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Gemeinde ist Patin einer gefährdeten Orchideenart

Gemeinde ist Patin einer gefährdeten Orchideenart

Wohl nur wenige wissen, dass im Saarland 30 wilde Orchideenarten wachsen. Um den Lebensraum des Breitblättrigen Knabenkrauts zu erhalten, rief der Nabu ein Projekt ins Leben. Paten sollen dabei helfen, die Pflanze zu schützen.

Das Breitblättrige Knabenkraut blüht violett. Foto: Nabu Foto: Nabu

. Dass das Saarland mit fast 30 wilden Orchideenarten gesegnet ist, ist kaum bekannt, was auch daran liegt, dass man diese nur noch selten zu Gesicht bekommt. Für das besonders gefährdete Breitblättrige Knabenkraut hat der Naturschutzbund Landesverband Saar deshalb bereits 27 Paten, hauptsächlich Städte und Gemeinden, aber auch Nabu-Ortsgruppen und Landwirte, verpflichtet.

Neu im Bunde ist die Gemeinde Eppelborn, für die Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset (SPD) im Rathaus die Patenschaftsurkunde unterschrieben hat. "Ich bin ein naturverbundender Mensch und freue mich sehr, dass wir am Schutz des Breitblättrigen Knabenkrautes mitwirken können", so die Bürgermeisterin, die selbst mit ihrer Familie Mitglied im Nabu ist. Dessen Ortsgruppe Unteres Illtal will die Gemeinde bei der Patenschaft aktiv unterstützen, die stellvertretende Vorsitzende Katja von Bünau hat die Urkunde deshalb ebenfalls unterschrieben.

Vorerst umfasst das Schutzgebiet die Wiese "In Hermes Au" auf der Gemarkung Dirmingen, weshalb auch der Dirminger Ortsvorsteher Manfred Klein bei der Unterzeichnung dabei war. Auf der Wiese am Ortseingang wurde das meist leuchtend violett, manchmal auch rosa oder weiß blühende Knabenkraut bereits gesichtet. Auf anderen Wiesen der Gemeinde werden weitere Vorkommen vermutet: "Das unterirdische, die einzelnen Pflanzen verbindende Rhizomsystem des Breitblättrigen Knabenkrautes kann 20, 30 Jahre inaktiv in der Erde liegen", erklärte Birgit Freiheit vom Nabu Saar, die mit Kurt Wagner im Rathaus erschienen war. "Durch günstige Bedingungen kann es reaktiviert werden, so dass wieder Orchideen sprießen."

Die Aufgabe der neuen Paten des "In Hermes Au" gedeihenden Knabenkrautes, besteht darin, dessen Lebensraum zu erhalten, das heißt zu garantieren, dass die Wiese nicht entwässert, gedüngt oder umgebrochen wird. Außerdem müssen regelmäßig die Exemplare gezählt und fotografiert, ihr Blühverhalten und ihr Gesundheitszustand dokumentiert werden. Die Daten sammelt der Nabu zur weiteren Erforschung des empfindlichen Pflänzchens. Das Projekt zum Schutz des breitblättrigen Knabenkrautes ist 2012 gestartet und war ursprünglich auf zweieinhalb Jahre angelegt. Aufgrund des bisherigen Erfolgs wird es jedoch verlängert.