1. Saarland
  2. Neunkirchen
  3. Eppelborn

In Habach steht das Bürgerhaus Kopf

In Habach steht das Bürgerhaus Kopf

Habach. 120 Sitzplätze bietet das Bürgerhaus in Habach, wenn der Habacher Karnevals-Verein (HKV) "Dat gibt's nur ämo" zu seinen Kappensitzungen lädt. Damit ist der Saal rammelvoll. Doch weniger Stühle reinstellen, dass können die Verantwortlichen nicht. Schließlich will das halbe Dorf die Sitzung an einem der beiden Aufführungstage verfolgen

Habach. 120 Sitzplätze bietet das Bürgerhaus in Habach, wenn der Habacher Karnevals-Verein (HKV) "Dat gibt's nur ämo" zu seinen Kappensitzungen lädt. Damit ist der Saal rammelvoll. Doch weniger Stühle reinstellen, dass können die Verantwortlichen nicht. Schließlich will das halbe Dorf die Sitzung an einem der beiden Aufführungstage verfolgen. Wer einmal eine Prunksitzung des HKV verfolgt hat, weiß auch warum. Am Freitag wurde in Habach das närrische Bürgerhaustreiben mit dem Gardetanz der Junggarde eröffnet. Königlichen Glanz verlieh der Sitzung das Prinzenpaar aus Kutzhof, Prinzessin Irmgard I. und Prinz Markus II.. An deren Untertan, Thomas Woll von den Karnevalsfreunden Kutzhof, war es dann auch, den Reigen der Büttenreden zu eröffnen. Als Dommschwäza erzählte er seinem Publikum vom letzten Besuch bei der Oma und von seiner aufreibenden Arbeit als Schuhverkäufer. Christina Sohn erlebte anschließend ihre Premiere in der Bütt und berichtete von ihren Erlebnissen als "Reisende aus dem Tal". Deftig wurde es bei Josef Neu. "De Depp" aus Fahlscheid hatte einige Witze aus dem Bereich unterhalb der Gürtellinie mitgebracht. "Das Vorspiel bei Frauen ist eigentlich Quatsch", gab der Narr zum Besten. "Ich hupe ja auch nicht eine Viertelstunde vor der Garage, bevor ich reinfahre." Asterix und Obelix aus Habach würzten ihren Zaubertrank mit Anekdoten aus dem Habacher Dorfleben und stellten einige Einwohner vor. Sitzungspräsident Peter Hoffmann etwa, der eigentlich "Weizenbierlaststehnix" heißt. Oder Eppelborns Bürgermeister Fritz-Hermann Lutz, der allgemein als "Fritz-Hermann-Windräderdrehnix" bekannt sei. Denise Barrois ging bei ihrem Auftritt auf die Suche nach dem Habacher Superstar und gab einiges musikalisches Fachwissen preis, etwa: "Volksmusik trägt zur Entspannung bei - wenn sie aufhört." Der Hausmeister vom Bürgerhaus, Volker Schorr, erzählte schließlich von seinem Hobby, die Sterne falsch parkender Mercedes-Limousinen zu sammeln oder von seiner Frau. Für gesungene Stimmung waren die Heroldsingers "engagiert", die mit - teilweise auf Habach umgedichteten - Karnevalsklassikern aufwarteten.Viel Einfallsreichtum in ihren Choreografien und Kostümen zeigten wieder einmal die verschiedenen Trainerinnen und Verantwortlichen der auftretenden Showtanzgruppen. Sie führten die Zuschauer durch Raum und Zeit, etwa zu den Cowboys nach Amerika oder in den kalten Winter. Mit aufwändigen Kostümen einschließlich schöner Masken und Perücken tanzte die aktive Garde ihren Showtanz, mit einer blutigen Überraschung kurz vor dem Ende: Unter den Masken waren die Tänzerinnen als Vampire geschminkt. Funkenmariechen Kristina Mechenbier überzeugte mit einer klasse Kombination aus turnerischen und tänzerischen Elementen. Und beim abschließenden Auftritt des Männerballetts als David Hasselhoffs - einschließlich seiner Sangeskünste vom Band - stand noch einmal der ganze Saal buchstäblich Kopf.

Auf einen BlickAkteure: Sitzungspräsident: Peter Hoffmann. Herold: Willi Kartes. In der Bütt: Thomas Woll, Christian Sohn, Josef Neu, Denise Barrois, Marco Thull und Benni Berg, Volker Schorr. Funkenmariechen: Kristina Mechenbier (Trainerin: Janine Rushing). Tanz: Junggarde (Beate Diehl), Mittlere Garde (Nina Broschart), Aktive Garde (Janine Rushing), Cowboytanz (Aline Finkler), Showtanz Engel und Teufel (Nina Brochart), Wintertanz (Aline Finkler), Bieens (Angelina Schmidt), Männergarde (Aline Finkler, Eileen Kartes). Gesang: Heroldsingers (Otmar Kühn). Musik: Armin Bommer. mgs