dem Markt, der sich inzwischen zu einer Volksfest-ähnlichen Veranstaltung mit Musik und bester Unterhaltung entwickelt hat, gab es neben der Kartoffel aber noch allerlei andere Produkte aus der Gegend zu kaufen, wie zum Beispiel Honig, Brot und Gemüse. Am „Kartoffel-Drive-in“ herrschte stets großes Gedränge, so auch in diesem Jahr, wenn die Kundschaft ihre Einkellerungskartoffeln in den Kofferraum packt. Die Verkehrsregler aus der Belegschaft des Raiffeisenmarktes hatte alle Hände voll zu tun, den Verkehr der Kartoffelfans in geordnete Bahnen zu leiten. Tonnenweise wanderten die Kartoffeln schon gestern aus den Lagern in die Kofferräume der Kunden.