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Investor baut mitten in Eppelborn ein multifunktionales Gebäude

Neubau : Büros und Wohnen ganz energieeffizient

Architekt baut in Eppelborn und schafft Platz für behindertengerechtes Leben. Eine Gesamtinvestition von zwei Millionen Euro.

Und so schließt sich der Kreis, könnte man sagen. Dort, wo der Investor Jörg Kühn in Kindertagen herumtollte, nämlich im Kindergarten Am Kloster in Eppelborn, lassen er und seine Ehefrau Tanja als Investoren ein multifunktionales Gebäude entstehen. Im Erdgeschoss wird der Architekt Kühn sein neues Büro eröffnen, die beiden Obergeschosse hat sich der Saarländische Schwesternverband reservieren lassen, um behindertengerechtes Wohnen im Ort zu ermöglichen. Jetzt vollzogen die Investoren mit Bank-Vertretern, Repräsentanten des Schwesternverbandes und Bürgermeister Andreas Feld den symbolischen Spatenstich. Feld lobte die Investition „in die Zukunft“ und freute sich, dass hauptsächlich örtliche Unternehmen den Bau erstellen. Auch die nachhaltige Bauweise dieses Modellprojektes, wie es Feld nannte, sei beispielhaft.

Thomas Dane, Vorstandsvorsitzender des Saarländischen Schwesternverbandes, sprach von einer sinnvollen Ergänzung des Angebotes im Haus Hubwald in Eppelborn-Habach. Dort leben mehr als 200 Menschen mit geistiger Beeinträchtigung und psychischen Erkrankungen. Einige würden später mitten in Eppelborn neuen Wohnraum für selbstbestimmtes Wohnen finden. Das Bauen an der tiefsten Stelle von Eppelborn erfordere einige Sondergründungsmaßnahmen, erläuterte der Architekt und Investor Kühn. „Wir haben die Bilder des Hochwassers 2018 noch vor Augen“. Mit schwerem Gerät würden sogenannte Rüttelstopfverdichtungen vorgenommen. Hierbei werden 120 Schottersäulen zur Festigung des Baugrundes in den Boden getrieben, erklärte Kühn. Diese zusätzlichen Kosten bezifferte er mit 60 000 Euro bei einem gesamten Investitionsvolumen von rund zwei Millionen Euro. In dem dreistöckig geplanten Gebäude werden auf 360 Quadratmetern Büroräume im Erdgeschoss eingerichtet, die beiden Wohnungen in den darüberliegenden Geschossen sollen insgesamt 500 Quadratmeter groß werden. Dieses Konzept, so Kühn, trage zur Belebung der Ortsmitte bei, „das Eppelborn verdient“.

Energieeffizienz und Nachhaltigkeit sind Begriffe, die im Zusammenhang von zukunftsfähigem Bauen in Zeiten des Klimawandels immer bemüht werden. Kühn nannte die Eckpunkte, die viel über die klimafreundlichen Bauweise seines Projektes aussagen. Bei dem neuen Gebäude handele es sich um ein Energieeffizienzhaus „40 plus“, der höchsten Kategorie des Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfB).

Hauseigene Stromerzeugung mit Photovoltaik, Wärmepumpen und eine sehr gut gedämmte Fassade setzen die angestrebte Nachhaltigkeit und Klimaneutralität um. Mehr als 13 Tonnen Kohlenstoffdioxid (CO2) könnten mit dieser modernen Bauweise gegenüber einer herkömmlichen Bauweise eingespart werden, betonte Kühn. Er rechnet mit einer Bauzeit von etwas mehr als einem Jahr.