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Fußball
Erfolgreiche „Umschulung“ für Diallo

Wiesbach. Nachdem Diallo zunächst als rechter Außenverteidiger spielte, setzte Hertha-Trainer Petry den 19-Jährigen wieder auf seiner früheren Position im Offensivbereich ein. Er dankt es mit Toren. Auch gegen Trier? Von Philipp Semmler

So was nennt man wohl einen Lauf: Satte drei Treffer erzielte Djibril Diallo in den beiden letzten Spielen für Fußball-Oberligist FC Hertha Wiesbach. Beim 4:1-Sieg seiner Mannschaft vor 14 Tagen gegen den FC Karbach steuerte der 19-Jährige aus Saarbrücken das wichtige 2:0 bei. Am letzten Samstag traf der Angreifer im Auswärtsspiel beim TuS Mechtersheim sogar doppelt. Die 2:3-Niederlage seines Teams beim Tabellenzweiten konnte er damit aber nicht verhindern.


„Djibril hat in den letzten Wochen eine sehr gute Entwicklung genommen. Und dafür belohnt er sich jetzt auch mit Toren“, freut sich Hertha-Trainer Michael Petry. „Ich komme so allmählich wieder an die Form heran, die ich vergangene Saison in der A-Jugend des 1. FC Kaiserslautern hatte“, erklärt Diallo stolz. Zu Saisonbeginn hinkte er dieser nämlich ein wenig hinterher – vor allem aus einem Grund. „Ich habe am 1. August eine Ausbildung als Elektroniker für Betriebstechnik begonnen“, verrät der 19-Jährige. „Nach der Arbeit noch zu trainieren, war am Anfang schon eine Umstellung für mich.“

Zu der Umstellung kam noch eine „Umschulung“. Denn nachdem Diallo die beiden vergangenen Spielzeiten als rechter Außenverteidiger agierte, setzte Hertha-Trainer Petry den 19-Jährigen wieder auf seiner früheren Position im Offensivbereich ein. Sehr zur Freude des Neuzugangs: „Im Sturm oder auf den offensiven Außenbahnen fühle ich mich am wohlsten.“ Obwohl Diallo gerade erst seine erste Saison im Aktivenbereich bestreitet, hat er im Fußball schon einiges erlebt. Mit gerade einmal 15 Jahren wechselte Wiesbachs Neuzugang von der B-Jugend des 1. FC Saarbrücken ins Nachwuchsleistungszentrum des Bundesligisten SC Freiburg. Für seinen jetzigen Trainer Michael Petry, der damals das B-Jugend-Bundesliga-Team des FCS trainierte, war das damals ein harter Schlag. „Ich wollte Djibril damals unbedingt für meine Mannschaft haben, aber er hat sich anders entschieden“, erinnert sich der 42-Jährige.



Für den SC Freiburg spielte Diallo nach seinem Wechsel in den Breisgau drei Jahre in der Junioren-Bundesliga, ehe er im Sommer des vergangenen Jahres zum 1. FC Saarbrücken in die U19 zurückkehrte. Von dort ging es in der Winterpause für die letzten Monate seiner Jugendzeit zur U19 des 1. FC Kaiserslautern.

Nach dieser wollte Diallo eine Ausbildung beginnen. „Damit ich neben dem Fußball etwas in der Hand habe“, sagt der 19-Jährige. Höher als in der Oberliga zu spielen, ist wegen dieser Entscheidung für ihn derzeit nicht drin – deshalb kam für ihn das Angebot aus Wiesbach gerade zur rechten Zeit. „Ich habe gehört, dass Wiesbach eine gute Adresse ist und bislang gefällt es mir auch sehr gut“, freut sich Diallo. Freuen würde sich der Neuzugang auch über einen Sieg mit seiner Mannschaft an diesem Sonntag: Dann empfängt Wiesbach nämlich um 15 Uhr Eintracht Trier. Vor der Begegnung stehen beide Teams nicht so gut da wie erhofft – und nur knapp vor den Abstiegsrängen. Wiesbach steht mit 14 Zählern auf Rang 13 der Tabelle. Die Moselaner liegen punktgleich auf Rang zwölf. „Das ist gerade keine schöne Situation für uns“, gibt Diallo zu. „Aber wir wollen da unten rauskommen.“