Ivan mit dem schrecklichen Wurf

Im Heimspiel gegen den Drittletzten TV Bitburg möchten die HF Illtal mit einem Sieg wieder in der Tabelle nach oben kommen. Dabei mithelfen soll auch Neuzugang Marcel Becker. Der 19-Jährige besticht dabei vor allem durch eine Stärke.

Die Handballfreunde Illtal stehen in der Oberliga nach fünf Spieltagen auf dem ungewohnten 13. Tabellenplatz. Und das als amtierender Vizemeister. 4:6 Punkte - seit der Spielzeit 2012/2013 hatten die Zebras zu diesem Zeitpunkt nicht mehr so wenige Zähler. Ein Blick auf die Tabelle relativiert das Ganze aber etwas. Vier der fünf bisherigen Gegner machen die Tabellenspitze aktuell unter sich aus. Und beim TV Nieder-Olm stolperte auch schon so manch ein Favorit.

Zu zweit ins Illtal gewechselt

Gegen Aufsteiger und Tabellennachbar TV Bitburg (Drittletzter mit 3:5 Punkten) muss aber an diesem Sonntag um 18 Uhr in der Eppelborner Hellberghalle wieder ein Sieg her. Das hofft auch Neuzugang Marcel Becker. Wie Mitspieler Max Mees ist Becker im Sommer vom Saarlandligisten HSG Nordsaar ins Illtal gewechselt. "Da meine ganze Familie Handball gespielt hat, war klar, dass ich es auch mache. Seit den Minis spielte ich bei Nordsaar", erzählt der rechte Rückraumspieler über seine Anfänge.

Nun hat er den Verein, bei dem er den Sprung in die Saarauswahl geschafft hat, verlassen, um sich einer neuen Herausforderung zu stellen. Die Hellberghalle ist für den Marpinger ein bekanntes Pflaster - bis zum Sommer als Zuschauer. "Ich war Illtal schon öfters schauen. Ich habe es mir genauso vorgestellt, wie es jetzt ist", resümiert er die ersten Monate begeistert. Viele Fans in der Halle, da macht das Spielen noch mal mehr Spaß.

Linkshänder sind rar gesät

Seit dem 7. Oktober ist er 19 Jahre alt. Damit ist Ivan, wie ihn mitspieler Marvin Mebus wegen dessen kurzen Haaren und einem Oberlippenbart nannte, mit Abstand der jüngste Zebras-Spieler. Er zeichnet sich vor allem durch seine Wurfgewalt aus. So hat er diese Saison auch sechs Tore erzielt. "Meine größte Stärke ist natürlich der Wurf", erklärt er.

Für Trainer Steffen Ecker bringt Becker einen großen Vorteil mit. Denn Linkshänder wie der Marpinger sind, ähnlich wie Torhüter, im Handball rar gesät und für jeden Trainer ein Segen. Wenn sie dann noch das nötige Talent mitbringen, steht einer guten Spielerkarriere fast nichts mehr im Weg.

Becker sagt aber auch selbstkritisch, wo er sich verbessern muss: "Die Abwehr ist leider meine große Schwäche." Außerhalb der Handballhalle, wenn er nicht durch seine Ausbildung zum Werkzeugmechaniker eingespannt ist, stehen Freunde an oberster Stelle. "Außer mit meinen Freunden treffen mache ich nichts", sagt Becker und meint grinsend: "Außer Handball habe ich leider keine anderen Talente."

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