Gemeinde Eppelborn bereitet Evakuierung wegen Weltkriegs-Bombe vor

Krisenstelle im Rathaus eingerichtet : Klingeltrupps am Tag der Evakuierung

Gemeinde Eppelborn bereitet sich nach Bombenfund auf eine Evakuierung der 300-Meter-Gefahrenzone am 10. Februar vor.

„Es geht keine akute Gefahr von der Bombe aus.“ Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset ist sehr daran gelegen, den Eppelborner Bürgerinnen und Bürgern ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln. Wie berichtet ist am vergangenen Dienstag im Bereich des Bahnhofes eine Fliegerbombe gefunden worden. Die zirka 250 Kilogramm schwere Bombe liegt im Gleisbett und wurde bei Bauarbeiten entdeckt. Die Arbeiten wurden sofort eingestellt. Der Kampfmittelräumdienst hat die Bombe bereits untersucht. Der Gefahrenbereich wurde gesichert, abgesperrt und wird von Bahnbediensteten rund um die Uhr überwacht. Zusätzlich werde die Polizei Streifenkontrollen durchführen, teilte die Verwaltungschefin am Donnerstagabend in der öffentlichen Sitzung des Gemeinderates mit.

Die Bahnstrecke zwischen Lebach-Jabach und Illingen wurde, um Erschütterungen zu vermeiden, gesperrt. Die Bahn hat einen entsprechenden Ersatzverkehr eingerichtet.

Der Termin für die Entschärfung der Bombe ist auf Sonntag, 10. Februar, festgelegt worden. Fast 800 Menschen müssen an diesem Sonntagmorgen in einem Umkreis von 300 Metern vorsorglich evakuiert werden, berichtete die Bürgermeisterin, unter deren Leitung ein Krisenstab im Rathaus eingerichtet wird.

Das Betreten und jeglicher Aufenthalt in der Sperrzone sind am 10. Februar ab 9 Uhr bis zum Abschluss der Kampfmittelbeseitigung verboten. Die Sperrzone umfasst folgende Straßen beziehungsweise Straßenabschnitte vollständig Am Güterbahnhof, Am Kloster, Am Markt, Bahnhofstraße, Europaplatz, Im Fröschengarten, Juchemstraße und Kirchplatz. Gesperrt von Hausnummer 1 bis 16 ist die Dirminger Straße, von 1 bis 3a derMatzenberg, von 1 bis 24 die Prümburgstraße, von Hausnummer 1 bis 5 sowie die Hausnummern 7, 9, 11, 15, 17, 19, 21, 23, 25, 27, 29, 31, 33, 35, 37 in der Schlossstraße. Die betroffenen Bürgerinnen und Bürger sowie Geschäftsleute wurden nach Angaben der Verwaltung schriftlich informiert und werden um Rückmeldung gebeten.

Der betroffene Bereich wird ab 7.30 Uhr abgeriegelt und geräumt. An fünf Straßen und sechs Fußwegen werden entsprechende Sperrungen aufgestellt, die mit Ordnern und auch Polizei überwacht werden. Die Ortsdurchfahrt Eppelborn ist daher bis zum Abschluss der Arbeiten voll gesperrt.

Die betroffenen Anwohner werden darüber hinaus am Tag der Räumung mit Lautsprecherdurchsagen erneut auf die Gefahrensituation hingewiesen, beziehungsweise aufgefordert, den Sperrbereich zu verlassen. Ab 9 Uhr werden Klingeltrupps die einzelnen Straßenzüge kontrollieren und überprüfen, ob alle Anwohner den Bereich verlassen haben. Erst wenn alle Häuser überprüft worden seien, könne die Entschärfung der Bombe beginnen, betonte die Bürgermeisterin. Mit Hilfe der Polizei könne bei Widerständen auch eine zwangsweise Evakuierung von Personen erfolgen.

Das Senioren- und Pflegeheim „Am Kloster 1“ werde an diesem Vormittag mit seinen rund 80 Bewohnern in der Hirschberghalle in Bubach-Calmesweiler untergebracht. Für die übrigen Anwohner stehe als Sammelplatz die Hellberghalle in der Hellbergstraße in Eppelborn zur Verfügung. Hier erfolge eine Betreuung durch Hilfsorganisationen. Außerdem weist die Verwaltung darauf hin, dass an dem Sonntag das Hellbergbad Eppelborn geschlossen bleibt.

Sobald der betroffene Bereich komplett evakuiert wurde, können die eigentlichen Entschärfungsarbeiten an der Bombe erfolgen. Nach Freigabe durch den Kampfmittelräumdienst werden sämtliche Sperrungen aufgehoben und die Bewohner darüber informiert, so dass diese in ihre Häuser zurückkehren können. Sollte die Bombe wider Erwarten nicht entschärft werden können, muss sie kontrolliert gesprengt werden. Allerdings zu einem späteren Zeitpunkt.

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