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Im Gemeinderat Eppelborn wollte ein Mitglied von der AfD keine Maske tragen

Gemeinderat Eppelborn : Dickes Minus bei der Forstwirtschaft

Einigkeit auf breiter Linie bestimmt die letzte Sitzung des Eppelborner Gemeinderates. Und eine besonnene Reaktion des Bürgermeisters auf eine Provokation am Rande.

Es sind hin und wieder  Randerscheinungen bei Ratssitzungen, die vielsagender sind als Diskussionen oder Abstimmungsergebnisse. So versammelte sich der Gemeinderat von Eppelborn am Donnerstagabend im Big Eppel, wo zwischen den Tischen reichlich Abstand war, und wo selbstverständlich Maskenpflicht herrschte. Nach und nach trafen die Ratsmitglieder ein, versehen mit Mund-Nasen-Schutz. Nur AfD-Mitglied Peter Josef Groß, von derlei Vorgaben offenbar unbeeindruckt, schlenderte ohne Maske in den weitläufigen Saal und setzte sich an seinen Tisch. Klar, das fiel auf. Es gab Getuschel, Kopfschütteln und einen Bürgermeister, der dieser Provokation mit Gelassenheit begegnete. Es genügte eine bittende Aufforderung in Form einer Geste von Andreas Feld (CDU), und der Maskenverweigerer krempelte sich ein Stück Stoff bis knapp unter die Nase. Immerhin. Weitere Kommentare blieben aus.

Vor Eintritt in die Tagesordnung bat Feld um eine Schweigeminute in Gedenken an die kürzliche verstorbene Vorsitzende des Seniorenbeirats, Monika Wahl (wir berichteten).

Im Anschluss stellte Dietmar Schäfer, Leiter der Eppelborner Volkshochschule, das Programm fürs erste Halbjahr 2021 vor, das von Acrylmalerei über EDV-Kurse bis hin zu Yoga einiges zu bieten hat. Schäfer bedankte sich ausdrücklich für die Unterstützung, die man der VHS vonseiten der Gemeinde entgegenbringe. Auch der Umstand, dass 13 der 17 Dozenten aus Eppelborn kommen, spreche für sich. „Das ist enorm viel und eine Seltenheit“, erklärte Schäfer.

Bei den darauffolgenden Abstimmungen herrschte Einigkeit im Rat. So etwa bei der Satzungsänderung zur Neuausrichtung des Zweckverbandes eGo-Saar, die im Januar des kommenden Jahres erfolgen soll. Diese Neuausrichtung sei dringend notwendig, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Christian Ney, in Zeiten voranschreitender Digitalisierung seien alle beteiligten Kommunen auf den Zweckverband angewiesen.

Bezüglich der Forstwirtschaft in der Gemeinde wies Bürgermeister Feld darauf hin, dass auch dieser Betrieb dem Zahlendiktat unterliege. Und das sieht in Zeiten von Dürre und Hitzewellen nicht gut aus. Die Ausgaben belaufen sich auf 90 595 Euro, die Einnahmen liegen bei 38 500 Euro. Bleibt also ein Defizit von rund 50 000 Euro, das im kommenden Haushalt gedeckt werden muss.

Auf Mieteinnahmen von Vereinen, die Hallen der Gemeinde nutzen, wird man in Eppelborn vorerst bis Ende März verzichten. Der Rat stimmte dem diesbezüglichen CDU-Antrag zu. „Die Vereine sollten vom Lockdown keinen Nachteil haben“, betonte Feld, der von einem starken Signal sprach. SPD-Sprecher Uwe Ziegler regte an, auch über den 31. März die Mieten zu erlassen, worüber der Gemeinderat in der Februarsitzung nun erneut abstimmen wird.

Zum Abschluss der letzten Sitzung „eines schwierigen Jahres“ dankte Feld dem Rat und der Verwaltung dafür, dass man „stets zusammengestanden hat“. „Das macht stark“, so Feld, der von guter Zusammenarbeit im Rat sprach, mit positiven Auswirkungen auf die Gemeinde. Viele Straßen seien saniert worden, undichte Hallendächer ebenso, neue Kita- und Krippeplätze würden entstehen. Das mache zuversichtlich. Auch die gute Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der Pandemie, wie etwa bei der Verteilung der Masken in der Gemeinde, hob Feld hervor.

Verteilt sind diese zwar, getragen werden sie jedoch nicht von allen.