„Hier ist ja was los“

Klaus „Major“ Heuser gilt als einer der erfolgreichsten deutschen Gitarristen. Er spielte bei Bap und beschäftigte sich mit verschiedenen Projekten. Mit seiner Klaus Major Heuser Band war er zu Gast in Eppelborn.

"Verdamp lang her" ist es, dass der gleichnamige Titel der Kölner Band Bap die Charts stürmte. "Verdamp lang her" wird Klaus "Major" Heuser, damaliger Gitarrist der Band, "wahrscheinlich bis ins hohe Alter verfolgen", wie er selbst meint und sich auch ein wenig drüber ärgert: "Im Radio läuft immer das gleiche, selbst wenn es zwischendurch jede Menge neue Songs gab." Dabei hat Heuser das Kapitel längst beendet. "Mittlerweile habe ich eine neue Band und viele hundert Songs gemacht." Keine Frage, die Zeit mit Wolfgang Niedecken und Bap bereut Heuser nicht. Dort hat er seine Wurzeln, kann sich als einer der erfolgreichsten deutschen Gitarristen etablieren.

Nach dem Ausstieg im Jahre 1999 ruft der "Major", benannt nach Major Healey aus der Fernsehserie "Die bezaubernde Jeannie", verschiedene Projekte ins Leben. Eines davon ist Men in Blues, 2008 gemeinsam mit Richard Bargel geschaffen. Auch Drummer Markus Rieck und Bassist Sascha Delbrouck sind damals schon mit dabei. Nachdem Bargel aufgrund gesundheitlicher Probleme ausscheiden muss, gründet Heuser gemeinsam mit Rieck und Delbrouck die Klaus Major Heuser Band. Mit Thomas Heinen findet man zum einen den zu den musikalischen Vorstellungen passenden Sänger, zum anderen einen zusätzlichen Gitarristen . Ergänzt wird dass Ensemble schließlich um den Pianisten und Allrounder Matthias Krauss. Im Mai 2013 kommt deren erstes Album "Men in trouble" auf den Markt. Sechzehn Monate später heißt es "57". Geburtsjahr und Alter des Frontmanns sowie ein Koffer aus Bap-Zeiten mit der Ladenummer 57 stehen Pate für den Albumtitel, dem man eine ausgiebige Tournee folgen lässt. "Aus irgendeinem Grund kommen wir total gern hierhin. Ich weiß auch nicht, warum", meint Heuser vor dem vorvorletzten Konzert in Eppelborn . Die Stimmung im Big Eppel scheint es dem "Major" angetan zu haben: "Hier ist ja was los" freut sich der Haudegen nach dem dritten überschwänglichen Jubel des Publikums. Die Songs orientieren sich am klassischen Gitarrenrock, entwickeln darüber hinaus jeweils eigene musikalische Ambitionen. Beim Song "Higher, Faster, Stronger", der mit gleich drei Gitarren daherkommt, merkt man deutlich: Die Jungs können auch Country.

Besonders die minutenlangen Soli des Majors reißen das Publikum immer wieder mit. Gerade diese ausgiebigen Parts würden heutzutage allerdings immer weniger, bedauert Heuser: "Mit Songs , die länger als drei Minuten und zwanzig Sekunden dauern, hast du im Radio keine Chance mehr. Die Gitarre als solches hat völlig an Bedeutung verloren. " "Die Gitarre war für mich der Mittelpunkt meiner Welt." Und was ist daraus geworden? "Heute gibt es Gitarrenapps" merkt Heinen bitter sarkastisch an.Foto: A. Scheidemann