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Ein idyllischer Ort für Mensch und Tier

Ein idyllischer Ort für Mensch und Tier

In einer Sommer-Serie stellt die SZ Weiher im Kreis Neunkirchen vor. Als fünftes von zwölf Stillgewässern ist der Wallenborn-Weiher in Wiesbach an der Reihe. Hier sorgt ein Gotteshaus in beschaulicher Naturlandschaft für Momente der Besinnung.

Abends singt die Nachtigall, tagsüber quaken die Enten. Idyllischer geht es eigentlich kaum. Es mag deshalb an den hohen Temperaturen gelegen haben, dass am Freitagmorgen kaum jemand am Wallenborn-Weiher im Eppelborner Ortsteil Wiesbach anzutreffen war. Selbst den Fischen wurde es hier vor einigen Wochen zu heiß. Weil der Wallenborn-Bach, aus dem der Weiher sein frisches Wasser bezieht, ausgetrocknet war, musste die Feuerwehr anrücken und das Gewässer mit sauerstoffreicher Flüssigkeit versorgen.

Für den Menschen gilt hier bei Hitze: Lieber am Nachmittag vorbeikommen. Denn dann hat ab 16 Uhr auch die Fischerhütte mit Gastronomie geöffnet. Erreichbar ist das Naherholungsgebiet von Neunkirchen aus mit dem Auto innerhalb von 20 Minuten. Am Weiher angekommen, lockt das Plakat mit der Aufschrift "Jetzt ein Eis" auf die gemütliche Hüttenterrasse. "Der Grusel-Becher ist der Kracher", schwärmt Pächterin Britta John über das Kindereis mit Schauder-Flair, das sie hin und wieder jüngeren Gästen anbietet. Doch bekannt ist die Fischerhütte, die dem Angelsportverein Wiesbach gehört und von Familie John samt Weiher gepachtet wird, für das saarlandweit einzigartige "Hundefrühstück". Seit anderthalb Jahren treffen sich hier jeden Mittwoch Herrchen und Frauchen mit ihren Schützlingen. Die Hundebesitzer genießen das Frühstücksbüffet, und für die Vierbeiner gibt es jede Menge Leckerli.

Und das Terrassen-Panorama hat es in sich: ein zweckentfremdetes Boot als Blumen-Beet, ein Gewässer samt Schilf und Seerosen und eine Sitzbank zum Entspannen. Raum für Einkehr bietet auch eine nah am Weiher gelegene Kapelle. Den Kreuzweg, der zur Kapelle führt, säumen 14 Steintafeln, die die Kreuzigung von Jesus Christus abbilden. "Das ist ein spiritueller Ort", sagt Christel Wagner, die das Gewässer jeden Freitag nach dem Reha-Training aufsucht. "Dann gehe ich immer an die Wallenbornquelle und mache mir den Hals nass. Das soll gegen Erkältung helfen", sagt die Dirmingerin.

Tatsächlich werden der Quelle unterhalb der Valentinus-Kapelle heilende Kräfte nachgesagt. Ihr verdankt das Gebiet auch seinen Namen: Wallenborn bedeutet "wallende, brodelnde Quelle". Das Gotteshaus, auch als Wallenborn-Kapelle bekannt, stammt aus dem 18. Jahrhundert. Der Weiher selbst wurde in den 80er Jahren angelegt. Die wanderbegeisterte Christel Wagner lässt nach eigenen Angaben keine Route aus. Sie empfiehlt den Wanderweg von der Wallenborn-Kapelle zur von dort aus südwestlich gelegenen Vogelsborn-Kapelle in Heusweiler. Zu Fuß ist es etwa eine Stunde. "Das ist ja nicht so weit", sagt Wagner und zeigt die Strecke auf ihrem Faltplan. Im Jahre 2001 wurde der Wallenborn-Weiher grundlegend erneuert und wieder in einen naturnahen Zustand gebracht. Heute umfasst der kleine See 3000 Quadratmeter. Auch Angler tummeln sich gerne hier, um ihre Forellen, Zander und Rotaugen zu fangen. Das vielfältige Ökosystem im Kleingewässer weiß auch Spaziergängerin Wagner zu schätzen. Vor einiger Zeit seien hier zwei Schildkröten ausgesetzt worden, verrät Pächterin John. Ihnen erging es so, wie es auch vielen Menschen ergeht, die auf das Stillgewässer stoßen. "Sie wollen hier gar nicht mehr weg", sagt die Naturliebhaberin und lacht.

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Auf einen BlickAusflugsziel: Wallenborn-Weiher mit Fischerhütte in Wiesbach . Anfahrt: Über die Autobahn 8 in Richtung Illingen, dann auf der Autobahn 1 Ausfahrt 142-Illingen nehmen. Über Humes Kreuz und Wallenbornstraße auf die Landstraße 141. Das Naherholungsgebiet Wallenborn ist ausgeschildert. In der Nähe: Fischerhütte mit Gastronomie, Grillmöglichkeit, Wallenborn-Kapelle mit Quelle, Kreuzweg und Wanderwege. faa