Applaus für Leckermäulchen

Blandine aus Wiesbach landet aus Versehen in China und soll den Kaiser bekochen. Diesen amüsanten Stoff brachten die Kinder des Theatervereins Saargold Humes jetzt auf die Bühne.

Der Nachwuchs des Theatervereins Saargold Humes macht mit seiner neuesten Aufführung "Kaiser Pu-Ding im Land der Marmeladenbrote" Appetit auf Kindertheater. Mit schauspielerischen Glanzleistungen begeisterten die jungen Akteure das Publikum und ihre Ausbilder; das chinesische Bühnenbild mit Goldthron diente als schöne Kulisse für die Handlung. Die mitwirkenden Kinder und Jugendlichen brillierten bei der Premiere durch Sprachwitz und Textsicherheit; die Organisatoren des Vereins mitunter durch die vielseitige Gestaltung des Bühnenbildes.

Der Humeser Theaternachwuchs hatte sogar selbst Hand angelegt und beispielsweise die schöne Lokomotive angemalt, mit der Blandine aus Wiesbach versehentlich in China landet. Eigentlich wollte sie nach Saarbrücken fahren, hat jedoch in Eppelborn vergessen umzusteigen. In China trifft sie auf den Leibdiener von Kaiser Pu-Ding, Jing Chou. Er ist auf der Suche nach einer Speise, die der Kaiser noch nicht gegessen hat. Denn der gerade acht Jahre alt gewordene Kaiser ist verzogen, gebieterisch, träge, immer hungrig und, wie sich später herausstellt, trotz seiner Drohung, jedem, der nicht nach seiner Nase tanzt, ein Ohr abzuschneiden, furchtbar liebenswert.

Aber der Reihe nach: Der Kaiser Pu-Ding langweilt sich an seinem Geburtstag, denn er kennt schon alles und hat alles. Keine noch so leckere Mahlzeit erfreut mehr seinen verwöhnten Gaumen, denn er will jede Speise nur einmal essen. Wenn sich nichts ändert, droht er seinen Ministern mit harten Strafen. Eigentlich im rechten Moment trifft der Leibdiener des Kaisers Blandine aus Wiesbach und die schenkt ihm die Marmeladenbrote, welche ihre Mutter ihr eingepackt hatte. Nach anfänglichem Zögern ist der Kaiser begeistert von dem Marmeladenbrot und möchte Blandine an den Hof holen, damit sie ihn mit neuen Speisen verwöhnen kann. Blandine aufzutreiben und sie mit auf den Hof zu bringen, war für den Leibdiener und die beiden Hofbeamten eine unlösbare Aufgabe. Besonders die zwei "trotteligen Hofbeamten" konnten die schneidige Blandine und ihre Freunde nicht überlisten. Der Kaiser nimmt zum Schluss alles selbst in die Hand. Ende gut - alles gut.

Blandine wurde gefunden, wollte aber nicht am Hofe des Kaisers bleiben. Sie reist mit der Köchin des Kaisers zurück nach Eppelborn. Sie hat dem Kaiser allerdings versprochen, jede Woche neue Rezepte nach China zu schicken, damit der Kaiser seinen Gaumen verwöhnen kann. Und der Kaiser will sich zukünftig nicht mehr bedienen lassen und selbst seine Speisen vorbereiten. "Aber die Rezepte musst du schicken, sonst schneide ich dir ein Ohr ab", scherzt er am Schluss. Die jungen Darsteller ernteten viel Applaus für diese gelungene Aufführung.

Am Sonntag, 11. Oktober, 17 Uhr, können Interessierte im Big Eppel die zweite Auflage des Kinderklassikers von Thomas Heinemann erleben.

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Mitwirkende:Paul Biesel (Kaiser Pu-Ding), Theresa Schikofsky (Blandine), Simon Lehmann (Jing Chou), Leon Hoffmann (Wang), Charis Huwig (Li), Muriel Michels (Tsi), Lena Ziegler (Ju), Felix Biesel (Jutsu), Ina Ehrhardt (Schaffner), Henri Hans (Diener), Elaine Hellbrück (Koch), Leonie Biesel und Hannah Hans (Tänzerinnen), Joshua Scholz (Akrobat), Aljoscha Schmidt (Wu Chou). Spielleitung: Laura Ziegler; Souffleuse: Luisa Nagel; die Frau für alle Fälle: Heidi Ziegler. Um das gute Aussehen der Akteure kümmerten sich Anni König, Jessica und Janina Wolter. Als Bühnenbauer waren Klaus Bettinger, Gerhard König und Edgar Schwarz in Aktion. Edgar Schwarz kümmerte sich auch um die Technik. Die Felsenwand, die als Kulisse in China diente, gestaltete Markus Pink. bd

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