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Matthias Marx verabschiedet
Eine letzte Messe mit Matthias Marx

Zum offiziellen Abschied zelebrierte Pastor Matthias Marx noch einmal den Gottesdienst in seiner Pfarrei St. Sebastian in Eppelborn.
Zum offiziellen Abschied zelebrierte Pastor Matthias Marx noch einmal den Gottesdienst in seiner Pfarrei St. Sebastian in Eppelborn. FOTO: Merkel Carolin / Carolin Merkel
Eppelborn. Der Pastor hat seiner Pfarrkirche Eppelborn nach fast 25 Jahren Ade gesagt. Nun wirkt er als „Erkunder“ im Bistum. Von Carolin Merkel

Noch einmal zog Pastor Matthias Marx in die Pfarrkirche ein, in der er fast 25 Jahre lang zu Hause war. Der 1954 geborene Seelsorger, der im Juli 1980 zum Priester geweiht wurde, war seit dem 24. Februar 1993 in Eppelborn tätig, wirkte seit Juli 2012 zudem als Dechant im Dekanat Illingen. Nun macht er sich auf zu neuen Wegen. „Ich gehe nicht mit einem lachenden und einem weinenden Auge, ich gehe meinen Weg“, erklärte Marx.


Komplett gefüllt bot die Pfarrkirche St. Sebastian mit den zahlreichen Mitzelebranten und Ministranten, dazu dem Kirchenchor, am Sonntag den würdigen Rahmen für den offiziellen Abschiedsgottesdient. Er sei der letzte Pastor für Eppelborn, das stehe außer Frage, ab dem 1. Januar 2020 werde es eine Pfarrei mit Lebach geben. Man stehe vor dem Beginn der Pfarrgemeinde der Zukunft, betonte Marx. Am Ende der Heiligen Messe dankte Marx allen Akteuren, aber auch all jenen, die zur Messe gekommen waren – insbesondere denjenigen, „die immer kommen“.

Das zeichnet Matthias Marx aus: Offen und ehrlich geht er mit seinen Mitchristen um. Ob er eine gut aufgestellte Pfarrgemeinde in Eppelborn zurücklässt, liege, erklärte er, vor allem an den Menschen in der Pfarrei selbst. „Ich bitte alle, Verantwortung zu übernehmen. Sehen Sie die Zeit der Vakanz nicht als Durststrecke, sondern als entscheidende Zeit an, um zu sehen, was in St. Sebastian wirklich lebendig ist“, erklärte Marx.

Die Menschen in der Pfarrei seien dafür verantwortlich, die Gemeinde mit Leben zu füllen. Wie das gehen kann, das erforscht Marx bereits seit Anfang des Jahres als Erkunder im Bistum Trier. Die Aufgabe, ausgerufen durch den Bischof, ausgelöst von der Synode, sagt Marx, sei das Werkzeug gegen das Aussterben der Kirche: „Das war einfach notwendig, damit die Kirche nicht an die Wand fährt.“ Bisher, erzählte er, habe er in den vergangenen Wochen positive Erfahrungen als Erkunder gemacht, sei überall sehr gut aufgenommen worden. „Sicher, es kommt darauf an, wer von der Kirche zu den Leuten kommt. Aber ich habe schon ein gutes Gefühl dabei“, so Marx. Während er zu 40 Prozent als Erkunder unterwegs sein wird, sind 60 Prozent seiner Arbeitszeit als Koordinator in der Pfarreiengemeinschaft Schwalbach vorgesehen.

Bereits in seiner Predigt im Gottesdienst hatte Marx den Kirchenbesuchern einen interessanten Denkanstoß mit auf den weiteren Weg gegeben. „Wenn von zehn Söhnen neun ihr Zuhause verlassen und nur einer bleibt, dann muss man neu überlegen, wer nun der verlorene Sohn ist“, sagte er in Anlehnung an das Buch von Erik Flügge „Eine Kirche für viele“. Etwa 90 Prozent der Katholiken, weiß Marx, nehmen nicht am aktiven Gemeindeleben teil. „Diese Zahl kann man auch auf Eppelborn übertragen.“ Er ermutigte seine ehemaligen Mitchristen in Eppelborn, sich ebenfalls als eine Art Erkunder auf den Weg zu machen, zu den Menschen zu gehen. „Wir haben nicht viel Zeit, machen wir uns auf den Weg, Gott bei den Menschen zu suchen“, so sein Appell.