Derby: Erst gab’s den Pokal, dann einen Sieg

Derby : Erst gab’s den Pokal, dann einen Sieg

Der FC Homburg zeigte sich beim 3:1-Sieg gegen Wiesbach einmal mehr von seiner souveränen Seite.

Michael Petry sollte Recht behalten. Vor dem Saar-Derby beim FC Homburg hatte der Trainer des FC Hertha Wiesbach vorausgesagt, dass sich der bereits feststehende Meister der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar aus Homburg „nach den Feierlichkeiten wieder auf den Fußball konzentrieren“ werde. Nach der 0:2-Niederlage beim FV Diefflen und dem 1:1 bei Eintracht Trier bestätigte der FCH beim 3:1-Sieg gegen Wiesbach wieder die Souveränität, mit der die Grün-Weißen in dieser Saison der Konkurrenz kaum eine Chance gelassen hatten.

Jürgen Luginger hatte nach der Partie, der die offizielle Übergabe des Meisterpokals vorausging, „einen hochverdienten Sieg“ seiner Mannschaft gesehen. Dass der FCH-Trainer in der nicht optimalen Chancenverwertung trotzdem einen Anhaltspunkt für Kritik fand, gehört letztlich zu den Eigenheiten seiner Zunft. „Nach 20 Minuten hätte die Partie eigentlich schon durch sein müssen, aber wir haben die Tore nicht gemacht“, bemängelte der 50-Jährige. In der Gesamtsicht war Luginger dennoch zufrieden mit dem Auftritt seiner Meistermannschaft: „Das 1:1 war unglücklich, aber die Mannschaft hat nach der Pause weitergemacht und die Tore gemacht.“ Trotz der Niederlage war auch der Gäste-Trainer mit dem Auftritt seiner Mannschaft zufrieden. „Wir sind hierher gekommen, um ein engagiertes Spiel abzuliefern. In den ersten 20 Minuten hatten wir Glück, dass es nicht 2:0 oder 3:0 steht. Aber ab dann haben wir uns sehr gut rein gekämpft“, lobte Petry seine Jungs. „Es ist nicht immer so einfach, wenn man schon Meister ist und der Gegner 110 Prozent gibt. Aber wenn wir einigermaßen unsere Chancen genutzt hätten, dann wäre es noch höher ausgegangen“, lautete Lugingers Fazit.

Bei den ersten drei Treffern untermauerten Patrick Dulleck und Björn Recktenwald, warum sie in der Oberliga-Torjägerliste ganz oben stehen. Den Anfang machte der Homburger Dulleck, der in der sechsten Minute die Gastgeber mit 1:0 in Front brachte. Nachdem der FCH einige weitere Chancen ungenutzt gelassen hatte, war dann Wiesbachs Recktenwald am Zug. In der 33. Minute köpfte die Nummer Zwei der Torjägerliste zum 1:1 ein.

Nur gut neun Minuten später hätte Fabio Pelagi dann sogar die Führung für die Gäste erzielen können, blieb allein vor Homburgs Torwart Mark Redl letztlich aber zweiter Sieger. So ging es mit dem 1:1 in die Kabinen. „Bis zur Pause waren wir richtig gut im Spiel und hatten die Riesenchance zum 2:1 für uns. Leider hat ihn unser Jüngster nicht gemacht“, bedauerte Petry die verpasste Gelegenheit.

In der 56. Minute folgte Dullecks zweiter Streich an diesem Tag. Nachdem Christian Lensch im Wiesbacher Strafraum zu Boden ging, verwandelte der Homburger den fälligen Elfmeter zur 2:1-Führung für die Gastgeber. Petry war über die Entstehung von Dullecks 23. Saisontreffer allerdings alles andere als glücklich. „Der Elfmeter war ein Witz“, bezeifelte der Wiesbacher die Berechtigung der Schiedsrichter-Entscheidung. Den Schlusspunkt setzte schließlich Marc Gallego, der in der 75. Minute einen direkten Freistoß zum 3:1-Endstand in den Torwinkel zirkelte. Dass der Torschütze den FCH nach vier Jahren verlässt, sorgt bei dem 32-Jährigen für Wehmut: „Ich bin schon mit Elversberg aufgestiegen und jetzt mit Homburg ab- und wieder aufgestiegen. Mit meiner Familie habe ich mich hier immer wohl gefühlt. Da geht man mit einem weinenden Auge aus dem Saarland weg.“

Gallegos Nachfolger als rechter Verteidiger ist schon gefunden. Andreas Knipfer wechselt mit der Empfehlung von 63 Regionalligaeinsätzen für die U21 des 1. FC Nürnberg nach Homburg. Sein Vertrag läuft bis 2019 inklusive einer Option für ein weiteres Jahr.

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