Irrer Schlagabtausch im Derby

Äußerst intensiv, viele Chancen und reichlich Spannung: Das Lokalduell in der Oberliga zwischen dem FC Wiesbach und Borussia Neunkirchen war ein tolles Fußballspiel. Die Hertha kämpfte sich dabei nach einem 0:2-Rückstand wieder ins Spiel.

428 Zuschauer sahen am Freitagabend das Saar-Derby in der Fußball-Oberliga zwischen dem FC Hertha Wiesbach und Borussia Neunkirchen . Kaum vorstellbar, dass einer unter ihnen sein Kommen bereut hat. Denn die beiden Teams lieferten sich im Wiesbacher Prowinstadion einen irren Schlagabtausch, an dessen Ende ein 3:3 (2:2) stand. Vor dem Anpfiff gab es zwischen Hertha-Trainer Helmut Berg und Borussen-Trainer Michael Petry noch eine kurze Umarmung. Auf dem Platz war es mit den Nettigkeiten aber vorbei. Die Gäste begannen aggressiv und gingen nach fünf Minuten in Führung. Hertha-Torwart Julian Wamsbach ließ nach einer Flanke den Ball fallen, und Neunkirchens Marcel Jung traf ins leere Tor.

Die Borussia war zu Beginn klar besser, stürzte die Abwehr der Hausherren von einer Verlegenheit in die nächste, verpasste es aber, das 2:0 nachzulegen. Wiesbach hatte in der Anfangsphase nur eine Chance. Nach einem Freistoß stand Innenverteidiger Marius Neumeier allein vor Neunkirchens Torwart Malcolm Little - doch der Borusse parierte stark (14.).

In der 25. Minute stellte Neunkirchen die Weichen scheinbar auf Sieg. Cordt Flätgen spielte Ruddy M'Passi frei, der von der Strafraumgrenze das 2:0 erzielte. Doch Wiesbach schlug zurück. Engin Yalcin flankte vom rechten Flügel, am langen Pfosten stand Angelo dal Col ungedeckt und erzielte den Anschlusstreffer (32.).

Neunkirchen wirkte nun verunsichert, während der FC Hertha stärker aufkam. Mit dem Halbzeitpfiff traf Matthias Krauß mit einem Flachschuss aus 14 Metern zum Ausgleich (45.). "Nach dem 0:2 haben wir uns kurz geschüttelt und sind richtig stark zurückgekommen", lobte Berg die Moral seiner Elf. Nach dem Seitenwechsel dominierte zuerst wieder Neunkirchen. Mefail Kadrija scheiterte am Außenpfosten (49.), M'Passi an Wamsbach (50.).

Die Borussia stürmte - das Tor erzielte aber Wiesbach . Jannik Schliesing spielte Neunkirchens Giuseppe Vituzzi auf dem linken Flügel schwindelig und traf mit einem herrlichen Schlenzer in die lange Ecke (52.). Im Anschluss spielten beide Teams mit offenem Visier. Abdul Kizmaz und Yannick Bach hätten für die Borussia ausgleichen, dal Col und Schliesing für Wiesbach erhöhen können. In der 81. Minute brachte Carsten Ackermann im Strafraum Neunkirchens Bach zu Fall - Strafstoß. Kadrija traf zum 3:3.

Die letzte große Möglichkeit der Partie gehörte der Hertha: Little lenkte einen Freistoß von Schliesing mit den Fingerspitzen um den Pfosten (90.). Schliesing flog in der Nachspielzeit noch mit Gelb-Rot vom Platz. Schon zuvor war das Derby mit einem Dutzend Gelber Karten eine farbenfrohe Angelegenheit gewesen.

"Für die Zuschauer war das sicher ein tolles Spiel, mir als Trainer hat es weniger gefallen. Wir haben zu viele Chancen zugelassen", monierte Michael Petry, der mit Neunkirchen am morgigen Mittwoch um 18 Uhr zum Nachholspiel beim FC Karbach antreten muss. "Wir haben gegen eine absolute Spitzenmannschaft ein Spiel gedreht - das gibt Mut für die kommenden Aufgaben", meinte Berg. Der FC Hertha spielt bereits heute Abend um 18 Uhr seine Nachholpartie beim Tabellenzweiten SC Hauenstein.

Der FC Wiesbach gab gestern den ersten Neuzugang für die nächste Saison bekannt. Mittelfeldspieler Nico Veeck (21) wechselt von Saarlandligist SV Bübingen zur Hertha.