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Figurentheatertage in Eppelborn
Der Hundertjährige, der die Bühne des Big Eppel betritt

Die Geschichte des Höhlenkindes wird vom Fliegenden Theater aus Berlin erzählt.
Die Geschichte des Höhlenkindes wird vom Fliegenden Theater aus Berlin erzählt. FOTO: Anneliese Wark
Eppelborn. Vom 9. bis 16. März finden die 29. Eppelborner Figurentheater-Tage statt. Vorverkauf gestartet. Von Heike Jungmann

Na, das ist mal ein Versprechen: „Mit den Eppelborner Figurentheater-Tagen beginnt der Frühling“, meint Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset optimistisch. Vom Termin her würde es ja passen. Die 29. Auflage des Festivals findet vom 9. bis 16. März statt. Die Verwaltungschefin und Kulturamtsleiter Aloysius Scholtes stellten an einem kalten Wintertag ein spannendes, anregendes und sogar poetisches Programm für alle Generationen in Aussicht.


Wer bei „Figurentheater“ zunächst an „Kaschperletheater“ denkt, hat in Eppelborn die Gelegenheit, alle Vorurteile über Bord zu werfen. Wird hier doch eine große Bandbreite an modernem Figurentheater aus ganz Deutschland gezeigt. Seien es Tischfiguren, Handpuppen, Marionetten, Videoprojektionen, Schauspiel, Live-Musik und vieles mehr. Mit Live-Musik wartet auch die Bühne Cipolla aus Bremen auf, die am 9. März im Big Eppel das Festival mit dem Stück Michael Kohlhaas nach Heinrich von Kleist eröffnet. „Ein sehr aktuelles Thema, ein Spiegelbild unserer Gesellschaft“, findet die Bürgermeisterin. Kleist zeichne in seiner Novelle das Bild einer zwischen blindem politischen Aktionismus und kaltem Kalkül schwankenden, hysterischen Gesellschaft. In dieser „sehr modernen Aufführung“, die von der Kritik hoch gelobt wurde, wie Scholtes weiß, werde mit Handpuppen, Großfiguren, Schauspiel und eben Musik gearbeitet. Es sei schwierig, gerade zur Eröffnung das Passende zu finden, verrät Scholtes. Vor allem die treuen Festivalbesucher erwarten natürlich etwas Besonderes.

„Locker und amüsant“ werde es dann am Samstag, 10. März. Der Bestseller „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ wird vom Theatrium Steinau auf die Bühne des Big Eppel gebracht. Jugendliche und Erwachsene sollen ihre Freude an der Geschichte von Jonas Jonasson haben, die in einer phantasievollen Ausstattung und mit vergnügt-deftiger Musik präsentiert wird. Tischfiguren, Schattenspiel, Schauspiel und Video nutzen die Steinauer für diese Aufführung. Die muntere Truppe aus Hessen wird außerdem am Sonntag, 11.März, Kinder ab vier Jahren mit „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ unterhalten, sowie am Montag, 12. März, Kinder ab drei Jahren mit dem Stück „Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab“ nach Sam McBratney. Der kleine Hase begleitet die jüngsten Zuschauer durch eine Welt mit viel Gefühl und Poesie.

Am Dienstag, 13. März, stehen vier Vorstellungen auf dem Programm. Das Puppentheater Drehwurm aus Hürth ist um 9 und um 10.30 Uhr im Big Eppel mit der Inszenierung „Der kleine Rabe Socke“ nach Nele Moost und Annet Rudolpf zu sehen. In der Borrwieshalle Dirmingen führt um 10 Uhr die Wolfsburger Figurentheater Compagnie das Wildwest-Abenteuer „Cowboy Klaus und sein Schwein Lisa“ auf. Dies sei ein facettenreiches Wild-West-Abenteuer mit viel Situationskomik, anspruchsvoll umgesetzt für die Figurentheaterbühne, macht Scholtes Appetit.

Ausgezeichnet mit dem Ikarus-Preis des JugendKulturService Berlin 2016 wurde „Das Höhlenkind“, mit dem das Fliegende Theater Berlin am 14. und 15. März im Big Eppel gastiert. Kinder ab sechs Jahren können hier die Geschichte eines Jungen aus einer Urmenschensippe verfolgen. Diese Vorstellungen sind allerdings bereits ausverkauft. Zauberhaft wird es am 14. März in der Kindertagesstätte Hierscheid,, wenn das Theater Knuth aus Holzheim „Prinzessin Piparella und die 24 Ritter“ zum Leben erweckt. In der Schulturnhalle Wiesbach zeigt das Seifenblasen-Figurentheater Meerbusch am 15.März den „Kleinen Drachen Wütebrecht.“ Ein Selbstläufer dürfte das Stück „Oh wie schön ist Panama“ nach Janosch werden. Das Figurentheater Künster lädt dazu Kinder ab drei Jahren in den Big Eppel ein. Eine „bitterböse Satire“ wird den Abschluss der Eppelborner Figurentheatertage bilden. Am 16. März wird um 20 Uhr das marotte-Tournee-Ensemble aus Karlsruhe „Er ist wieder da“ nach Timur Vermes interpretieren. Menschen ab 16 Jahren können hier verfolgen, wie Adolf Hitler, aufgewacht nach seinem Tod, eine neue Medienkarriere startet.



„Wir versuchen, die gesamte Bandbreite des Figurentheaters zu zeigen“, sagt Aloysius Scholtes. Über 60 000 Besucher haben sich in den vergangenen 28 Jahren in dessen Bann ziehen lassen. Zu sehr moderaten Preisen, denn dank Sponsoren können die Eintrittspreise seit Jahren auf sechs Euro für Erwachsene und vier Euro für Kinder gehalten werden. Lediglich für „Michael Kohlhaas“ (12 Euro) und „Der Hundertjährige“ (10 Euro) zahlen die Erwachsenen etwas mehr.

„Ich bin wirklich gespannt, wie die Besucher auf die Stücke reagieren werden“, freut sich Aloysius Scholtes auf die Tage im März. Und die Bürgermeisterin will im Altenheim für das Stück „Der Hundertjährige“ werben. „Das könnte doch ein Höhepunkt im Alltag der Senioren werden.“

Vorverkauf: Rathaus Eppelborn, Bürgerinformation, Tel. (0 68 81) 96 91 00, Big Eppel, Tel. (0 68 81) 8 96 06 81.

„Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab?“ heißt die Hasengeschichte vom Theatrium Steinau im Pfarrsaal Humes.
„Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab?“ heißt die Hasengeschichte vom Theatrium Steinau im Pfarrsaal Humes. FOTO: Anneliese Wark
„Kleiner Drache Wütebrecht“ wird vom Seifenblasen-Figurentheater/Meerbusch in der Schulturnhalle Wiesbach gezeigt.
„Kleiner Drache Wütebrecht“ wird vom Seifenblasen-Figurentheater/Meerbusch in der Schulturnhalle Wiesbach gezeigt. FOTO: Anneliese Wark
„Er ist wieder da“ ist eine bitterböse Satire des marotte-Tournee-Ensembles zum Abschluss der Figuren-Theater-Tage im Big Eppel.
„Er ist wieder da“ ist eine bitterböse Satire des marotte-Tournee-Ensembles zum Abschluss der Figuren-Theater-Tage im Big Eppel. FOTO: Anneliese Wark
Das Theater Knuth/Holzheim nimmt die Zuschauer in der Borrwieshalle mit, wenn „Pumuckl das große Los zieht.“
Das Theater Knuth/Holzheim nimmt die Zuschauer in der Borrwieshalle mit, wenn „Pumuckl das große Los zieht.“ FOTO: Anneliese Wark
„Oh wie schön ist Panama“ spielt das Figuren-Theater-Künster (links); „Der kleine Rabe Socke“ das Puppentheater Drehwurm/Hürth.
„Oh wie schön ist Panama“ spielt das Figuren-Theater-Künster (links); „Der kleine Rabe Socke“ das Puppentheater Drehwurm/Hürth. FOTO: Anneliese Wark
 -+- 29. Eppelborner Figurentheater-Tage 2018
-+- 29. Eppelborner Figurentheater-Tage 2018 FOTO: Anneliese Wark
„Prinzessin Piparella und die 24 Ritter“ sind in der Kindertagesstätte Hierscheid zu Gast.
„Prinzessin Piparella und die 24 Ritter“ sind in der Kindertagesstätte Hierscheid zu Gast. FOTO: Anneliese Wark