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Gemeinderat Eppelborn
Gemeinderäte zeigen Herz für Tiere

Auch das Tierheim Linxbachhof in Niederlinxweiler profitiert von den Zuschüssen.
Auch das Tierheim Linxbachhof in Niederlinxweiler profitiert von den Zuschüssen. FOTO: Bonenberger & Klos / B&K
Eppelborn. Eppelborn erhöht seinen jährlichen Zuschuss für Tierheime. Ärger bei Aussprache über Jahresabschlüsse. Von Michael Beer

Der Gemeinderat Eppelborn hat am Donnerstagabend einem neuen Vertrag zur Finanzierung die Tierheime in Homburg und Niederlinxweiler zugestimmt. Die Gemeinde Eppelborn ist demnach bereit, etwas mehr als zuvor zu zahlen. 5500 Euro wird sie jährlich zuschießen und damit rund 350 Euro mehr als im Vorjahr. Die beiden Tierheime hatten nach prekärer Finanzsituation im vergangenen Jahr einen sogenannten Konsortialvertrag mit Städten und Kreisen geschlossen. Mit an Bord sind die Kreise Neunkirchen St. Wendel und Saarpfalz-Kreis und 22 Städten und Gemeinden. Aber auch mit der Unterstützung nach dem Vertrag von 2017, erläuterten beide Einrichtungen, war ihre Arbeit nicht wirklich finanziert. Das soll mit den neuen Konditionen zumindest ein bisschen verbessern.


Kritisch schätze die AfD den neuen Vertrag ein. Peter Groß sprach davon, er wisse aus Insiderkreisen, Tiere aus anderen Ländern würden illegal in Deutschland eingeschleust, überwiegend Hunde. Er wollte von der Verwaltung auch wissen, um wie viele Fundtiere es sich in Eppelborn im Jahr eigentlich handele und ob die Tiere die öffentliche Ordnung gefährdeten. Bei der schlechten Finanzlage der Gemeinde unterstütze man die Tierheime „auf Pump“.

Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset erwiderte, die Eppelborner seien wohl insgesamt sehr tierlieb. Die Zahl der aufgegriffenen Tiere lasse sich an einer Hand abzählen. Eine Gefährdung gehe von ihnen nicht aus. Ob die Gemeinde sich dann nicht selbst um ihre Unterbringung kümmern könne, wollte AfD-Mann Groß wissen. Andreas Brill, Freie Christdemokraten, warf ein, das komme die Kommune wesentlich teurer, als 5500 Euro im Jahr zu bezahlen. Müller-Closset betonte: „Wir sind eine Solidargemeinschaft.“

Für Verärgerung sorgte die AfD bei einem weiteren Punkt der Tagesordnung: den Jahresabschlüssen der beiden Haushaltsjahre 2013 und 2014 inklusive der Entlastung der Verwaltungschefin. Die Rechnungsprüfung hatte für die beiden Jahre nichts auszusetzen, erläuterte CDU-Sprecher Andreas Feld, der an dieser Stelle die Sitzungsleitung übernommen hatte. Die Kassenlage sei zwar etwas besser als in manch anderer Gemeinde, aber in fünf bis sechs Jahren sei das Eigenkapital aufgebraucht. Die Situation sei schwierig. AfD-Mann Groß erklärte für seine Fraktion, man werde der Entlastung nicht zustimmen. Die Ein- und Ausgänge seien zwar ordnungsgemäß dargestellt, aber er habe nicht überprüfen können, wo die verschiedenen Summen im Haushalt hingeflossen seien und ob dabei alles rechtens verlaufen wäre. Es könnte sein, dass man sich nicht an Recht und Gesetz gehalten habe und womöglich Untreue im Spiel sei. Von einem „unerhörten Vorwurf“ sprach CDU-Fraktionschef Feld. Die beiden Jahresabschlüsse passierten den Rat schließlich mit zwei Nein-Stimmen der AfD.