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Entscheidung in der Nachspielzeit

Entscheidung in der Nachspielzeit

85 Minuten lang musste Oberligist FC Hertha Wiesbach gegen die U21 der SV Elversberg zu zehnt spielen. Trotzdem hatten die Gastgeber Chancen zum Sieg – und standen aber am Ende eines für sie bitteren Abends mit leeren Händen da.

Die Oberliga-Fußballer der SV Elversberg II feierten am Freitagabend noch Minuten nach dem Abpfiff ausgelassen auf dem Kunstrasen im Wiesbacher Prowinstadion. Die überschäumende Freude war verständlich. Denn die SVE hatte überraschend mit 2:1 beim FC Hertha Wiesbach gewonnen und damit eine starke Reaktion auf die 2:8-Heimklatsche aus der Vorwoche gegen den TSV Schott Mainz gezeigt.

Der Auswärtssieg wurde in der fünften Minute allerdings von den Wiesbachern selbst begünstigt. Nach einem hohen Ball war die Hintermannschaft der Hertha ungeordnet. SVE-Stürmer Samed Karatas stand plötzlich allein vor dem Tor und war von Innenverteidiger Marius Neumeier nur mit einem Foul zu stoppen. Die Konsequenz: Rot für Neumeier und Elfmeter für die SVE. Den Strafstoß verwandelte Hendrik Schmidt flach links.

In der Folge drängte Wiesbach vor 320 Zuschauern in Unterzahl auf den Ausgleich, während Elversberg aus einer defensiven Grundordnung auf Konter setzte. Moritz Koch (9. Minute) und Karatas (17.) hätten auf 2:0 erhöhen können, auf der anderen Seite verpassten die Wiesbacher Jannik Schliesing (15.) und Carsten Ackermann (19.) den Ausgleich. Spätestens nachdem Wiesbachs Linksaußen Angelo dal Col SVE-Torhüter Felix Schmelzer nach 29 Minuten zu einer Glanztat zwang, war der FC die bessere Mannschaft. Der Ausgleich lag nun in der Luft, doch Elversberg rettete den Vorsprung in die Pause.

Recktenwald trifft

SVE-Trainer Timo Wenzel schien in der Kabine die richtigen Worte gefunden zu haben, denn die Gäste kamen mit neuem Schwung aus der Kabine. In der 52. Minute war Elversbergs Antonyos Celik auf Linksaußen nicht zu halten, doch Hertha-Torwart Julian Wamsbach parierte stark. Im Gegenzug fiel der Ausgleich. Wiesbachs Stürmer Björn Recktenwald traf mit einem platzierten Flachschuss ins linke Eck (53.).

Die Hausherren wollten nun mehr, doch dal Col vergab die größte Chance, als er eine Flanke aus kurzer Distanz übers Tor feuerte (66.). Die Hertha spielte mit zehn Mann weiter auf drei Punkte - stand aber am Ende mit leeren Händen da. Denn in der Nachspielzeit verlor Wiesbach den Ball in der Vorwärtsbewegung. Der eingewechselte SVE-Stürmer Mitchell Hunter blieb vor Wamsbach eiskalt und erzielte das Siegtor.

"Es war schwer, die Jungs nach dem 2:8 letzte Woche wieder aufzubauen. Aber heute haben sie Willen gezeigt und sich als Team präsentiert", jubelte SVE-Trainer Timo Wenzel, der freilich zugeben musste: "Dass wir 85 Minuten ein Mann mehr auf dem Platz waren, hat man nicht gesehen."

Kürzer fiel der Kommentar von Hertha-Trainer Heiko Wilhelm aus: "Zum heutigen Spiel möchte ich am liebsten gar nichts sagen." Kapitän Carsten Ackermann meinte: "Die Niederlage haben wir nur uns selbst zuzuschreiben."