Ein nicht ganz verdienter Sieg

Bittere Niederlage für Völklingen, glücklicher Sieg für Wiesbach. In der Fußball-Oberliga hat Hertha Wiesbach gegen seinen Lieblingsgegner Röchling Völklingen mit 2:1 gewonnen. Das entscheidende Tor fiel kurz vor Schluss.

Der FC Hertha Wiesbach entwickelt sich für den SV Röchling Völklingen mehr und mehr zu einem Angstgegner. Am Freitagabend behielt Wiesbach im Spiel der beiden Fußball-Oberligisten mit 2:1 (1:0) die Oberhand und hat damit fünf der letzten sechs Partien gegen die Hüttenstädter gewonnen.

Für den jüngsten Sieg benötigte der FC Hertha allerdings eine gehörige Portion Glück. Denn im Heimspiel vor 350 Zuschauern gegen den SV Röchling waren es die Gäste, die in der ersten Halbzeit den Ton angaben. Bereits nach sieben Minuten traf Völklingens Murat Adigüzel nach einer Ecke die Latte. Den Nachschuss klärte die Wiesbacher Abwehr auf der Linie. Die Gäste wirkten in der Anfangsphase wacher und spritziger - in Führung ging aber überraschend der FC Hertha. Jeremy Groß erkämpfte sich im Mittelfeld den Ball. Linksaußen Angelo dal Col schlug eine satte Flanke, die Völklingens Christian Frank unglücklich ins eigene Tor abfälschte (14. Minute). Der SV blieb aber die bestimmende Mannschaft und drängte umgehend auf den Ausgleich. Doch Sammer Mozain traf nur den Außenpfosten (41.). "Wir führen zur Halbzeit 1:0 und wissen eigentlich nicht warum", musste Hertha-Trainer Heiko Wilhelm zugeben, während Völklingens Übungsleiter Günther Erhardt von einer "höchst unglücklichen ersten Hälfte" sprach.

Nach dem Seitenwechsel belohnte sich der SV Röchling dann für seinen hohen Aufwand. Nach Foul von Wiesbachs Groß an Völklingens Athanasios Noutsos entschied Schiedsrichter Tobias Hauer auf Strafstoß. Sammer Mozain verwandelte sicher (48.). Der Ausgleich schien den FC Hertha wachzurütteln, denn im Anschluss war die Heimelf besser im Spiel. Stürmer Björn Recktenwald hämmerte ein Zuspiel von Matthias Krauß knapp am Völklinger Tor vorbei (52.), und Verteidiger Sebastian Lück scheiterte mit einem Freistoß aus 22 Metern (70.). Auf der Gegenseite hatten Mozain (66.) und Noutsos (75.) die Führung für die Gäste auf dem Fuß. Die entscheidende Szene ereignete sich kurz vor Schluss: Völklingens Idir Meridja leistete sich im eigenen Strafraum auf Höhe der Torauslinie eine ungeschickte Grätsche gegen Wiesbachs Marcel Noll. Der nahm den kurzen Kontakt dankend an und sank zu Boden. Wieder gab es Elfmeter. Björn Recktenwald traf oben links zum 2:1 (86.). "So ein Tor dürfen wir kurz vor Schluss nicht bekommen. Da fehlt mir die nötige Cleverness. Wir hatten mindestens einen Punkt verdient", stöhnte SV-Trainer Erhardt. Heiko Wilhelm analysierte: "Völklingen hat unsere Pass-Wege gut zugestellt und uns in der Offensive nicht zur Entfaltung kommen lassen. Wir freuen uns über die drei Punkte, auch wenn sie sicher nicht ganz verdient sind."