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Fußball: Aus München nach Wiesbach

Fußball : Aus München nach Wiesbach

Wiesbachs 19-jähriger Verteidiger Andrej Ogorodnik hat bereits ein spannendes Fußballleben hinter sich.

Andrej Ogorodnik hatte alles geplant. Der 19-jährige Verteidiger, der mit dem FC Hertha Wiesbach am Samstag um 14.30 Uhr in der Fußball-Oberliga den SC Idar-Oberstein empfängt, hatte zur laufenden Saison eigentlich einen Vertrag bei der 2. Mannschaft des TSV 1860 München unterschrieben. Beim TSV wollte sich Ogorodnik in der Regionalliga Bayern für die Profimannschaft der „Löwen“ in der 2. Bundesliga empfehlen. Doch dort geriet der Münchner Traditionsverein in Abstiegsnot und verlor das entscheidende Relegationsspiel Ende Mai mit 0:2 gegen Jahn Regensburg. Der Abstieg der TSV-Profis aus Liga zwei bedeutete auch den Zwangsabstieg der 2. Mannschaft aus der Regionalliga. Die Konsequenz: Ogorodniks Arbeitspapier galt vom einen Tag auf den anderen nicht mehr.

„Als ich das Ergebnis des Relegationsspiels gesehen habe, war das ein Schock“, erzählt er. Weil 1860 München wegen des Rückzugs von Investor Hasan Ismaik keine Drittliga-Lizenz erhielt und in die Regionalliga abstieg, war Ogorodnik in München zwar kurzzeitig wieder ein Thema. „Aber die Gespräche haben sich immer wieder verzögert. Irgendwann wusste ich: das wird nichts mehr“, sagt der 1,93 Meter große Blondschopf. Der Verteidiger kam nach Wiesbach – zunächst nur, um sich bei Michael Petry, seinem ehemaligen B-Jugendtrainer beim 1. FC Saarbrücken, fit zu halten. Aber der FC Hertha hatte mit einem schwachen Saisonstart und Personalproblemen zu kämpfen. Und Ogorodnik suchte einen Verein in der Umgebung, um im kommenden Januar sein Abitur am Helmholtz-Gymnasium in Zweibrücken ablegen zu können. Ogorodnik unterschrieb bei der Hertha einen Vertrag bis Saisonende.

Er hat sich damit angefreundet, dass er nun am Wiesbacher Wallenborn statt in der Metropole München gegen den Ball tritt. „Die Oberliga ist sehr stark besetzt. Hier kann ich auf gutem Niveau spielen und mich weiterentwickeln. Ich will reifer und erwachsener werden“, sagt er. Obwohl Ogorodnik offiziell erst nach dem Saisonstart zur Mannschaft gestoßen ist, gab es keine Anpassungsprobleme. „Ich hatte ja fast die ganze Saisonvorbereitung mitgemacht. In der Dreierkette habe ich schon in der Jugend gespielt und einige der anderen Jungs kannte ich auch schon. Giovanni Runco zum Beispiel. Mit dem fahre ich immer ins Training“, sagt er.

Beim FC Homburg begann Ogorodnik im Alter von sechs Jahren mit dem Fußballspielen. Das FCH-Trikot hatte schon sein Vater Alexander zu Zweitligazeiten getragen. Bis zur U14 spielte Andrej für die Saarpfälzer, dann wechselte er für ein Jahr zum 1. FC Kaiserslautern. Im Anschluss schnürte er für den 1. FC Saarbrücken in der B-, und A-Jugend-Bundesliga die Fußballschuhe. Was für ihn nach dieser Saison kommt, weiß er noch nicht: „Das Wichtigste ist für mich im Augenblick das Abitur. Bis ich das abgelegt haben, mache ich mir keine Gedanken.“