Im Brotkasten oder unter Palmen

Die Stiftung Kulturgut Gemeinde Eppelborn eröffnete am Sonntag eine ganz besondere Ausstellung: Neun Kunsthandwerker zeigen ihre Krippen, die sich auf die unterschiedlichste Weise präsentieren.

Die Atmosphäre passt einfach. Betritt man den halbdunklen Stallbereich mit dem groben Steinboden leuchten einem aus einer Ecke, unter einem Heuhalter, schon die ersten Krippen entgegen. Nimmt man die Treppe nach oben, eröffnen sich ganze drei Zimmer mit Krippen verschiedenster Art.

Die Vorstandsvorsitzende der veranstaltenden Stiftung Kulturgut Gemeinde Eppelborn , Marliese Weber, sowie die Bürgermeisterin und Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung, Birgit Müller-Closset dankten bei der Ausstellungseröffnung am Sonntag den neun Kunsthandwerkern, die aus der Gemeinde selbst und der Umgebung kommen: Joachim Schäfer, Walburga Bradl, Konrad Dörr, Emil Brill, Elisabeth Groß, Wigand Schröder, Franz Schorr, Ludwig Müller und Paolo Manese.

Stundenlang könnte man sich die Krippen ansehen, sich in die kleinen Welten mit feierlich-andächtig blickenden Figuren, Schafherden und Ochs und Esel vertiefen. Immer gleich und doch immer wieder anders. Eins der größten Ausstellungsstücke ist die orientalische Krippe von Konrad Dörr. Architektur wie aus Tausendundeiner Nacht, Palmen und ein Stall in einer Felsgrotte. Und noch zwei ganz außergewöhnliche Stücke gibt es von Dörr zu sehen: saarländische Krippen. "Die orientalischen und vor allem die alpenländischen, mit Häusern und Ställen wie in Bayern, sind weit verbreitet. Ich habe mir mal angesehen, wie die alten Bauernhäuser hier in der Region aussahen." Herausgekommen sind zwei schöne Lothringerhäuser mit Wohn- und Stallbereich unter einem Dach.

Im griechischen Raum sind einige von Wigand Schröders Werken angesiedelt: In Tempelruinen findet die heilige Familie Unterkunft, zwischen Säulen, bei denen man nie auf die Idee kommen würde, dass sie aus Bärenklau-Stengeln gemacht sind, Politiker-Büsten und prächtig gekleideten Königen. "Bei diesem Hobby übt man sich in Geduld.", so Schröder. "Wenn man aufgeregt ist und anfängt zu arbeiten, schmeißt man entweder alles in die Ecke oder man wird ruhig."

Dass eine ruhige Hand nötig ist, vor allem bei seinen Exemplaren, zeigte Ludwig Müller vor Ort: Mit der Pinzette setzte er winzige Figuren in Kokos- oder sogar Walnuss-Schalen. Von ihm sind auch die Krippchen aus den letzten Kohlestücken aus Ensheim. Von Kreativität zeugen beispielsweise auch die Krippe in einem schönen, mit Bauernmalerei verzierten Brotkasten und rustikal geschnitzten Holzfiguren oder die große Eichenholzplatte, die mit ihren angesetzten Figuren an ein Relief erinnert.

Die Ausstellung kann besichtigt werden am Sonntag, 14. Dezember (mit Basteln für Mädchen), und am Sonntag, 21. Dezember (mit Adventssingen), zwischen 14 und 18 Uhr. Außerdem am Mittwoch, 10. Dezember (mit Stricken und Maijen), zwischen 15 und 17 Uhr und am Dienstag, 16. Dezember (mit Rosenkranzgebet), zwischen 17 und 18 Uhr.

Für das Rahmenprogramm ist eine Anmeldung erforderlich, Telefon (0 68 81) 96 26 28.