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Handball
Kampf der Kulturen in Eppelborn

Eppelborn. Stück für Stück arbeiten sich die Zebras an die Form vor der Weihnachtspause heran. Am Sonntag sind sie gegen den TV Bitburg gefordert. Von Lucas Jost

Es ist eine Frage der Kultur. Es ist eine Frage des Anstands. Es ist eine Frage der Überzeugung. Es ist eine Frage der richtigen Erziehung. Oder zumindest behaupten das die Anhänger der unterschiedlichen Bier-Kulturen der Großregion. Die einen, gesponsert von einer der größten deutschen Brauereigesellschaften, die in ihrem Slogan um eines ihrer Getränke bittet, wagen sich auf ihre 100 Kilometer weite Reise tief in das Land der Jünger des goldenen Kopfes, der seit kurzem in neuem Glanz erstrahlt. Gestatten: aus der Bier-Hochburg in der Eifel, der TV Bitburg. Der Turnverein fordert diesen Sonntag um 18 Uhr in Eppelborn den Klub aus dem Herzen des Saarlandes heraus, die Handballfreunde Illtal.


Doch es geht um mehr als nur Kultur und Überzeugung. Bitburg ist als Vierzehnter akut vom Abstieg in die Rheinlandliga bedroht. Die Handballfreunde, Zweiter der Oberliga, haben weiter Chancen auf den Sprung an die Spitze und zwei Punkte fest im Blick – und den 31:26-Hinspielerfolg im Oktober als gutes Omen im Hinterkopf. „Zunächst haben wir vor Bitburg den notwendigen Respekt. Das Zweite ist, Bitburg steht von der mannschaftlichen Ausrichtung, von der Art und Weise, wie sie Handball spielen, nicht auf dem Platz, wo sie hingehören. Das Potenzial dieser Mannschaft ist eher unter den Top-Zehn zu sehen. Es ist nicht erklärlich, wieso sie auf der Position stehen“, warnt Co-Trainer Michael Lehnert vor Leichtsinnigkeit. „Sie spielen einen sehr modernen Handball. Die ersten Sieben sind absolut sehr gut besetzt, sie bewegen sich sehr gut ohne Ball, nicht nur in ihren Spielzügen.“

Nach einer kleinen Schwächephase haben die Zebras vier der vergangenen fünf Spiele gewonnen. Zuletzt gegen eine stark geschwächten SG Saulheim und die TSG Friesenheim 2 – nicht die stärksten Mannschaften der Liga. Doch womöglich die richtigen in dieser Phase. „Das waren Schritte“, sagt Lehnert. „Was auffällig ist, ist, dass wir in der Zusammenstellung zwischen Pass- und Laufwegen und Qualität des Abschlusses Defizite hatten. Dadurch, dass die Pass- und Laufqualität niedriger ist, haben wir mehr technische Fehler gehabt. Die Qualität jedes Einzelnen ist definitiv da. Aber es gelingt uns nicht, das über 60 Minuten hochzuhalten“, kritisiert er. Noch nicht. Wenn die Zebras es schaffen, ihre Leistung über die volle Spielzeit abzurufen, sind sie für jeden Gegner schwer zu schlagen. Auch diesen Sonntag. Womit der Sieg gefeiert wird, steht außer Frage.