Figurentehatertage in Eppelborn zu Ende

Figurentheater : Zum Ende noch ein Blick zurück – und nach vorn

Die 30. Figurentheater Tage in Eppelborn waren auch die letzten für Erfinder Aloysius Scholtes, der in den Ruhestand geht.

Mit viel Musik und ganz viel Herz verabschiedeten sich am Freitagabend die 30. Eppelborner Figurentheater Tage von ihrem treuen Publikum. Abschied nehmen hieß es aber auch für ihren Macher Aloysius Scholtes. Der Kulturamtsleiter geht zum Jahresende in den Ruhestand, freut sich über das klare Signal der Verwaltung, an dem Festival, das zweifelsohne ein Alleinstellungsmerkmal für Eppelborn darstellt, festhalten zu wollen. Denn, das weiß Scholtes aus den Anfängen nur zu gut, es dauert seine Zeit, bis sich Veranstaltungsreihen etablieren. „Man braucht einen langen Atem, braucht Sponsoren, die einem die Treue halten“, erklärt Scholtes. „Ganz besonders gerne denke ich an das fünfte Festival zurück, als wir mit dem Stück ‚Die Zauberflöte’ endlich auch beim erwachsenen Publikum richtig angekommen sind“, so der künstlerische Leiter.

Bis heute haben sich die „großen“ Zuschauer neben den Kindern aus Kindergärten und Schulen als treue Gäste der Figurentheater Tage gehalten. In diesem Jahr, erzählt Scholtes, waren die Veranstaltungen für den Nachwuchs erneut sehr stark nachgefragt. „Wir bieten Theatererlebnis zu sehr kleinen Preisen an, machen das ganz bewusst, damit wir alle Kinder erreichen“, sagt er. Bei den Stücken für die erwachsenen Theatergäste sagt er, habe er, wie bereits seit vielen Jahren, auch in dieser Jubiläumsausgabe nicht nur auf Bewährtes zurückgegriffen. Ein wenig skeptisch sei er bei der Aufführung vom Besteller „Die Vermessung der Welt“ gewesen, „gerade hier gab es stehende Ovationen, das hat mich natürlich sehr gefreut“. Scholtes erinnert sich an viele Stücke aus den vergangenen Jahren, bei denen er etwas gewagt und die Zustimmung des Publikums bekommen hat. „Sicherlich verkaufen sich Stücke, die bekannt sind besser, als Eigenkompositionen, doch auch die gehören einfach zu einem Festivalprogramm dazu“, weiß er aus Erfahrung. Und so gab es zum Finale, das sicher mehr Zuschauer verdient hätte, das Stück „Hear my Song“ vom Theater con Cuore.

Die beiden Akteure, Stefan und Virginia Maatz, waren schon öfter zu Gast in Eppelborn, erstmals im Jahr 2000. Die beiden sangen und spielten sich am Freitagabend schnell in die Herzen des Publikums. Im Mittelpunkt des kurzweiligen Theaterabends stand die Musik - und natürlich die Liebe. Temporeich streiften die beiden Akteure auf der liebevoll gestalteten Bühne mit Wohnwagen, Straßenlaterne und Puppentheater die unterschiedlichsten Facetten der Musik. Große Liebesduette voller Poesie, aber auch Urkomisches wie bei der Casting Show durften nicht fehlen und wurden vom Publikum mit viel Beifall bedacht. Von kleinen Fingerpuppen bis hin zu lebensgroßen Figuren sorgte das Ensemble dafür, dass sich Freunde des Figurentheaters zum Abschluss der erfolgreichen Woche noch einmal an den unterschiedlichsten Spielweisen erfreuen konnten. Und, bei all der Distanz, die sich zwischen den beiden Akteuren entwickelte, gab es am Ende doch ein Happy End. „Liebe ist kein Solo – Liebe ist ein Duett“, so die Erkenntnis.