| 20:28 Uhr

Atemberaubend und unglücklich

Durchsetzungsstark: Neuzugang Maurice Urnau traf gegen Mechtersheim doppelt für den FC Hertha. Trotzdem verloren die Wiesbacher am Ende unglücklich mit 3:4. Foto: Thomas Wieck
Durchsetzungsstark: Neuzugang Maurice Urnau traf gegen Mechtersheim doppelt für den FC Hertha. Trotzdem verloren die Wiesbacher am Ende unglücklich mit 3:4. Foto: Thomas Wieck FOTO: Thomas Wieck
Wiesbach. „Wir hatten gefühlt 20:4 Torchancen.“ Hertha Wiesbachs Trainer Michael Petry musste am Mittwochabend trotzdem über eine 3:4-Heimniederlage gegen Aufsteiger TuS Mechtersheim mit ansehen. Das „Wie“ war dabei sehr ärgerlich. Mirko Reuther

Michael Petry war bedient. "Heute ist alles gegen uns gelaufen. Und dann kam auch noch eigenes Unvermögen dazu", haderte der Trainer des Fußball-Oberligisten FC Hertha Wiesbach nach der 3:4 (2:3) Heimniederlage seiner Elf am Mittwochabend gegen den TuS Mechtersheim.


Der FC Hertha war über weite Strecken drückend überlegen. "Wir hatten gefühlt 20:4 Torchancen", stöhnte Petry und ergänzte: "Wir wollen in Wiesbach Offensivfußball spielen. Es lässt sich nicht vermeiden, dass der Gegner auch einmal Räume bekommt. Aber es kann nicht sein, dass wir fünf Meter von den Gegenspielern wegstehen."

Vor 270 Zuschauern war Mechtersheim im Prowin-Stadion in der zwölften Minute durch Ex-Profi Danko Boskovic in Führung gegangen. Danach hatte Wiesbach Chancen im Minutentakt. Maurice Urnau schoss aus zwölf Metern TuS-Torwart Peter Klug an (16. Minute). Ein Aufsetzer von Björn Recktenwald wurde von einem Verteidiger der Gäste von der Linie geköpft (17.). Und Angelo dal Col verfehlte das Tor aus halblinker Position knapp (18.).



In der 35. Minute fiel der hochverdiente Ausgleich. Marcel Noll passte in die Schnittstelle der Abwehr, dal Col flankte, und Urnau traf per Kopf zum 1:1. Die letzten fünf Minuten des ersten Durchgangs verliefen atemberaubend. Mechtersheim konterte die anstürmenden Wiesbacher aus und ging durch Marc Barisic wieder in Führung (41.). Nur eine Minute später glich Recktenwald auf Vorlage des starken dal Col zum 2:2 aus. Erneut eine Zeigerumdrehung später hätte der Hertha-Stürmer sogar die Führung erzielen können. Doch er verschoss einen Elfmeter, nachdem Urnau im Strafraum gefoult worden war.

Das Tor fiel in der Nachspielzeit - allerdings für die Gäste. Ein langer Ball der Mechtersheimer eierte durch den Wiesbacher Strafraum, die Abwehr ging nicht konsequent ran - und Boskovic stolperte den Ball zum 3:2 über die Linie.

Wiesbach war auch im zweiten Durchgang überlegen. Urnau vergab in der Folge zwei Mal die Chance auf den Ausgleich. So in der 58. und 66. Minute - beim dritten Versuch schloss der Neuzugang vom SV Auersmacher dann aber einen Angriff über Ackermann und Recktenwald zum 3:3 ab (75.). Nun schien der Wiesbacher Führungstreffer nur noch eine Frage der Zeit. Die größte Chance vergab Kapitän Mike Baier: Er schoss einen Freistoß an die Unterkante der Latte, Innenverteidiger Neumeier drückte den Abpraller über die Linie. Doch er stand dabei im Abseits. Am Ende jubelten zum Entsetzen der Hertha die Gäste: Wiesbach verteidigte einen Konter nur halbherzig und Boskovic erzielte in der 88. Minute seinen dritten Treffer des Abends.

"Für die Jungs ist das schwer. Sie haben alles rausgehauen und sind jetzt erst einmal am Boden - und ich bin es ehrlich gesagt auch. So ein Spiel habe ich noch nicht erlebt", meinte Petry. Er muss seine Elf jetzt bis zum nächsten Spiel morgen um 15.30 Uhr im Parkstadion Dillingen bei Aufsteiger FV Diefflen wieder aufbauen.