Bach macht Wiesbach glücklich

Lange stand das erste Saison-Heimspiel des FC Hertha gegen Pfeddersheim auf des Messers Schneide. Kurz vor Schluss schlug dann Mike Bach zu. Zum optimalen Wiesbacher Saisonstart trug neben Joker Bach auch Mike Baier mit einer tollen Vorlage bei.

In der 88. Spielminute steht die Fußball-Oberliga-Partie zwischen dem FC Hertha Wiesbach und der TSG Pfeddersheim auf des Messers Schneide. 1:1 zeigt die Anzeigetafel am Samstag im Wiesbacher Prowin-Stadion an. Hertha-Innenverteidiger Mike Baier spielt einen fulminanten Diagonal-Pass über 50 Meter genau in den Lauf des eingewechselten Mike Bach. Bach schüttelt einen Gegenspieler ab, lässt Gäste-Torwart Thorsten Müller ins Leere laufen und schiebt den Ball locker zum 2:1 in die Maschen.

Wenig später ist das Spiel zu Ende, und die Hertha-Fans unter den 400 Zuschauern sind aus dem Häuschen. Durch den Sieg am Samstag ist Wiesbach mit sechs Punkten aus zwei Partien optimal in die Saison gestartet.

"Wir üben die Diagonal-Pässe im Training. Ich habe Mike auf der anderen Seite laufen sehen und dann nicht lange nachgedacht. Wie er dann abschließt, ist ganz stark", lobte Vorlagengeber Baier. Der Verteidiger war wie die ganze Hertha-Hintermannschaft machtlos gewesen, als Wiesbach schon früh in Rückstand geraten war. Nach sechs Minuten hatte TSG-Stürmer Andreas Buch eine abgefälschte Flanke im Wiesbacher Tor versenkt.

Doch die Heimelf antwortete prompt. Nach 14 Minuten verpasste Herthas Linksaußen Angelo dal Col den Ausgleich noch um Haaresbreite, doch kurz darauf traf Jannik Schliesing nach Pass von Kapitän Carsten Ackermann mit einem gefühlvollen Heber zum 1:1 (20.). Wiesbach war in der Folge die bessere zweier starker Mannschaften, verpasste es aber bis zum Pausenpfiff, in Führung zu gehen.

Nach dem Seitenwechsel meldeten sich die Gäste zurück. Nach 50 Minuten musste Wiesbachs Torhüter Julian Wamsbach bei einer Rettungsaktion außerhalb des Strafraums Kopf und Kragen riskieren, kurz darauf zischte ein Distanzschuss von Buch über das Wiesbacher Tor (55.). Aber nach etwa einer Stunde übernahm wieder der FC Hertha das Kommando. Der starke Schliesing hatte Gäste-Torwart Müller nach 59 Minuten bereits umkurvt, schoss aus spitzem Winkel aber knapp vorbei. Und auch Engin Yalcin hatte bei seinem Schuss an den linken Innenpfosten Pech (65.).

"Für die Temperaturen heute war das ein sehr schnelles und gutes Oberliga-Spiel. Kompliment an meine Mannschaft. Sie hat den Sieg ein Quäntchen mehr gewollt als der Gegner", lobte Wiesbachs Trainer Heiko Wilhelm, der sich bei der Einwechslung von Bach "ein glückliches Händchen" attestierte. Und Mike Baier meinte: "Völlig egal, ob das entscheidende Tor in Minute 88, 89 oder 90 fällt. Wir haben die drei Punkte. Und die sind verdient."