| 20:41 Uhr

Kappensitzung
Ausverkauft bis auf den letzten Platz

Die Kindergarde begeisterte auf der Wiesbacher Kappensitzung mit ihren 
Tanzeinlagen das närrische Publikum.
Die Kindergarde begeisterte auf der Wiesbacher Kappensitzung mit ihren Tanzeinlagen das närrische Publikum. FOTO: Andreas Engel
Wiesbach. In Wiesbach sorgten Die wilden Elf einmal mehr für Gaudi der grandiosen Art. Von Andreas Engel

Pünktlich um 19.11 Uhr zogen unter Begleitung des MV Wiesbach Die Wilden Elf, an der Spitze der Elferratspräsident Harald Fenrich, in die bis auf den letzten Platz ausverkaufte Narrhalla in der Wiesbachhalle in Wiesbach ein.


Die Wiesbacher Karnevalisten spannten in ihrem Programm den Bogen von der Steinzeit bis zu Eroberung des Weltraums. Zum närrischen Personal im Zuschauerraum gehörten neben den Prinzenpaaren aus Eppelborn und Heusweiler auch Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset. Zur Verstärkung hatte sie Ortsvorsteher Stefan Löw, mitgebracht. Atze Lambert, als gut gelaunter Polizist des Polizeipostens Eppelborn, beklagte sich als Freund und Helfer über das schwere Leben als Polizeipolizist in Eppelborn.

Quietschi und Quatschi, alias Joline und Leon Schonk, wussten viel aus dem Familienleben zu berichten, und untermalten ihre Darbietung mit Gitarre und Gesang. Wobei auch bis zum Ende der Sitzung einigen Sitzungsbesuchern immer noch nicht klar geworden war, warum vier kleine Schaumküsse genau so toll sind wie vier besonders große.



Darüber hinaus wissen die Wiesbacher jetzt, wie schwer es ein Dreigestirn vom Matzenberg wirklich hat, insbesondere wenn Prinz und Jungfrau das Gefühl haben, eher bei Bauer sucht Frau als auf einer Kappensitzung zu sein.

Einer der Höhepunkte am Samstag war der Auftritt des Fernsehgrafen Timo Ehrhardt. Selten wurde schon beim Einmarsch so gelacht. Dazu gab es eine Mischung aus intelligentem politischen Humor und Standup-Comedy so gelacht. Kein Wunder, steht der Fernsehgraf doch jetzt seit 2008 auf der Bühne. „Ein denkwürdiger Termin, genau 50 Jahre vor der Eröffnung des Großflughafens Berlin-Brandenburg“, wie ein Narr im Publikum so nebenbei errechnete.

Schmal und Schmächtich, Thorsten Feiß und Heiko Ehrhardt, diesmal angereist mit eigenem Fanclub, der dann noch von der großen Abordnung der Habacher Karnevalisten unterstützt wurde, führten in die Abgründe der familiären Bindung ein. Wenn die beiden begnadeten Humoristen sich gerade mal wieder vertragen haben, dann sollten alle im Dorf gewarnt sein: Bettgeflüster, Nackedeis in Gewächshäusern, nichts, aber auch gar nichts bleibt verborgen.

Am Ende stellten die erstaunten Besucher fest, dass das Programm nur um lächerliche 75 Minuten überzogen wurde. Und warum? Die Erklärung ist einfach: Das närrische Auditorium ließ weder die Aktivengarde, die insbesondere mit Ihrem Schautanz zum Flug zu einem anderen Stern begeisterte, noch die Habacher Männergarde, die männlich-markant das schwere Habacher Steinzeitleben wieder aufleben ließ, ohne eine zeitintensive Zugabe von der Bühne.

Während die Blasmusik „Die Wilde Elf“ mit Krachern wie „Dem Land Tirol“ schon fast zum Ausruhen einlud, schlugen zum Schluss die Habacher Heroldsänger noch einmal grandios zu. Gut, dass es dann im unteren Schankraum der Wiesbachhalle noch in der berüchtigten „Knickschussbar“ bis in den frühen Morgen weiterging, denn dadurch blieben somit weder Auge noch Kehle trocken.