Hilfe zur Selbsthilfe

Die Handballfreunde Illtal schwimmen weiter auf einer Erfolgswelle. Nach dem 25:19-Heimsieg gegen Mundenheim sind die Zebras Oberliga-Tabellenführer. Trainer Steffen Ecker hat dabei mit einem ganz besonderen Konzept Erfolg.

Die Handballfreunde Illtal haben am Sonntag gegen ihren direkten Verfolger VTV Mundenheim den 13. Sieg im 16. Spiel der laufenden Oberliga-Saison eingefahren. Es war der sechste Sieg in Folge. Vor erneut mehr als 500 Zuschauern in der pulsierenden Eppelborner Hellberghalle endete das Spitzenspiel mit 25:19 (12:11). Mit 26:6 Punkten sind die HFI jetzt alleiniger Tabellenführer.

Was in dieser Saison bei den HFI zu sehen ist, ist wohl der beste Handball , den eine Illtaler Mannschaft seit Bestehen der Spielgemeinschaft (2001) geboten hat. Selbst im Meisterjahr 2005, das zu einem einjährigen Exkurs in die Regionalliga führte, überzeugten die Zebras spielerisch nicht in dem Maße, wie sie es heute tun. Meistertrainer war damals der ehemalige polnische Nationalspieler Krzysztof Wroblewski, dem Gegner wurde der Schneid mit unerschrockenem Tempospiel abgekauft.

Das aktuelle Team, wie am Sonntag nun wieder zu beobachten waren, funktioniert anders. Trainer Steffen Ecker hat den Mannschaftsteilen ein Repertoire an Handlungskompetenzen vermittelt. Dieses Konzept der Hilfe zur Selbsthilfe befähigt die Mannschaft, sich auf jede Spielsituation schnell und klug einzustellen. Gegen Mundenheim war das auch nötig. Ecker: "Die haben uns heute wirklich viele Aufgaben gestellt, mit denen wir umzugehen hatten."

Gleich nach Anpfiff etwa stellte die VTV-Abwehr einen Spieler zur Manndeckung ab. Der HFI-Angriff überwand die überraschungsbedingte Hektik schnell und fand Antworten.

Das Spiel wurde breit gemacht, insbesondere Außenspieler Sven-Malte Hoffmann glänzte immer wieder (8/3 Tore). Glanzstück des HFI-Spiels war aber die Abwehrleistung. Der Trainer war voll des Lobes: "Ich bin dahingehend wirklich sehr, sehr stolz auf die Jungs. Sie haben alles abgerufen, was wir einstudiert haben."

Das sonst wuchtig-schnelle Angriffsspiel der Ludwigshafener wurde schon nach wenigen Minuten im Keim erstickt. Fast jeder Spielzug musste unter dem Druck der wegen Zeitspiels gehobenen Schiedsrichterhand abgeschlossen werden. Nur 19 Tore des Tabellendritten sprechen eine deutliche Sprache.

Zwar gelang den HFI erst in der elften Minute die erste Führung (6:5), diese wurde dann aber taktisch ganz geschickt ausgebaut. Nach der Halbzeit (12:11) zog der Zebras-Express sogar mächtig an. Den Einheizer gab dabei Sven-Malte Hoffmann, der sogar vier Mal in Folge traf. So stand es nach 38 Minuten plötzlich 19:13. Hoffmann: "Die Abwehr der VTV stand in dieser Phase sehr mittig, das kam mir gelegen. Und ich fühle mich derzeit gut und ausgeruht."

Gästetrainer Patrick Horlacher fand schöne zusammenfassende Worte: "Optische Höhepunkte gab es heute sicher wenige, aber einen klugen Sieger und ein tolles Publikum."

Tore für die HF Illtal : Sven-Malte Hoffmann 8/3, Marvin Mebus 4, Daniel Altmeyer 3, Niklas Kiefer 2, Philipp Michel 2, Christoph Holz 2, Sebastian Hoffmann 2/1, Leonard Frisch 1, Jonas Guther 1.