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FV Eppelborn hofft auf doppeltes Happy End

Aufstieg oder nicht : FVE hofft auf ein doppeltes Happy End

Wie wird die Saison im Saar-Fußball im Falle eines Abbruchs gewertet? Diese Frage betrachten die Teams vom FV Eppelborn unter völlig verschiedenen Gesichtspunkten. Denn die Freude der ersten Mannschaft, wäre vermutlich das Leid der zweiten. Und umgekehrt. Es besteht aber die Chance, dass noch beide Teams jubeln dürfen.

Die Fußballer des FV Eppelborn sind im Zwiespalt. Sollte die Saison endgültig abgebrochen werden, wird wohl eine der beiden Aktiven-Mannschaften in Sachen Aufstieg in den sauren Apfel beißen müssen. Das kommt ganz darauf an, wie der Saarländische Fußballverband die Runde dann werten wird. Wird die Tabelle der Vorrunde herangezogen? Das Klassement beim Abbruch der Saison? Oder wird ein Koeffizient aus den Punkten und ausgetragenen Spielen errechnet?

Das Saarlandliga-Team war zum Zeitpunkt der Rundenunterbrechung Erster, nach der Vorrunde aber nur Zweiter. Und bei der zweiten Mannschaft war es in der Bezirksliga Neunkirchen genau umgekehrt. Mit 44 Punkten lag die Zweite lediglich einen Zähler hinter dem Spitzenreiter SV Holz-Wahlschied zurück. Der Tabellendritte SG Hirzweiler-Welschbach-Stennweiler war mit 35 Punkten bereits weit abgeschlagen und spielt – egal welche Rechnung herangezogen würde – wohl keine Rolle mehr. Den Platz an der Sonne verspielten die Eppelborner ausgerechnet in der letzten Partie vor der Saisonunterbrechung. Das 3:3 zu Hause gegen den Sechsten SV Bubach-Calmesweiler könnte für die FVE-Zweite das Ende sämtlicher Aufstiegsträume bedeuten. Dabei hatte die Eppelborner Reserve in dieser Partie schon wie der sichere Sieger ausgesehen, lag nach den Toren von Spielertrainer Jens Schlemmer (2) und Lars Leistenschneider Mitte der zweiten Halbzeit bereits mit 3:0 vorne. Doch die Gäste drehten die Partie binnen einer halben Stunde, kamen kurz vor dem Ende noch zum Ausgleich. Die Tabellenführung in der Liga war für die Eppelborner dahin. Dass sie eventuell keine Chance mehr erhält, diesen Fehler zu korrigieren, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehbar.

„Damals konnte ja niemand ahnen, dass dem Spiel eine so große Bedeutung zukommt“, hadert Schlemmer. Berücksichtigen die Verantwortlichen des Saarländischen Fußballverbandes nur die Hinrundentabelle, würde der FV Eppelborn II aufsteigen – während die Erste aber wohl Saarlandligist bleiben muss. Würde der Stand zum Zeitpunkt des Abbruchs gewertet, wäre es umgekehrt. Ausgeschlossen ist aber nicht, dass es doch noch zu einem doppelten Happy End in Form einer gemeinsamen Aufstiegsfeier kommt. Das könnten die beiden Teams sportlich erreichen, wenn die Saison noch fortgesetzt wird. Oder dadurch, dass den Zweitplatzierten am Grünen Tisch oder über eine Relegationsrunde, der Weg nach oben geöffnet wird. Momentan gibt es viele verschiedene Ansätze, aber eine Entscheidung über die Fortsetzung der Saison – oder deren vorzeitiger Abbruch samt Wertungsmöglichkeiten ist noch nicht getroffen. Auch eine komplette Annullierung ohne jegliche Auf- oder Absteiger der Runde steht im Raum – das wäre für die FVE-Teams, die beide in ihren bisherigen Ligen bleiben müssten, der „Worts-Case“.

Unabhängig von der Entscheidung des SFV ist in Eppelborn aber bereits eine wichtige Entscheidung gefallen: „Sebastian Kleer, der Trainer der Ersten, und ich machen auf jeden Fall weiter“, sagt Schlemmer und ergänzt: „Bei der Zweiten wird der bisherige Stamm wohl zusammenbleiben. Da wir nicht so die typische Ausbildungsmannschaft sind, ist die Fluktuation geringer.“

Neu hinzu kommt bei der FVE-Reserve zur nächsten Runde Defensivspezialist Christian Schneider vom SV Bubach-Calmesweiler. Den Verein verlassen wird dagegen Angreifer Daniel Ewen, den es zurück zum Verbandsligisten SV Habach zieht.

Sebastian Kleer (links), der seinen Vertrag beim FV Eppelborn verlängert hat, trainiert die erste Mannschaft des FVE – spielt aber für die zweite. Foto: Stefan Holzhauser

Der 36-jährige Kleer dürfte im Hinblick auf die Aufstiegswirren der beiden Eppelborner Teams besonders zwiegespalten sein. Trainieren tut er zwar das Saarlandliga-Team, für die zweite Mannschaft tritt er aber selbst gegen den Ball – und erzielte dabei in der laufenden Runde auch schon vier Tore.