| 00:00 Uhr

„Es war ein Sieg unseres Willens“

Wiesbach. Elf Gelbe und drei Gelb-Rote Karten: Die Zuschauer sahen am Samstag beim Heimspiel von Hertha Wiesbach gegen Wirges viel Kampf. Vor allem nach der Pause mussten die Wiesbacher Fans zittern, ehe die drei Punkte unter Dach und Fach waren. Mirko Reuther

Der FC Hertha Wiesbach hat seinen Abwärtstrend in der Fußball-Oberliga gestoppt und nach drei sieglosen Spielen in Folge wieder drei Punkte eingefahren. Im Heimspiel gegen die Spvgg. EGC Wirges siegte der FC Hertha am Samstag vor 250 Zuschauern durch ein Strafstoß-Tor von Kapitän Carsten Ackermann verdient mit 1:0. "Es war ein Sieg unseres Willens", sagte Ackermann nach der Partie, in der vor allem Schiedsrichter Christopher Dispot über 90 Minuten schwer beschäftigt war. Der Unparteiische zeigte in dem rassigen Kampfspiel elf Gelbe und drei Gelb-Rote Karten und schickte in Halbzeit zwei zudem noch Gäste-Trainer Hansi Pörtner auf die Tribüne.

"Wir kämpfen gegen den Abstieg, da geht es nicht ums Schönspielen", meinte Hertha-Trainer Heiko Wilhelm, der mit dem Auftritt seiner Elf zufrieden war: "Mit jedem gewonnenen Zweikampf ist bei uns das Selbstvertrauen und die Körpersprache zurückgekehrt."

In der Tat hatte Wiesbach nach ausgeglichener Anfangsphase immer besser in die Partie gefunden. Vor allem die pfeilschnellen Flügelspieler Jannik Schliesing und Matthias Krauß stürzten die Hintermannschaft der Gäste mehrfach in Verlegenheit. So auch vor dem Führungstreffer: Krauß zündete rechtsaußen den Turbo, drang in den Strafraum ein und war dort nur noch durch ein Foul zu bremsen. Den fälligen Elfmeter versenkte Ackermann flach im linken Eck (35.). In der Folge spielte Wiesbach befreit auf, verpasste es aber trotz bester Möglichkeiten, den zweiten Treffer nachzulegen.

Im zweiten Durchgang wendete sich das Blatt. Die Gäste kamen nach etwa einer Stunde ihrerseits zu Chancen, aber Hertha-Torwart Philippe Persch hielt die Führung mit zwei starken Paraden fest. Doch spätestens als Hertha-Stürmer Björn Recktenwald in der 65. Minute mit Gelb-Rot vom Feld musste, schien der Ausgleich nur noch eine Frage der Zeit. Aber Wiesbach überstand die Phase in Unterzahl - und als zehn Minuten später auch der Wirgeser Lukas Klappert mit der Ampel-Karte vom Feld musste, war die numerische Gleichheit wieder hergestellt.

In der hitzigen Schlussphase vergab der FC Hertha noch drei gute Konterchancen, brachte den Sieg aber am Ende ins Ziel. Wermutstropfen: In der Nachspielzeit sah auch Krauß nach einem taktischen Foul Gelb-Rot. "Nach den vergangenen Wochen hat uns heute ein wenig die Sicherheit gefehlt. Wir haben es versäumt, das Spiel früher zu entscheiden und deshalb zum Schluss noch mal zittern müssen. Unser Sieg ist aber trotzdem verdient", bilanzierte Ackermann.