Das Landheim Wiesbach - es geht voran

Landheim : Einmal Landheim, immer Landheim

In einem Jahr sollen Sanierung und Umbau der ehemaligen Mutter- und Kind-Erholungseinrichtung abgeschlossen sein.

Die beiden Büffel-Damen sind auf Tauchstation. Mo und Lu, die auf einem rund 1,5 Hektar großen Areal hinter dem H1-Komplex in Wiesbach heimisch sind, zeigen sich beim Besuch des SZ-Teams nicht. Sie seien zurzeit auch nicht besonders gesellschaftsfähig, will heißen, eher angriffslustig, lässt Michael Krämer wissen.

Der IT-Unternehmer Krämer bildet mit der Architektin Anke Komenda und deren Ehemann, dem Projektentwickler Manfred Komenda, das Macher-Team von H1. So langsam beginnt sich der Begriff H1, was für die Adresse Hauptstraße 1 steht, zu verfestigen, auch wenn oft doch noch vom „Landheim“ gesprochen wird, wenn von der weitläufigen ehemaligen Kureinrichtung für Mütter und deren Kinder die Rede ist. Wie kommt das Projekt, das Wohnen, Büros, Praxen und Sporteinrichtungen in einem Komplex vereinen will, voran? Das wollten wir von Michael Krämer wissen.

„In einem Jahr sind wir fertig“, sagt Krämer bei einem Rundgang durchs große, für Nicht-Kenner etwas unübersichtliche Gebäude. Vorbei am ehemaligen Schwimmbad geht es in die Etage, die für die Wiesbacher Ärztin Dr. Susanne Thinnes vorbereitet wird. Die wolle mit ihrer Praxis innerhalb von Wiesbach umziehen, freut sich Krämer, dass die Idee, das Praxen-Angebot in H1 zu vergrößern, Realität wird. Mit der Fachärztin für Schmerztherapie und Sportmedizin, Dr. Christina Krämer (Privatpraxis), und dem Orthopäden und Sportarzt Thomas Johannes (einmal wöchentlich Sprechstunde; Mannschaftsarzt der Wiesbacher Hertha-Fußballer) trifft Susanne Thinnes im Haus auf zwei Kollegen. Gut angenommen werde auch das Angebot von Astrid Diversy mit ihren Kursen der Sportfreunde H1. Krämer ist optimistisch, dass sich noch weitere Mediziner und Therapeuten in Wiesbach niederlassen werden. Die Werbetrommel wird dafür eifrig gerührt. Gut 110 Parkplätze sollen im Endausbau zur Verfügung stehen.

Das IT-Unternehmen von Michael Krämer mit seinem Hauptsitz in Eppelborn nutzt bereits Räume in Wiesbach, auch die Komendas werden ihre Büros dorthin verlegen. „Der Rückbau ist jetzt zu 90 Prozent abgeschlossen“, erläutert Krämer, während man durch die Fensterfronten des „Oval Office“ eines halbrunden Raums, auf die Hauptstraße und ins Grüne blicken kann. Apropos Grün. In der Talaue des Wiesbachs tummeln sich nicht nur die Wasserbüffel, sondern es ist auch noch ein kleiner Park im Entstehen, der öffentlich genutzt werden soll.

Noch sieht es dort ein wenig wild aus, aber ein echt saarländischer Schwenk-Dreibeiner hat bereits seinen Platz gefunden. Um ihn versammeln sich an lauen Abenden Bewohner der zehn Wohnungen, die, ganz nach Plan, bereits zum Jahresende 2018 bezugsfertig waren. Die Wohnungen, dem Altbau geschuldet mit unterschiedlichen Größen und Zuschnitten, befinden sich in einem separaten Gebäudetrakt und sind barrierefrei. Ein Appartement im Erdgeschoss ist auch für Rollstuhl-Benutzer geeignet. „Alle Einheiten sind vermietet“, so Krämer und erzählt von einer ganz besonderen Bewohnerin.

Emmi Feldmann hat 30 Jahre in der Verwaltung des Landheims gearbeitet. Als sie von der Möglichkeit erfuhr, dort wohnen zu können, packte sie die Gelegenheit beim Schopf. Zog von Dirmingen nach Wiesbach. „Hier ist es richtig schön“, sagt sie auf dem Balkon ihrer Wohnung mit Blick in den noch unfertigen Park und auf den Landheimer Wald. Emmi Feldmann hat die Wasserbüffel übrigens kürzlich gesehen. 

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