Charts-Hit trifft auf Blasmusik

Die Idee, die St. Laurentiuskirmes und das Dudlerfest gemeinsam zu feiern, wurde eigentlich als Rettungsversuch für die Kirmes geboren. Das Konzept hat sich zwar etabliert, dennoch ist die Kirmes-Zukunft unsicher.

Kirmestreiben mit Autoscooter, Spielbuden und aktuellen Chart-Hits aus Boxen oder lieber zünftige, kulinarische Spezialitäten und Blasmusik ? In Bubach konnte man von Samstag bis Montag beides haben und um vom einen zum anderen Fest zu gelangen, musste man nur die Hauptstraße überqueren. Auf der St. Laurentius-Kirmes auf dem Festplatz war vor allem die Jugend unterwegs, beim Dudlerfest im Borre-Eck die Musikfreunde der Generationen darüber. Dabei ist die Kombination eigentlich aus der Not heraus geboren. "Seit etwa zehn Jahren veranstalten die Bubacher Dorfdudler zeitgleich zur Kirmes ihr Dudlerfest. So versuchen wir, unsere kleine Kirmes am Leben zu erhalten", erklärte Ortsvorsteher Werner Michel nach der Kirmes-Eröffnung am Samstagabend. Das Konzept habe sich bewährt. Trotzdem prophezeit er der kleinen Kirmes keine allzu rosige Zukunft. "Der Zeitgeist ändert sich eben."

Doch noch konnte man sich bestens amüsieren. Nachdem im vergangenen Jahr ein Kettenkarussell seine Runden gedreht hatte, war es in diesem Jahr wieder gelungen, den Autoscooter herzuholen, erklärte Michel. Der sei beliebter. Der Party-Verein "Die Schdaawische" sorgte am Bierstand dafür, dass bei den hochsommerlichen Temperaturen kein Besucher Durst leiden musste und natürlich durften auch die klassischen Spielbuden nicht fehlen. Nadja Andler vergnügte sich mit ihren beiden Söhnen beim Pfeil-Werfen. Als "Schdaawische" ist sie jedes Jahr auf der Kirmes im Einsatz: "Damit sie erhalten bleibt. Wir wollen ja, dass hier noch etwas passiert im Dorf." Einige Meter weiter versuchte die Jugend ihr Glück am Losstand von Heinrich Hauck.

Bei den Dorfdudlern gingen derweil Bier und deftige Abendessen über die Theke. Man saß gemütlich auf den Bänken und plauderte und lauschte der Musik. Hauptsächlich Musiker und Musikfreunde bildeten das Stamm-Publikum des Festes, weiß der Dorfdudler-Vorsitzende Andreas Trenz. Und diese feierten immer ausgesprochen friedlich. Wo viel Musik gespielt werde, gebe es eben keinen "Balawer". Und viel Musik gab es auch diesmal wieder. Die Original Bubacher Dorfdudler eröffneten mit "Ein Prosit", es folgten Polkas, Märsche und mehr.

Doch auch befreundete Musikvereine aus der Umgebung spielten an den drei Festtagen auf. Besonders stolz war man, dass es gelungen war, die Mährischen Freunde zu gewinnen, eine der bekanntesten Kapellen im Südwestdeutschen Raum. Außerdem gibt es bei den Dorfdudlern immer Aktionen wie Frühschoppen, Gaudi-Abend oder die "No-da-Schicht Party", zu der die Besucher in "Schaffkläder" erscheinen sollten.

Auch Marita Lang aus Humes genoss am Samstagabend mit Mann Jürgen ein kühles Gläschen auf dem Fest. "Es ist immer so gemütlich hier, auf dem kleinen Platz im Borre-Eck. Und die Dudler-Frauen richten alles so liebevoll her", sagte sie. Auch Manfred Jakubeit hatte nur Lob für die Dorfdudler: "Sie machen sehr gute Musik und machen überhaupt insgesamt viel im Ort."