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Gitarrentage für Kinder und Jugendliche im Saarland

Abschlusskonzert der 11. Gitarrentage für Kinder und Jugendliche im Saarland : 40 Gitarren spielen im Big Eppel auf

Das Abschlusskonzert der 11. Gitarrentage für Kinder und Jugendliche im Saarland endet mit minutenlangem Applaus.

„Ich bin froh, dass wir im vergangenen Jahr keinen Moment gezögert haben und dieser Veranstaltung in Eppelborn eine neue Heimat gegeben haben“, erklärte Birgit Müller-Closset, Bürgermeisterin der Gemeinde Eppelborn, am Samstagnachmittag zu Beginn eines außergewöhnlichen Konzerts. Mit 40 Jungen und Mädchen, die in den vergangenen vier Tagen an den 11. Gitarrentagen für Kinder und Jugendliche im Saarland in der Jugendherberge in Tholey teilgenommen haben, war zugleich ein deutlicher Teilnehmerrekord erreicht. „Wir hatten in diesem Jahr so viele Schülerinnen und Schüler wie noch nie zuvor“, freute sich Initiatorin und Motor der Gitarrentage, Inés Peragallo. Viele Jahre fand das Abschlusskonzert in der Stadthalle in Lebach statt, im Vorjahr erstmals im Big Eppel. „Es ist gut, dass unser Kulturamtsleiter Aloysius Scholtes und ich gemeinsam von der Idee überzeugt waren“, betonte Müller-Closset in ihrer kurzen Ansprache.

Da hatte der Gitarrennachwuchs bereits Platz auf der Bühne genommen, hochkonzentriert warteten die Kinder und Jugendlichen im Alter von acht bis 16 Jahren auf ihren Einsatz. „Es ist wichtig, dass Kinder ein Instrument erlernen. Im Zusammenspiel bewirkt das Musizieren ein großes musikalisches Wachstum, fördert aber auch die kognitiven Fähigkeiten“, erklärte Peragallo. In den elf Jahren, so lange gibt es die Gitarrentage bereits, erläuterte sie, habe sie erfahren, was das Erlebnis Kammermusik bei den Teilnehmern bewirke. „Hier erlernen die Kinder und Jugendlichen Dinge, auf die sie, wenn auch oft unbewusst, später in ihrem Leben zurückgreifen“, sagte sie. Für sechs Teilnehmer hieß es am Samstagabend aufgrund ihres Alters, Abschied von den Gitarrentagen zu nehmen. Sie verstärkten zum letzten Mal das Orchester und bewiesen selbst in den schwierigsten Passagen der Kompositionen, die zum Wettbewerb eingereicht wurden, Fingerfertigkeit und Rhythmusgefühl.

Doch zunächst einmal verwöhnten die 40 Gitarren die Zuhörerschar unter der Leitung von José Pedroni mit einem Klassiker: „Una flor de la cantuta“. Das Stück ist aus der argentinischen Volksmusik entlehnt und machte Lust auf die leisen, melodischen Klänge der Gitarre. Wie kindgerecht Gitarrenliteratur sein kann, bewiesen die Teilnehmer beim Stück „Zwei Clowns: Pomm und Pico“. Schließlich wurde es ernst für die Musiker, vor allem aber auch die Komponisten, die unter einem Pseudonym ihre Beiträge eingereicht hatten. Vier Stücke hatten es in die Endauswahl geschafft, die von zwölf ausgesuchten Gitarrenspielern präsentiert wurden. Das wohl melodischste Stück, „Pequeña serenata“ kam aus Belgien, der Komponist hatte sich unauffällig im Publikum platziert. „La inqiueta“ wurde aus Argentinien eingereicht, die Zamba verlangte sehr viel Fingerfertigkeit von den Gitarristen ab. Sehr modern mit zahlreichen Disharmonien war der Komponist des Stücks „Pasa los brotes nuevos“ angetreten. Schließlich erklang mit den „El twist de las 18“ ein ebenfalls sehr rhythmisches Stück. Nach den eingereichten Beiträgen gab es ein Wiederhören mit Siegertitel aus dem vergangenen Jahr. „La Folia Nueva“ von Nathan Kolosko aus Nordamerika gefiel auch am Samstag dem Publikum überaus gut. Nach dem letzten Gitarrenklängen, bei denen zum Finale noch einmal alle 40 Musikerinnen und Musiker auf der Bühne des Big Eppel vereint waren, gab es minutenlangen Beifall für die Schüler, die in den Ferien so fleißig gearbeitet hatten. „Wir haben jeden Tag sehr viel Gitarre gespielt, aber wir hatten auch ein sehr anspruchsvolles und abwechslungsreiches Freizeitprogramm“, verriet Peragallo. Von ihr gab es als Dank ebenfalls einen dicken Applaus für ihre Schülerinnen und Schüler, die hochkonzentriert und vollmotiviert für einen außergewöhnlichen Konzertgenuss gesorgt hatten.