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Gemeinderat
Ein Statement für den lokalen Handel

Eppelborn. Der Eppelborner Gemeinderat hat in seiner Sitzung einstimmig eine Erklärung verabschiedet, die regionale Wirtschaft zu stärken. Von Heike Jungmann

Keinen leichten Stand hatte die neue Zentrumsmanagerin Anne Freidinger, als sie am Donnerstagabend dem Eppelborner Gemeinderat die Bilanz des ersten halben Jahres ihrer Arbeit präsentierte. Nach ihren Ausführungen äußerten die CDU-Fraktion und Christof Johänntgen (früher AfD) ihre grundsätzliche Skepsis gegenüber der Wirksamkeit eines Zentrumsmanagements. Während Freidinger betonte, die „gesamte Ortskernentwicklung“ im Blick zu haben und dass vor allem die Gespräche mit den Bürgern „vielversprechend“ laufen würden, legte Berthold Schmitt, CDU-Mitglied und Ortsvorsteher von Eppelborn, den Fokus auf die Dinge, die die Geschäftsleute in der Ortsmitte ärgerten.


Wie zum Beispiel ein als Blumenkübel zweckentfremdeter Brunnen vor dem Café oder kaputtes Pflaster auf dem Marktplatz. Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset (SPD) lud die Ratsmitglieder dazu ein, im Zentrumsbüro vorbeizuschauen – dienstags von 9 bis 13 Uhr Am Markt 32 – und „Vorurteile abzubauen“. Anne Freidinger wiederum bat um Geduld. Es müsse erst mal alles anlaufen, damit man konkrete Ergebnisse sehen könne.

Die regionale Wirtschaft beschäftigte den Gemeinderat auch im letzten Punkt der öffentlichen Tagesordnung. Nachdem einige Formalien etwa zum Freizeit- und Hallenbetrieb und der Bebauungsplan Parkplatz Landheim Wiesbach abgesegnet worden waren, kam ein Antrag der CDU-Fraktion aufs Tapet. Alwin Theobald führte dazu aus: „Es ist Zeit, als Gemeinderat ein starkes Zeichen zu setzen, dass wir zum lokalen Einzelhandel stehen.“



Die Menschen würden alteingesessene Geschäfte und Lokale vermissen, gerade gebe es wieder eine Welle an Geschäftsaufgaben, die den Menschen Sorgen bereitete. Mit Aktionen und Initiativen wie „Heimat-Shoppen“ mit Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger vor einigen Wochen sei man auf dem richtigen Weg. „Das war richtig gut, aber das muss durchgängig auf allen Ebenen laufen“, forderte Theobald. Gutscheine für den Online-Handel als Gewinne auszugeben, „geht deshalb gar nicht“. Der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Gemeinderatsfraktion sprach damit eine aktuelle Werbeaktion von Kommpower an, eine Energiekooperation von fünf saarländischen Kommunen, darunter die Gemeinde Eppelborn.Wie unsere Zeitung berichtete, hat die CDU öffentlich harsch kritisiert, dass unter den Teilnehmern einer Online-Umfrage zehn Gutscheine à 25 Euro für einen Online-Versandhändler ausgelost werden.

Die Bürgermeisterin warf Theobald Polemik vor. Er schädige mit solchen Vorwürfen das Ansehen der Gemeinde Eppelborn, die sich gerade in Sachen Nachhaltigkeit der Wirtschaft ins Zeug lege.

Auch Werner Hell, Geschäftsführer der Gemeindewerke Eppelborn, setzte sich gegen die Vorwürfe zur Wehr. Die Online-Umfrage laufe im gesamten Saarland, und gerade einmal zwei Gutscheine entfielen auf die Gemeinde Eppelborn. Es werde in den Veröffentlichungen der CDU „viele falsch dargestellt“. So sei nicht die Bürgermeisterin, sondern die Geschäftsführer für Kommpower zuständig. „Etwas übers Ziel hinausgeschossen“ sei die CDU mit ihrer Kritik, meinte SPD-Fraktionsvorsitzender Peter Stein. Dieter Schmidt (Piraten/Grüne) wiederum gab „den CDU-Kollegen“ Recht. Das sei aus saarländischer Sicht geschmacklos gewesen.

Da sich im Grunde jedoch die Verwaltungschefin und der Gemeinderat einig waren, dass die lokale Wirtschaft absoluten Vorrang haben sollte, fand der Antrag der CDU mit einer kleinen Änderung die Zustimmung aller Ratsmitglieder.

Hier heißt es unter anderem: „Die Bürgermeisterin wird gebeten, darauf zu achten, dass in allen ihren Verantwortungsbereichen diese grundsätzliche Festlegung des Gemeinderates Anwendung findet und die lokale Wirtschaft Vorrang genießt.“