Hochwasserschutz : „Wir bieten allen an, beratend zu unterstützen“

Eppelborns Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset äußert sich aufgrund eines SZ-Artikels zu Hochwasserschutz in der Gemeinde.

Wie sensibel die Thematik Hochwasserschutz im Zusammenhang mit Starkregen ist, weiß Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset nur zu gut. Schließlich war Eppelborn eine der Gemeinden, die von dem Unwetter im Juni vergangenen Jahres mit am ärgsten betroffen waren. Daher möchte sie den Vorwurf, die Gemeinde drücke die Verantwortung bei Hochwasserschutzmaßnahmen auf Privatpersonen ab, nicht stehen lassen. Dieser Ansicht ist nämlich Thorsten Mohr, Hausbesitzer in Wiesbach, der sich von der Gemeinde mehr Unterstützung erhofft hätte. So war es am 4. April im SZ-Artikel „Die Gemeinde drückt die Verantwortung ab“ zu lesen.

Darin schildert Mohr, dass ihm vonseiten des Landesamtes für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) dazu geraten wurde, sein Grundstück in Wiesbach, hinter dem der Wallenbornbach verläuft, mit einem Hügel vor weiteren Hochwassern zu schützen. Die Kosten schätzt Mohr auf 1000 Euro, hat aber Bedenken, den Hügel anzulegen, weil das Wasser dann wegen des geänderten Verlaufs Schäden auf anderen Grundstücken anrichten und man ihn dafür verantwortlich machen könnte. Dass eine solche Aufschüttung genehmigungspflichtig sei, bestätigt das LUA.

„Wir als Gemeinde bieten natürlich an, hier beratend zu unterstützen. Dieses Angebot richtet sich an alle, die betroffen sind“, erklärt Müller-Closset, fügt aber hinzu, dass es Gemeinden auf privaten Grundstücken untersagt sei, öffentliche Gelder zu investieren. Das bestätigt Peter Lutz vom Fachgebiet Tiefbau der Gemeinde Eppelborn: „Wir können hier keinen Präzedenzfall schaffen, bei 7000 Häusern in der Gemeinde.“ Auch Lutz erklärt, dass man jedem Betroffenen gerne beratend zur Seite stehen werde, allerdings rechtlich unverbindlich. Die erst kürzlich erstellten Karten, die aufzeigen, wo bei Starkregen Gefahren auftreten, seien für eine Beratung ein gutes Instrument. Lutz betont aber auch, dass, egal welche Schutzmaßnahmen man treffe, Starkregenereignisse wie 2018 nicht beherrschbar seien. Und: „Es ist nun mal so: Bürger, die in sensiblen Bereichen wohnen, sind selbst für den Objektschutz verantwortlich.“

Ebenfalls in dem vorangegangenen Artikel zu lesen ist von einer Empfehlung des LUA an die Gemeinde, zu prüfen, ob ein Rückhaltebecken oberhalb des Sportplatzes sinnvoll sei. Dazu Lutz: „Wir suchen in der gesamten Gemeinde Retentionsräume, aber das geht nicht von heute auf morgen. Die Schwierigkeit liegt unter anderem darin, dass infrage kommende Grundstücke nicht immer der Gemeinde gehören, und dass diese auch zugänglich sein müssen, weil man Rückhaltebecken ständig warten muss.“

Birgit Müller-Closset. Foto: Robby Lorenz

Besonders ärgerlich aus Sicht der Bürgermeisterin sei die Aussage eines Mitglieds der Feuerwehr, dass, so wird Thorsten Mohr in dem Artikel zitiert, eine fehlende Entwässerung des Hangs zwischen Wallenbornstraße und Fußpfad als mögliche Ursache für immer wieder auftretenden Überschwemmungen bei starkem Regen ursächlich sei. Eine solche Aussage sei sowohl unseriös als auch, und das ist Müller-Closset besonders wichtig, keinesfalls offiziell. Die Feuerwehr Wiesbach distanziere sich von dieser Aussage. Was das angespannte Verhältnis zwischen der Bürgermeisterin und Familie Mohr betrifft, wollen sich beide Seiten demnächst bei einem Treffen aussprechen.