Baukosten für Illtaltalbrücke kann wohl eingehalten werden

Kostenpflichtiger Inhalt: Großbaustelle bei Eppelborn : Noch jede Menge Arbeit an Illtalbrücke

Bleibt es bei der nassen Witterung, müssen Restarbeiten ins Frühjahr verlegt werden. Kostenrahmen voraussichtlich sogar unterschritten.

Die aktuell größte Baustelle des Landesbetriebs für Straßenbau (LfS) im Landkreis Neunkirchen, der Ersatzneubau der Illtalbrücke bei Eppelborn, ist in der Endphase. Erfreulich für die Steuerzahler: Der Kostenrahmen in Höhe von 13,4 Millionen Euro zuzüglich 1,5 Millionen Euro Planungskosten kann nach Angaben des LfS voraussichtlich unterschritten werden. Die exakte Bausumme könne erst nach Abrechnung der Maßnahme beziffert werden.

Mit dem Abriss des 55 Jahre alten Brückenteils – der benachbarte ist zehn Jahre jünger – haben im Frühjahr 2018 die Bauarbeiten begonnen. Verkehrsministerin Anke Rehlinger bezeichnete damals das Millionen-Projekt an der Autobahn A 1 als „Beseitigung eines lästigen Nadelöhrs und erheblichen Gewinn für Verkehrsfluss und Verkehrssicherheit“. Das Bauwerk wurde in den vergangenen Jahren von rund 26 000 Fahrzeugen täglich genutzt. Die Ministerin sah deshalb auf dieser „wichtigen Achse der A1“ einen dringenden Verbesserungsbedarf. Sie gab das Ziel aus, den Brückenteil in Fahrtrichtung Saarbrücken komplett zu erneuern und zu verbreitern. Wegen der Schadensbilder, die bei der Bauwerksprüfung festgestellt wurden, war der Abschnitt seit 2013 gesperrt. Der Verkehr wurde seither über die Richtungsfahrbahn Trier umgeleitet. Eine Vollsperrung war aus technischen Gründen nur kurzzeitig notwendig, zum Beispiel ein paar Tage im Juni 2019 und ein Tag im Juli für den Umbau von Trennwänden .

Die Illtalbrücke stammt aus dem Jahr 1963 und ist auf der Seite der Richtungsfahrbahn Saarbrücken 149 Meter lang. Sie führt die A1 über die B 10, die Ill und ein Gleis der Deutschen Bahn. „Mit 8,50 Metern Breite ist die Fahrbahn „nach heutigen Maßstäben unterdimensioniert“, teilte der LfS vor Beginn der Bauarbeiten mit. Im Übrigen sei die Brücke wie oft in den 60er Jahren „unter dem Diktat der schnellen, kostengünstigen und insbesondere Material sparenden Bauweise errichtet“. Daraus folge, dass es unter heutiger Verkehrsbelastung zu Tragfähigkeitsproblemen kommen könne. Der LfS hatte daher vor sechs Jahren die Bausubstanz vorsorglich mit Ultraschall auf Schäden im Inneren der Brücke untersucht. Die Untersuchung ergab, dass Bauteile (Spannköpfe) aufgrund der hohen Chloridbelastung des Überbaus durch Korrosion geschädigt sind. Eine weitere Nutzung des Teilbauwerks war nach Angaben des Ministeriums nicht mehr zu vertreten.

Pendler, die die Baustelle täglich passieren, haben in den vergangenen Wochen erhebliche Fortschritte bemerkt. Auf SZ-Anfrage berichtete Klaus Kosok, der Leiter der Stabsstelle Kommunikation des LfS, über den aktuellen Stand der Bauarbeiten. Im vollen Gange sind die Straßenbauarbeiten in den Anschlussbereichen der neuen Brücke an die Fahrbahn der Autobahn. Diese sollen in den nächsten Wochen abgeschlossen werden. Auf dem Bauwerk selbst stehen Vermessungen zur Berechnung der Gradienten an: Sprich Ingenieure berechnen die Höhenunterschiede (Steigungen und Gefälle) und damit den verkehrssicheren Verlauf der Trasse. Anschließend setzen die Arbeiter nach Angaben von Kosok die Übergangskonstruktionen ein und bringen eine Ausgleichsschicht aus einem Betonersatzsystem (spezieller Baustoff) ein. Auf diese Weise können die errechneten Sollhöhen hergestellt werden. Kosok erklärt, dass erst danach die Abdichtungsarbeiten beginnen und die Brückenkappen betoniert werden.

Die abschließenden Arbeitsschritte seien das Asphaltieren auf dem Bauwerk, die Montage der Schutzplanken und Geländer sowie das Markieren der Fahrbahn. „Wir haben also noch jede Menge Arbeit“, erklärte Kosok am Mittwoch. Insbesondere das Auftragen der Ausgleichsschicht und die Abdichtung des Bauwerks seien extrem witterungsabhängig. Bei der aktuell ungünstigen feuchten Witterung sei ein qualitativ hochwertiger und nachhaltiger Aufbau nicht ausführbar. Der Pressesprecher betont: „Wir wollen zwar die Arbeiten auf der Brücke noch im laufenden Jahr abschließen, können aber nicht ausschließen, dass wir witterungsbedingt in eine Winterpause gehen und Restarbeiten zu Beginn des Frühjahrs ausführen müssen.“

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