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Wiesbach: „Jedem Hinweis wurde nachgegangen“

Wiesbach : „Jedem Hinweis wurde nachgegangen“

Gemeinde Eppelborn reagiert auf Vorwürfe vonseiten der CDU, was die Ölverschmutzung im Wiesbach betrifft

Die Gemeinde Eppelborn weist Vorwürfe des CDU-Gemeindeverbands zurück, was den Öleintritt im Wiesbach betrifft (wir berichteten). Der Vorsitzende des Eppelborner CDU-Gemeindeverbands, Alwin Theobald, sprach von „unhaltbaren Zuständen“ und warf der Verwaltung vor, in der Sache nicht genug zu unternehmen. „Ich verstehe das Vorgehen der Gemeinde in dieser Sache überhaupt nicht“, sagt auch der Eppelborner Ortsvorsteher Berthold Schmidt (CDU) monierte, dass weder der Einlass der Schadstoffe in den Wiesbach gestoppt, noch die Verursacher ermittelt werden konnten. Das sei für ihn nicht nachvollziehbar. Zumal der Öleinfluss im März vergangenen Jahres bereits entdeckt und von Helfern der Aktion Picobello und gemeldet worden sei.

Zwar hatte bereits das zuständige Fachgebiet Umwelt und Naturschutz der Gemeinde den Vorwurf der Untätigkeit in dieser Angelegenheit zurückgewiesen und erläutert, welche Maßnahmen bereits getroffen wurden, aber nun hat sich Gemeinde auch in einer Stellungnahme dazu geäußert.

Darin heißt es: „Entgegen der oft gehörten Aussage ‚das kann doch nicht so schwer sein, die Ölquelle zu finden’, ist es eben leider doch so: Alle naheliegenden möglichen Ursachen haben sich bislang als nichtig herausgestellt und mussten daher ausgeschlossen werden. Jedem noch so kleinen Hinweis wurde nachgegangen. Auch eine Untersuchung des Bachbetts mittels eines kleinen Baggers hatte zu keinem Ergebnis geführt.“ Aus diesem Grund habe das LUA (Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz) Bohrungen im Straßenkörper angeordnet, nachdem das Öl nach einer Pause über Winter nun wieder in den Wiesbach zu laufen begann. Zum Schutz der Mitarbeiter der beauftragten Firma bedürfe es intensiver Vorbereitungen, denn es lägen zahlreiche Ver- und Entsorgungsleitungen an den geplanten Bohrstellen. Die Kosten für diese wie auch alle anderen Maßnahmen müsse die Gemeinde Eppelborn tragen.

Da die Gemeindeverwaltung nicht über das Expertenwissen von Chemikern, Geologen und Hydrogeologen verfüge, müsse sie sich insofern des Sachverstands des Landesamts für Umwelt- und Arbeitsschutz bedienen. „Die Gemeindeverwaltung steht dementsprechend seit März 2016 in ständigem Kontakt mit dem LUA und der Kriminalpolizei zwecks Abstimmung der Vorgehensweise“, heißt es weiter.

Die Gemeinde Eppelborn habe alle von Expertenseite geforderten oder empfohlenen Maßnahmen unmittelbar umgesetzt. „Dazu gehören auch die Errichtung und zeitweiliger Abbau von einer, beziehungsweise mehreren Ölsperren.“

Da es sich bei Öleintrag in Gewässer nicht um eine Ordnungswidrigkeit, sondern um eine Straftat handele, begleiteten die Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft von Anfang an das Geschehen.

„Die Gemeindeverwaltung berichtet nicht über Ermittlungen, die Privateigentum betreffen. Hier gelten der Schutz der Personen und die Unschuldsvermutung, bis das Gegenteil bewiesen ist“, wird aus Sicht der Gemeinde klargestellt.

 Birgit Müller-Closset
Birgit Müller-Closset Foto: Robby Lorenz
 Seit März vergangenen Jahres fließt Öl in den Wiesbach bei Eppelborn. Noch immer sind Quelle Art der Verunreinigung unbekannt.
Seit März vergangenen Jahres fließt Öl in den Wiesbach bei Eppelborn. Noch immer sind Quelle Art der Verunreinigung unbekannt. Foto: Marc Prams

Am Mittwoch wurden im unmittelbaren Umfeld des Öleintrages Bohrungen unternommen. Sobald die Ergebnisse vorliegen, sollen diese gemeinsam mit allen Beteiligten besprochen werden, um weitere Schritte zu veranlassen.