Ein inneres Bedürfnis, zu helfen

Ein inneres Bedürfnis, zu helfen

Bubach-Calmesweiler. Vom ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau stammt das Zitat: "Ohne Ehrenamt erfriert unsere Gesellschaft." In jeder Gemeinde gibt es zahlreiche Helfer, die sich auf unterschiedlichen Gebieten unentgeltlich in den Dienst der Allgemeinheit stellen

Bubach-Calmesweiler. Vom ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau stammt das Zitat: "Ohne Ehrenamt erfriert unsere Gesellschaft." In jeder Gemeinde gibt es zahlreiche Helfer, die sich auf unterschiedlichen Gebieten unentgeltlich in den Dienst der Allgemeinheit stellen. Zu ihnen zählt auch Helmut Zangerle, der mit handwerklichem Geschick schon viele Plätze in Eppelborn verschönert hat."Wenn ich durch die Ortschaft gehe und sehe, dass etwas verkommt, ist es mir einfach ein Bedürfnis, etwas zu unternehmen", sagt der pensionierte Bergmann. Unter anderem hat er in den letzten Jahren acht Wegekreuze saniert, die jetzt wieder als solche wahrgenommen werden. Darunter auch das aus dem Jahr 1737 stammende und somit älteste Wegekreuz in der Gemarkung Bubach-Calmesweiler, das von seinem ehemaligen Standort an der B10 in die Ortsmitte umgesetzt wurde."Das Kreuz wurde schon mehrmals beschädigt, aber jetzt habe ich es mit Flacheisen befestigt." Zangerle, den viele kurz Emmi rufen, verdankt so mancher Spaziergänger auch seine gemütliche Rast. Rund vierzig Ruhebänke hat der 72-jährige gefertigt und in der Gemeinde aufgestellt. Eine davon steht an der Bushaltestelle auf dem Brunnenplatz vorm Schloss-Buseck. Mit Hilfe des CDU-Ortsverbandes hat er den Brunnenplatz wieder auf Vordermann gebracht und kümmert sich seither um dessen Pflege. Besonders gerne engagiert sich Helmut Zangerle für die Kinder in den Kindertagesstätten. Pumuckl, Tigerenten, Schlümpfe, Holzbänke und Stühle, sowie etliche Spielzeuge hat er schon für die Kitas gebaut. "Die Leute fragen mich oft, ob ich nicht auch mal für sie das ein oder andere Möbelstück bauen könnte, aber das mache ich nicht. Ich habe so schon genug zu tun", lacht er. Überall in seiner Werkstatt stehen kleine Nikoläuse aus Holz, die Zangerle an Kindergärten verschenkt. "Die können sie auf den Weihnachtsmärkten verkaufen und den Erlös behalten", sagt er und holt eine Holzklapper, auch Ratsche genannt hervor, mit der die Kinder in der Karwoche durch die Straßen ziehen. Auch davon hat er schon Hunderte gebaut und verschenkt. Und wenn sich in seinem Bekanntenkreis Nachwuchs ankündigt, wird auch noch ein Klapperstorch aus Holz gebastelt. Obwohl er sich vorgenommen hat, künftig etwas kürzer zu treten, hat er schon einige Stellen und Wegekreuze ins Auge gefasst, die er gerne verschönern möchte, wie er bei einer Fahrt durch Bubach-Calmesweiler erzählt."An Arbeit mangelt es mir wirklich nicht. Ich bin aber auch ganz froh darum, denn das hält mich fit." Sein ehrenamtliches Engagement wurde vor vier Jahren von hoher Stelle honoriert, als Ministerpräsident Peter Müller ihm die Bundesverdienstmedaille überreichte. "Es ist mir ein Anliegen, dass die Leute etwas sorgfältiger mit den Dingen umgehen. Die Wegekreuze zum Beispiel sind Zeitdokumente die geachtet und deren Standorte gepflegt werden sollten", sagt Helmut Zangerle. "Ich lebe gern in Eppelborn, weil man alle schönen Orte und Städte im schönsten Bundesland der Welt von hier gut erreichen kann."Christian Schäfer, 25

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