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Eppelborner JuZ soll in den „Spieltreff“ umziehen

Eppelborn. Seit Ende Februar stehen die Jugendlichen in Eppelborn ohne eigenen Jugendraum da. Nun gäbe es eine Möglichkeit im ehemaligen „Spieltreff“. Doch die Anwohner sind nicht begeistert; sie litten bereits unter der Gastronomie im Umfeld, sagen sie. cim

Bereits seit Juni vergangenen Jahres, so erklärte Eppelborns Ortsvorsteher Berthold Schmitt in der Ortsratssitzung am Donnerstag, stehe fest, dass der Mietvertrag für die Räumlichkeiten des Jugendzentrums (JuZ) in der Kossmannschule zum Jahresende nicht verlängert würde. Trotz vieler Anfragen habe die Gemeindeverwaltung bisher keine neuen Räume gefunden. Nachdem die Jugendlichen nun zum 28. Februar endgültig ihr JuZ räumen mussten, stehen sie ohne Treffpunkt da. Doch das Team um den 25 Jahren alten Simon Egler, der die Verantwortung für das selbstverwaltete Jugendzentrum hat, war nicht untätig, wie Johannes Schäfer, CDU-Mitglied im Ortsrat, erklärte. "Die Jugendlichen haben selbst die Initiative ergriffen und stießen so auf den ehemaligen ,Spieltreff' in der Bahnhofstraße, der nun als neuer Standort für das JuZ dienen könnte", so Schäfer. Eine erste Begehung habe gezeigt, dass die Räume durchaus geeignet seien. "Natürlich muss durch die Untere Bauaufsicht noch eine Nutzungsänderung überprüft werden", ergänzte Berthold Schmitt.

Unterdessen haben sich die Anwohner zu einer Interessengemeinschaft zum Erhalt der Wohn- und Lebensqualität am Markt zusammengeschlossen, 27 Unterschriften von Gegnern der Ansiedlung des JuZ gesammelt. "Wir betonen, dass wir nicht gegen ein Jugendzentrum sind, aber aufgrund der Gastronomie in unserem Umfeld sind wir bereits sehr stark beeinträchtigt, befürchten durch das JuZ noch eine Verschlimmerung der Zustände", erklärte Werner Paul von der Interessengemeinschaft.

Die Zustände durch die Gastronomie seien ihm durchaus bekannt, sagte Ortsvorsteher Schmitt, doch aufgrund der Öffnungszeiten (dienstags und donnerstags von 17 bis 22 Uhr sowie freitags von 17 bis 24 Uhr) ginge keine weitere Belastung vom JuZ aus, auch sei der Alkoholkonsum nicht mit dem in einer Gaststätte zu vergleichen. "Es gab seit Jahren keine Beschwerden mehr am alten Standort, ich finde, man sollte den Jugendlichen in unserem Ort eine Chance geben", argumentierte Schäfer.

"Wir dürfen die Bedenken der Interessengemeinschaft nicht vom Tisch wischen, sollten uns nach alternativen Standorten umsehen, vielleicht gibt es eine Möglichkeit im Jugendraum der katholischen Kirche", sagte Karl-Heinz Schmitt (SPD ). Die SPD-Fraktion forderte erfolglos eine geheime Abstimmung. Schließlich empfahl der Ortsrat mit drei Nein- und sieben Ja-Stimmen dem Stadtratsausschuss für Soziales, den Mietvertrag in der Bahnhofstraße für das neue Eppelborner Jugendzentrum zu unterzeichnen.