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Enttäuscht trotz „geilem Spiel“

Enttäuscht trotz „geilem Spiel“

Der FC Wiesbach hat trotz vieler guter Torchancen sein erstes Saisonspiel verloren. Nach dem 0:1 im Spitzenspiel gegen Hauenstein galt der Wiesbacher Ärger vor allem einem Mann. Und von Gäste-Trainer Jürgen Kohler gab es ein dickes Kompliment.

Enttäuschung und Ärger herrschten bei den Fußballern vom FC Hertha Wiesbach am Samstagabend im Prowin-Stadion. Die Enttäuschung galt der unglücklichen 0:1-Niederlage im Oberliga-Spitzenspiel gegen den SC Hauenstein. Der Ärger Schiedsrichter Fabian Schneider. Der hatte in der achten Spielminute einen zweifelhaften Handelfmeter gegen Wiesbach gepfiffen, nachdem Carsten Ackermann aus kurzer Distanz angeschossen worden war. Ackermanns Arm war dabei angelegt, eine aktive Bewegung zum Ball nicht auszumachen. Hauensteins Dennis Krob war's egal - er verwandelte den Strafstoß sicher.

Der Pfiff des Unparteiischen sorgte auf Seiten der Hertha noch lange nach Spielende für Kopfschütteln: "In der Szene einen Elfer zu geben, ist ein starkes Stück. Ohne diese klare Fehlentscheidung gehen wir hier nicht als Verlierer vom Platz", sagte Ackermann fassungslos. Der Kapitän hätte fast den Ausgleich für seine Elf besorgt, schoss aber auf Vorlage von Linksaußen Angelo dal Col knapp rechts am Tor vorbei (37. Minute). Nur wenige Minuten später schien die Partie für Wiesbach aber endgültig gelaufen. Der bereits verwarnte Stürmer Björn Recktenwald leistete sich ein Allerwelts-Foul im Mittelfeld und wurde mit Gelb-Rot vom Platz gestellt (41.). Es war erneut eine umstrittene Entscheidung.

Doch diejenigen der 463 Zuschauer, die glaubten, Aufstiegsaspirant Hauenstein würde die Partie in Überzahl nun mühelos für sich entscheiden, rieben sich kurz darauf verwundert die Augen. Denn nach der ausgeglichenen ersten Hälfte spielte im zweiten Durchgang nur noch Wiesbach . "Mir ist es vorgekommen, als hätten wir einen Mann mehr auf dem Platz und nicht der Gegner", sagte Carsten Ackermann, dessen Mannschaft einen Angriff nach dem anderen Richtung Gästetor rollen ließ.

Doch der Ausgleich wollte einfach nicht fallen. Engin Yalcin (50.) und Angelo dal Col (66.) scheiterten an SCH-Schlussmann Sebastian Grub. Schüsse von Jannik Schliesing (60.) und Jan Stutz (63.) wurden noch entscheidend abgefälscht. Karsten Rauber verfehlte das Tor per Kopf um Haaresbreite (68.). Und auch Michael Fritsch brachte den Ball nicht im Kasten unter (88.). Auf der Gegenseite verlebte Julian Wamsbach einen ruhigen Abend. Nur einmal musste Wiesbachs Torwart bei einem Schuss vom Lucas Oppermann eingreifen (57.).

Nach der ersten Saison-Niederlage gab es bei den Herthanern hängende Köpfe - aber immerhin Lob von Hauensteins Trainer Jürgen Kohler: "Respekt vor der Leistung Wiesbachs. Ich glaube nicht, dass viele Mannschaften hier drei Punkte mitnehmen werden", sagte der Weltmeister von 1990. Hertha-Trainer Heiko Wilhelm meinte: "Ich muss meiner Mannschaft für ein geiles Spiel danken. Die Jungs sind jetzt enttäuscht. Aber ich habe in den Gesichtern auch schon wieder Entschlossenheit gesehen. Wir wollen jetzt schnell wieder in die Erfolgsspur zurückkehren."

Die Gelegenheit dazu hat Wiesbach schon am heutigen Dienstag (19 Uhr) im Auswärtsspiel bei der Spvgg. Wirges.