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Anny Hwang zu Gast
Hwang setzt Glanzlichter am Klavier

Die bekannte Pianistin Anny Hwang gastierte mit großem Orchester in Eppelborn.
Die bekannte Pianistin Anny Hwang gastierte mit großem Orchester in Eppelborn. FOTO: Merkel Carolin / Carolin Merkel
Eppelborn. Anny Hwang begeistert im Big Eppel mit Orchestre Symphonique Saar-Lorraine. Von Carolin Merkel

Richtig klassisch startete am Samstagabend das Konzertprogramm im Eppelborner Big Eppel in das neue Jahr. Selbst Klassik-
anfängern dürfte der musikalische Einstieg in den außergewöhnlichen Abend mit Weltstar Anny Hwang alles andere als unbekannt vorgekommen sein. Mit Ludwig van Beethovens „Schicksalssinfonie“ hatte Dirigent Götz Hartmann mit seinen Orchestre Symphonique Saar-Lorraine eines der wohl bekanntesten Stücke ausgewählt. Und eins gleich vorweg: Dirigent Hartmann gab alles, zeigte sich absolut präsent, führte das Orchester absolut sicher durch die mal kraftvollen, dann wieder überaus gefühlvollen Passagen, bis schließlich nach dem letzten Ton der tosende Beifall eines begeisterten, erfreulicherweise überaus altersgemischten Publikums hereinbrach. Unter dem Motto „Anny Time im Big Eppel“ hatte die Gemeinde Eppelborn zu diesem besonderen Neujahrskonzert eingeladen. Allerdings, um Anny Hwang, die aus Saarbrücken stammende Pianistin mit Weltruhm, live erleben zu dürfen, musste sich das Publikum erst einmal gedulden.


Leider blieben einige der Sitzplätze im Big Eppel leer, was aber der Stimmung beim Konzert keinen Abbruch tat und auch keinesfalls auf die Qualität der Musikerinnen und Musiker schließen lassen könnte. Ganz im Gegenteil: Die Konzertbesucher, die gekommen waren, erlebten Streicher und Bläser, gleichermaßen in Höchstform, einen Abend mit mitreißender, klassischer Musik. War schon der erste Konzertteil außergewöhnlich, so diente er quasi als „Warm-up“ für Orchester und Zuhörer. In der Pause galt es, den schwarzen Flügel in der Mitte der Bühne des Big Eppel zu platzieren. Und dann war es endlich soweit: Die Pianistin mit asiatischen Wurzeln und saarländischer Heimat nahm am Klavier Platz und begann sogleich, das Publikum zu verzaubern. Während der erste Teil des „Klavierkonzert Nr. 2 c-Moll, Opus 18“ aus der Feder des russischen Komponisten Sergej Rachmaninow vielleicht aufgrund seiner Härte nicht jedermanns Geschmack traf, so begeisterte die Pianistin im Folgenden mit sanften und gefühlvollen Passagen. Fürs Ohr hatte Hwang ihr leichtes, schwereloses Klavierspiel mitgebracht, fürs Auge bestach sie in einer roten, ebenso leichten Abendrobe.

Der tosende Beifall, den Hwang sogleich an ihr Orchester weitergab, wollte nicht enden, ohne Zugabe, das war schnell klar, durfte die Ausnahmemusikerin nicht von der Bühne. Und sie kam dem Wunsch gerne nach. Allesamt, Dirigent, Musiker und Anny Hwang gaben noch einmal alles, um Klassikfans zu begeistern, vielleicht aber auch, um neue Fans dieser Musikrichtung zu gewinnen.