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Gisela Leitner und ihr „Herbst“

Mit einer Finissage im Eppelborner Museum wurde die Jean Lurçat-Weggefährten-Ausstellung beendet. Foto: Klaus Diener/Gemeinde
Mit einer Finissage im Eppelborner Museum wurde die Jean Lurçat-Weggefährten-Ausstellung beendet. Foto: Klaus Diener/Gemeinde FOTO: Klaus Diener/Gemeinde
Eppelborn. Wegen der Einrichtung einer neuen Hängung ist das Eppelborner Museum bis einschließlich 5. November geschlossen. Die neue Ausstellung nur mit Lurçat-Werken wird am Sonntag, 6. November, vorgestellt. red

Mit einer Finissage ist am Sonntagabend die Ausstellung "Compagnons de route" - Weggefährten von Jean Lurçat - im Eppelborner Museum nach drei Monaten zu Ende gegangen. Museumsleiter und Dechant Matthias Marx zeigte bereits am Nachmittag mehr als 30 Besuchern ein letztes Mal die von privaten Leihgebern zur Verfügung gestellten Werke.


Zweifellos der Höhepunkt dieser viel beachteten Sonderausstellung war, wie es in der Pressemitteilung der Gemeinde heißt, der Besuch von Gisela Leitner, die mit ihrer Tapisserie "Herbst " vertreten war. Am Abend wurde sie vom Präsidenten der Jean-Lurçat-Gesellschaft, Günther von Bünau, und vom ersten Beigeordneten Berthold Schmitt willkommen geheißen. "Für mich ist es zunächst ein Wiedersehen nach 50 Jahren, ich habe den ‚Herbst ' so lange aus den Augen verloren", gestand die Künstlerin, die eigens für diesen Abend mit ihrem Mann aus Franken angereist war und die Jean Lurçat gut kannte: "Mit 16 Jahren sah ich in München eine Lurçat-Ausstellung und war gepackt, er hat mich nie mehr losgelassen."

Vier Jahre später studierte die junge Frau in Aubusson, einem Zentrum der Teppichwirkkunst Frankreichs, und hatte dort Kontakt zu vielen großen Künstlern dieser Zeit. "Das waren all die Bekannten, die ich jetzt hier in dieser Ausstellung wiedersehe", freute sich Leitner. Anders als viele große Tapisseriekünstler hat sie von der Zeichnung bis zur Fertigstellung am Webstuhl fast immer selbst Hand angelegt: "Einen Teppich zu weben dauert etwa ein Jahr, das ist wie eine Meditation, man knüpft auch Gedankenfäden zu den Compagnons und allem, was man erlebt hat."



Das Jean-Lurçat-Museum ist wegen der Einrichtung einer neuen Hängung bis einschließlich 5. November geschlossen. Diesmal gibt es wieder Werke ausschließlich von Jean Lurçat, die im Rahmen einer Führung am Sonntag, 6. November, vorgestellt werden.