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Weihnachtsmarkt Dirmingen
Ein Hauch von Romantik am Lagerfeuer

Mittelalterlich präsentierte sich auch in diesem Jahr das Markttreiben an der Burg Borrwies.
Mittelalterlich präsentierte sich auch in diesem Jahr das Markttreiben an der Burg Borrwies. FOTO: Carolin Merkel
Dirmingen. Der mittelalterliche Weihnachtsmarkt in Dirmingen zog auch in diesem Jahr wieder viele Besucher an. Von Carolin Merkel

Uwe und Brigitte Wilhelm aus Saarbrücken waren am Samstagnachmittag bereits eine Stunde vor der offiziellen Eröffnung des Dirminger Weihnachtsmarktes zur Burg Borrwies gekommen. Bei der Nachfrage, warum sie denn nicht in Saarbrücken auf dem großen Markt am Schloss seien, sagte Uwe Wilhelm: „Dort gefällt es uns nicht. Hier ist ein schöner, kleiner, mittelalterlicher Markt, wo wir uns richtig wohl fühlen. Und wir treffen hier immer Mittelalterfreunde, es ist zugleich der Jahresabschluss für uns“. In mittelalterlichem Tuch gewandet, schlenderten die beiden, bestens fürs Erste mit Kaffee und Kuchen gestärkt, über den mit Stroh ausgelegten Festbereich zur wärmenden Feuerstelle.



„Seyd gegruesst“ – so stand es am großen Eingangstor zur Burg zu lesen. Die kam in diesem Jahr mit neuem Gesicht daher, bot noch mehr Platz für die lebendige Eselkrippe, war zugleich aber auch die passende Kulisse für die Eröffnung. Hier gab es in diesem Jahr mittelalterliche Musik von der Kirkeler Burg. Seit mehreren Wochen schon haben die Mitglieder des Dirminger Kulturvereins an der Burg und den mittelalterlichen Ständen gearbeitet und so erreicht, dass der im gesamten Saarland bekannten Weihnachtsmarkt noch ein bisschen attraktiver war. Nicht nur sie hatten ihre sonst traditionellen, blauweißen Uniformen gegen mittelalterliche Gewänder eingetauscht, auch die meisten Standbetreiber lassen sich schon seit Jahren von dem besonderen Flair auch kleidertechnisch anstecken.

Sogar die Saarlandfrauen, die in der warmen Stube Kaffee und Kuchen anboten, hatten ihre Schürzen mit Burgmotiven verziert. „Noch ist es recht ruhig bei uns, doch spätestens, wenn die Leute frieren, kommen sie sich aufwärmen“, wusste Rita Wagner zu berichten. Doch auch im Außenbereich kam man um die Saarlandfrauen kaum herum, lockte diese doch mit einem verführerischen Duft von Speckwaffeln die Gäste magisch an. Zahlreiche Kerzen, dazu überall gemütliche Eckchen zum Verweilen zeichnen den Markt schon seit Jahren aus. Und was nicht mittelalterlich ist, wird mit viel Fantasie passend gemacht, so wie etwa das Bitburger, das kurzerhand in „Eifel Cervesia“ umgetauft wird. „Ich bin immer wieder begeistert, wie stilecht hier der Weihnachtsmarkt gefeiert wird. Der Glühwein ist in Steinkrügen, die Speisen sind noch selbst gemacht und erinnern an alte Zeiten“, freute sich Eppelborns Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset, Schirmherrin des mittelalterlichen Treibens. Besonders über den großen Andrang, der sich schon zur Eröffnung eingestellt hatte, freute sich Ortsvorsteher und zugleich Oberkulturaner Manfred Klein. Mit 13 teilnehmenden Vereinen und rund 20 Ausstellern der Hobbyausstellung in der Borrwieshalle sei er mehr als zufrieden. „Wir brauchen solche Veranstaltungen. Sie gehören zu unserem Heimatgefühl dazu. Wir müssen enger zusammenrücken und uns gegenseitig unterstützen“, lautete seine Botschaft zur Adventszeit an alle Gäste in Dirmingen.