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Fußball
Die erneute Sensation ist ausgeblieben

Wiesbach. Für Fußball-Oberligist FC Hertha Wiesbach waren aller guten Dinge nicht drei: Nachdem die Hertha zuletzt zwei Mal den 1. FC Saarbrücken aus dem Pokal werfen konnte, gab es am Dienstag eine 0:4-Niederlage gegen den Fußball-Regionalligisten aus der Landeshauptstadt. Von Philipp Semmler

Gut eine halbe Stunde waren am Dienstagabend im Fußball-Saarlandpokal zwischen dem FC Hertha Wiesbach und dem 1. FC Saarbrücken gespielt. Auf der Tribüne versuchten ein paar ganz junge Anhänger der Hausherren, ihr Team mit „Wiesbach, Wiesbach“-Rufen anzufeuern. Die jungen Kinderstimmen waren aber nur im näheren Umkreis zu hören: Gegen die lautstarken Anfeuerungsrufe der Anhänger des FCS unter den knapp 1000 Zuschauern auf der gegenüberliegenden Seite des Feldes kamen die kleinen Hertha-Fans nicht an.


So ähnlich lief es auch auf dem Platz. Das routinierte und erfahrene Gäste-Team ließ dieses Mal gegen den Außenseiter nichts anbrennen. Nachdem Wiesbach den FCS im Jahr 2015 gleich zwei Mal aus dem Pokal geworfen hatte, blieb dieses Mal eine Überraschung aus. Saarbrücken siegte auch mit einer „1B-Elf“souverän mit 4:0 (1:0). Nach dem Schlusspfiff waren die Hertha-Kicker schnell in der Kabine verschwunden. Denn die Enttäuschung war trotz des zu erwartenden Ergebnisses groß. „Man verliert natürlich nicht gerne 0:4“, meinte Hertha-Torwart Julian Wamsbach.

Der 21-Jährige hatte auch schon beim 2:1-Sieg am 11. November 2015 auf dem Feld gestanden. Ansonsten war von der Partie von vor drei Jahren nur noch Abwehrchef Sebastian Lück mit dabei. Alle anderen Wiesbacher Spieler trugen damals noch nicht das Trikot der Gelb-Schwarzen. Und was war außer der Startaufstellung noch anders als beim Aufeinandertreffen vor drei Jahren? Wamsbach: „Wir haben dieses Mal zu wenig investiert und wir haben keine Mittel gefunden, um zu gefährlichen Chancen zu kommen.“ Der Schlussmann ergänzte: „Damals hat bei uns auch alles funktioniert und Saarbrücken hat einen schlechten Tag erwischt. Das war jetzt halt nicht so.“



Hertha-Trainer Michael Petry meinte nach der Niederlage gegen seinen Ex-Club: „Wir haben uns in der ersten Hälfte gut verkauft. Aber unser junges Team ist derzeit einfach nicht in der Lage einer Mannschaft wie Saarbrücken über 90 Minuten Paroli zu bieten.“ Der 42-Jährige ergänzte: „Man darf nicht vergessen, dass wir Spieler, die gerade erst aus der Jugend gekommen sind, auf dem Platz hatten. Dazu haben wir welche einwechselt, die vor kurzem noch in der Verbandsliga waren.“

Einer der gerade erst dem Jugendbereich entwachsenen Akteure bei Wiesbach war Kilian Staroscik. Der Innenverteidiger ist vom FCS an die Hertha ausgeliehen. Der 19-Jährige konnte gegen seinen Ex- und vielleicht auch künftigen Club durchaus überzeugen.

Das wird FCS-Trainer Dirk Lottner registriert haben, auch wenn Staroscik nach dessen Angaben nicht unter besonderer Beobachtung stand. „Wenn wir selbst spielen, habe ich in erster Linie meine Mannschaft im Fokus“, sagte Lottner. „Aber ich habe schon mitbekommen, dass Kilian eine gute Entwicklung genommen hat. Er soll genauso weitermachen.“

Während Lottner mit dem Ergebnis zufrieden war, waren die Gastgeber dies natürlich nicht. Zumindest mit der Organisation konnten sie es aber sein: „Es hat alles reibungslos funktioniert“, freute sich Vorstandsmitglied Klaus Dörr Und die knapp 1000 Zuschauer – darunter auch ehemalige „Pokalhelden“ der Hertha wie Marius Neumeier oder Björn Recktenwald - sorgten dafür, dass der Abend stimmungstechnisch und finanziell ein Erfolg für den Oberligisten war.

Für die Hertha steht jetzt bereits an diesem Samstag um 15.30 Uhr das nächste Heimspiel an. Dann wollen die Gelb-Schwarzen gegen den FC Karbach unbedingt ihre jüngste Negativsserie von sieben Liga-Begegnungen in Folge ohne Sieg beenden.