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Berliner Stadtmusikanten im Big Eppel in Eppelborn

Figurentheatertage : Wo die Stadtmusikanten aus Berlin kommen

So viel zu lachen gab es bei den Figurentheatertagen in Eppelborn normalerweise fast ausschließlich bei Veranstaltungen für Kinder. Diesmal auch bei der offiziellen Eröffnung.

it dem Ensemble des Theaters Zitadelle aus der Bundeshauptstadt hatte Aloysius Scholtes, seit 2004 künstlerischer Leiter des Festivals, das in diesem Jahr sein 30. Jubiläum feiert, eine Truppe eingeladen, die, passend zum Start ins Wochenende, richtig gute Laune mitgebracht hatte. Wobei, einen durchaus ernsten Hintergrund hat das Stück „Die Berliner Stadtmusikanten“ allemal. Wer denkt, er hätte sich jetzt verlesen, der irrt: Die Stadtmusikanten von Regisseur Pierre Schäfer kommen nicht aus Bremen, sondern aus Berlin.

Und außer der Katze – „das einzig richtige Tier“, wie sie betont, haben Kuh, Wolf und auch Spatz zunächst einmal in dem weltbekannten Quartett aus dem reichen Märchenschatz der Gebrüder Grimm zu suchen. Und doch zeigen die vier, dass es sich auszahlt, an einem Traum festzuhalten. Doch von Anfang an: Kuh, Wolf und Katze sind eigentlich Bewohner des Altenheims „Zum Sonnenschein“. Was sie dort erleben, ist Dank Pfleger Eugen und Schwester Gisela mehr als trostlos, gleicht eher einem Warten auf den Tod als einer aktiven Freizeitgestaltung. Auf überaus eindrucksvolle Weise hauchen die beiden Puppenspieler Regina und Daniel Wagner, die auch als Schauspieler eine überaus gute Figur machen, den Tieren Leben ein. Schnell avanciert die Katze mit ihrer lockeren Schnauze zum Publikumsliebling, die Kuh ist einfach zum Liebhaben und der Isegrim längst nicht so grimmig wie man denkt. Gemeinsam mit dem Neuzugang, Herrn Spatz, entsteht schnell die Idee, nach Berlin auszureißen. Und egal ob auf den Kudamm oder nach Reinickendorf – alle vier haben ein Ziel – die Trostlosigkeit des Altenheims noch einmal zu verlassen. Dass die vier dabei am Ende nur einmal um den Block laufen, spielt da eine eher untergeordnete Rolle.

Nicht aber, das was sie vier auf ihrem nächtlichen Ausflug noch einmal erleben dürfen. Hier begegnet das Quartett mit viel Humor, der ein mehr als befreiendes Lachen auslöst, dem völlig begeisterten Publikum. Schließlich schaffen es die vier am Ende, dass sie die beiden Pfleger in die Flucht schlagen und mit dem nächsten Neuzugang, Herr Hamster, gemeinsam zufrieden ihren Lebensabend bestreiten dürfen.

Der tosende Applaus war am Freitagabend bei der offiziellen Eröffnung des Festivals der Lohn für das Ensemble, aber auch für Kulturamtsleiter Aloysius Scholtes. Er hat mit diesem Stück zum Auftakt der Jubiläumsausgabe - zugleich seiner letzten vor dem wohlverdienten Ruhestand - einen absoluten Glücksgriff getan. „Aloysius Scholtes ist ein absolut profunder Kenner der Szene. Die Figurentheater Tage haben ihm sehr viel zu verdanken. Ich hoffe, er wird sich auch im Ruhestand weiterhin für das Festival ehrenamtlich einsetzen“, erklärte Eppelborns Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset. Sie freute sich darüber, dass in diesem Jahr zum Auftakt sämtliche Plätze der Sponsoren, aber auch der langjährigen, treuen Festivalbesucher restlos besetzt waren. „Mit diesem Stück sind die Figurentheater Tage eröffnet. Vorhang auf für acht Tage Puppentheater für Kinder und Erwachsene, angefangen von Finger- bis zu Großpuppen, mit viel Musik und großartigen Effekten“, erklärte sie.

Weitere Informationen zu den 30. Eppelborner Figurentheater Tagen im Internet unter www.eppelborn.de