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Der Habacher Karnevalsvereins ist sehr erfolgreich

Habacher Karnevalsverein Dat gibt’s nur ämo : Klein, fein und sehr erfolgreich

Es gibt 31 Fastnachtsvereine im Landkreis Neunkirchen. Zuzüglich der Neunkircher Karnevalsausschuss (NKA) als Dachverband über acht Neunkircher Vereine. Sie teilen sich auf in zwei Regionalbezirke: Neunkirchen-Sulzbachtal und Illtal. Auch für die Fastnachter ist die Pandemie-Zeit besonders schwer: keine Umzüge, keine Kappensitzungen. Aber die Fastnacht lebt dennoch. Deshalb stellen wir in unserer Serie die Vereine vor. Heute: Der Habacher Karnevalsverein Dat gibt’s nur ämo.

Wenn eins gewiss ist: Nachwuchssorgen plagen den Habacher Karnevalsverein Dat gibt’s nur ämo gewisslich nicht. Nicht nur, dass es Garden für alle Altersstufen gibt, die Habacher sind ein so lustiges Völkchen, dass es hier neben den sieben Erwachsenen-Büttenrednern sechs unter 18-Jährige gibt, die in die Bütt steigen. Davon vier sogar unter 14 Jahren. „Nachwuchsarbeit wird bei uns groß geschrieben“, bestätigt dann auch der Presse-Verantwortliche Thomas Lösch im Gespräch mit der SZ. In Zahlen heißt das: 56 Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren sind Teil des insgesamt 205 Mitglieder zählenden Vereins.

Seit seiner Gründung im Jahr 1981 durch närrische 22 Habacher Bürger im Gasthaus Rech steigt die Zahl der Mitglieder stetig. Und das bei einer Einwohnerzahl von rund 700. Schon ein Jahr nach Vereinsgründung gab es die erste Gardegruppe, die erste Kindergarde ein Jahr später. Heute tanzen 20 Kinder in der Jugendgarde (vier bis zehn Jahre), acht Kinder in der Juniorengarde (elf bis 14 Jahre), acht Kinder und Jugendliche in der reinen Schautanzgruppe „Funky Donkeys“ (zwölf bis 16 Jahre) und zwölf in der Aktivengarde (ab 15 bis 27 Jahre). Die Gruppen trainieren immer einen Gardetanz und einen Schautanz ein. Wer das biblische Alter von 27 Jahren überschritten hat, der muss das Tanzbein nicht anderweitig beschäftigen: Dafür gibt es die Senioras.  Übrigens wird hier nicht nur für den eigenen Spaß und die närrische Gemeinde trainiert. Die Habacher Garden nehmen regelmäßig an den großen Turnieren teil. Im Normalfall sind das drei pro Jahr: Saarlandmeisterschaften, Dancefestivals und Ähnliches. Da tanzen die Damen aus dem kleinen Verein in der Gemeinde Eppelborn in Konkurrenz zu den großen Vereinen wie Homburg, Merzig, Saarbrücken, Saarlouis. Und das ausgesprochen erfolgreich. Vier vordere Plätze gab es so im Jahr 2018. Da holte beim 16. Dudweiler Saarland Tanzturnier die Habacher Aktivengarde den zweiten Platz im Gardetanz, desgleichen die Juniorengarde. Der Schautanz der Senioras belegte Platz drei. Beim 17. Schautanz Festival in Nalbach holte die Aktivengarde noch einen zweiten Platz, mit ihrem Schautanz dieses Mal. Im Folgejahr konnte die Aktivengarde in Dudweiler ihren zweiten Platz behaupten. Beim 16. Bilsdorfer Dancefestival 2019 kamen sie auf den dritten Platz, die Junioren auf den zweiten. „Wenn die Infrastruktur der dort teilnehmenden Vereine berücksichtigt wird, sind unsere Platzierungen herausragend“, weiß Lösch um die gute Arbeit von Trainern und Tänzerinnen.

Und natürlich ist in Habach auch für das tanzbegeisterte männliche Geschlecht gesorgt. Zehn Herren bilden die Männergarde, die jährlich einen Schautanz einstudiert. Männer, die lieber singen als tanzen, finden bei den Heroldsingers ihre fastnachtliche Heimat. 55 bis 75 Jahre alt sind die Sänger zurzeit. Ihr Name weist schon auf eine weiter Besonderheit bei den Habacher Narren hin: Ein Herold ist es, der den Verein repräsentiert. Er übernimmt die Aufgaben, die ansonsten Dreigestirn oder Prinzenpaar wahrnehmen. Aber das war es noch lange nicht, mit den Ungewöhnlichkeiten dieses erfolgreichen Vereins. Denn beim HKV gibt es auch keinen Elferrat. Die Vorstandsmitglieder tragen hier das Ordinat. „Für einen Elferrat wäre auch kein Platz in unserem Veranstaltungsraum“, erklärt Lösch. Denn der hat gerade mal 88 Sitzplätze und 15 Stehplätze und „dadurch eine ganz besondere Atmosphäre“. Bei Büttenreden sei es immer mucksmäuschenstill im Saale, jeder höre wirklich zu. Weil der Raum nicht so groß ist, gibt es pro Jahr drei Kappensitzungen, dazu kommt eine Kindersitzung. Und weil mit sechs Tanzgruppen, einer Gesangsgruppe und 13 Büttenrednern die Zahl der Aktiven ausgesprochen hoch ist, kann der Verein die Sitzungen mit rund 20 Programmpunkten locker aus den eigenen Reihen gestalten. Trotzdem gibt es zusätzlich immer den Auftritt eines weiteren Akteurs eines befreundeten Vereins.

Außerhalb der Fastnacht feiert der Verein in normalen Jahren drei Tage im Sommer sein Heroldsfest und mit dem Sportverein Habach zusammen ein Vatertagsfest.

Trainiert wird bei den Habachern zurzeit übrigens trotz Corona: Per Videochat nämlich. Wer gerne mal sehen will, wie das funktioniert, der kann sich auf der Website des Vereins umsehen. Die ist nicht nur informativ sondern auch ausgesprochen liebevoll gestaltet.

Auch die Allerkleinsten geben auf der Bühne alles und sehen nicht nur toll aus, sondern tanzen auch so. Foto: HKV/Michael Jungen
Junge Büttenredner hat die Habacher Fastnacht auch und zwar gleich mehrere. Foto: Thomas Lösch
Auch die Kostüme der Schautänzer sind jedes Jahr ein Hingucker. Foto: HBK/Michael Jungen
Die Büttenredner sind legendär, egal ob Bauarbeiter oder Brautpaar. Foto: HBK/Lösch
HKV Lösch Foto: Lösch

www.habacher-karnevalsverein.de