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Eingetretene Tore und fliegende Ski

Eingetretene Tore und fliegende Ski

„Eine Schande für den Fußball“ und „eine bodenlose Frechheit“. Angesichts des Verhaltens der Koblenzer Fans geriet das Sportliche am Samstag bei der 0:1-Heimniederlage des FC Hertha Wiesbach gegen die TuS Koblenz in den Hintergrund.

Der FC Hertha Wiesbach hat sein Heimspiel in der Fußball-Oberliga gegen die Turn- und Spielvereinigung Koblenz am Samstag unglücklich mit 0:1 verloren. Das Gastspiel der Koblenzer wird in Wiesbach allerdings nicht hauptsächlich wegen der verlorenen drei Punkte in unangenehmer Erinnerung bleiben. Schaden im Wert von 4000 Euro hinterließen die Gäste allein an der Zaunanlage des Prowin-Stadions. Zaunpfosten wurden verbogen oder gleich ganz aus ihrem Fundament gerissen.

Dabei hielt sich der Großteil der rund 80 Koblenzer Fans gar nicht im Stadion selbst auf. 40 der in Bussen angereisten und zum Teil stark alkoholisierten Gäste-Fans wollten sich offenbar den Eintritt sparen und verfolgten die Partie von draußen. Die Begegnung schien dabei allerdings nur am Rande zu interessieren. Die TuS-Anhänger fielen neben obszönem Verhalten vor allem dadurch auf, dass sie die nähere Umgebung unsicher machten. Unter anderem wurden in der Oberen Landstuhlstraße Tore eingetreten. Vermutlich, um sich so Zugang zu anderen Bereichen des Stadions zu verschaffen.

Das Ganze gipfelte darin, dass einige Koblenzer Fans Gegenstände auf das Tribünendach, in den Stadion-Innenraum und auf das Spielfeld warfen. Darunter auch einen Ski (!), der nach Angaben von Wiesbachs Sportvorstand Helmut Berg nur knapp einen Menschen verfehlte.

Als "Schande für den Fußball" und "bodenlose Frechheit", empfand Berg das Verhalten der Gästefans. Er ergänzte: "Mein Dank gilt der Polizei und dem eingesetzten Ordnungsdienst. Ohne sie hätte das noch viel schlimmer enden können."

Fußball wurde in Wiesbach auch noch gespielt. Vor 300 zahlenden Zuschauern gingen die Gäste nach 14 Minuten in Führung. Nach einem Angriff der Koblenzer über rechts schien der Ball schon ins Aus zu trudeln. Doch das Leder sprang von der Eckfahne zurück zu einem TuS-Spieler, der das 1:0 durch Akiyoshoi Saito vorlegte. "Koblenz setzt in der Situation nach und wir nicht - ein saudummes Gegentor", meinte Wiesbachs Kapitän Carsten Ackermann.

Im Anschluss übernahm der FC Hertha die Spielkontrolle. Die größte Chance vergab Angelo dal Col, der eine Flanke von Patrick Ackermann am langen Pfosten volley über das Tor schoss (42. Minute). Im zweiten Durchgang hatte Wiesbach gegen passive Koblenzer noch zwei gute Chancen: Dal Cols Volleykracher aus 16 Metern wurde von einem TuS-Verteidiger vor der Torlinie geklärt (57.). Matthias Krauß scheiterte nach 77 Minuten aus kurzer Distanz an Gäste-Torwart Sebastian Patzler. Das End-Ergebnis geriet allerdings zu einer Randnotiz: "Die Niederlage ist zwar bitter. Aber was sich die Koblenzer Anhänger geleistet haben - das vermiest einem so richtig die Freude am Fußball", lautete das Fazit von Berg.