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Eben geschlüpft und schon ein Star

Eben geschlüpft und schon ein Star

Frisch geschlüpfte Küken, flauschige Kaninchen und vom Aussterben bedrohte Schafe – all das konnten Besucher der Tierkinderausstellung in der Wiesbachhalle sehen. Doch nicht nur Gucken, auch Anfassen war erlaubt.

. Ein Blick auf die geplünderte Kuchentheke am frühen Nachmittag verriet: Mit so viel Andrang hätte selbst der Vereinsvorsitzende Winfried Woll aus Wiesbach nicht gerechnet. Zum zweiten Mal hatte der Zuchtverein für Rassekaninchen in Zusammenarbeit mit dem befreundeten Verein aus Uchtelfangen zur Tierkinderausstellung in die Wiesbachhalle eingeladen. Der Besucherandrang fiel noch größer als bei der Premiere im Vorjahr aus. Vor allem Familien mit Kindern, aber auch ältere Menschen hatten sich aufgemacht, um das Wunder des Lebens zu bestaunen.

Dieses konnten die Besucher hautnah bei den drei Eiern im Brutkasten erleben. Sie wiesen bereits kleine Löcher auf, es schien nur noch eine Frage der Zeit, bis das erste Küken schlüpfte. Diesen "Geburtsvorgang " hinter sich gebracht hatten die ein Tag alten Küken, die gleich nebenan einen Platz unter der wärmenden Lampe gefunden hatten. Sie waren die Stars am Sonntagnachmittag, als sie sich zum ersten Mal streckten und die ersten Geh- und Pickversuche machten. Aber nicht nur die allerjüngsten Tierkinder zogen die Gäste an, auch die Zeitreise, die mit den 14 Tage alten Küken und nach knapp einem Jahr ausgewachsenen Hühnern samt Hahn in der Halle aufgezeigt wurde, sowie eine Ausstellung mit unterschiedlichen Eiern, waren ein weiterer Blickfang.

Gar nicht genug Streicheleinheiten konnten bei den Kaninchenmamas mit ihren Jungen untergebracht werden. Hier wurden selbst Emily, zwölf Jahre, und ihre kleine Schwester Louisa schwach. Zwar habe sie zu Hause selbst zwei Kaninchen , wie Emily verriet, doch die vier Wochen alten Jungtiere der Rasse Deilenaar hatten es ihnen angetan. Sie gehören dem Vorsitzenden Woll. Auch er, seit 1962 bereits eifriger Kaninchenzüchter, bekennt, dass es die ganz besonderen Momente seien, wenn ihm der Tiernachwuchs das erste Mal aus großen Augen anschaut. Auch nach mehr als fünf Jahrzehnten kann sich Woll ein Leben ohne Kaninchenzucht nicht vorstellen.

Ergänzt wurde die Ausstellung mit einer Schau vom Aussterben bedrohter Nutztiere. Allen voran das Skudde Schaf aus der Zucht von Karl-Josef Jochem aus Uchtelfangen. Auch in diesem Jahr hatte er neben dem Muttertier ein vier Wochen altes Lamm mitgebracht, das von der Mutter keine Sekunde aus den Augen gelassen wurde.

Nicht nur bei den Ausstellern, auch unter den Gästen waren viele Tierhalter. So etwa Familie Schaack aus Uchtelfangen. "Wir haben selbst Hühner, Kaninchen und Bienen. Doch der Ausflug hier zu den Tierkindern kommt bei dem durchwachsenen Wetter wie gerufen", erklärte Kerstin Schaack.