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Ortsrat Eppelborn
Anwohner klagen über zu laute Fans

Eppelborn. Fußballverein und Gemeindeverwaltung sind Ruhestörungen im Bereich des Illtalstadions bekannt. Lösung naht. Von Carolin Merkel

Petra Schultz, Ortsratsmitglied in Eppelborn, ist sauer. Und so nutzte sie die Gelegenheit, in der Ortsratssitzung ihrem Ärger über die Lärmbelästigung im Bereich Fußballstadion des FV Eppelborn Luft zu machen. Es gehe ihr und den Anwohnern rund um die Anlage nicht darum, dass deutlich häufiger trainiert würde, als es ursprünglich vereinbart worden sei. Auch die zahlreichen Spiele der Jugend, der Damen und auch der Herren seien nicht das Problem. „Was aber gar nicht geht, das sind die Trommler, die jedes Spiel und auch weit nach dem Spiel für ohrenbetäubenden Lärm sorgen“, sagt Schultz. Von anfänglich drei Leuten sei die Gruppe auf mittlerweile zehn angewachsen. Auch für Sportstätten gäbe es klare Vorschriften, betont sie. „Wir werden krank von dem Lärm.“


Neben den Trommeln sorgen bei den Anwohnern auch immer wieder ständig geschossene Bälle an die Banden für große Lärmbelästigung. „Wir haben uns schon mehrfach an die Ortspolizeibehörde, an die Polizei und auch an den Verein gewendet, doch passiert ist bisher nichts“, berichtet Schultz. Hier würden Opfer zu Tätern gemacht, Lügen verbreitet, Hauswände beschmiert. „Ich appelliere an die Gemeindeverwaltung, tätig zu werden, bevor es böses Blut gibt“, sagte Schultz.

Die Klagen der Anwohner, erklärte Günter Schmitt, Vorsitzender des Fußballvereins, würden ernst genommen, auch wenn er selbst bisher noch kein Schreiben erhalten habe. „Wir sind vergangenes Jahr in die Oberliga aufgestiegen, was deutlich mehr Zuschauer zur Folge hatte“, sagte Schmitt. Waren sonst rund 100 Gäste gezählt worden, sind in der abgelaufenen Saison schon mal 1500 Besucher im Stadion gewesen. Für die Parksituation, das betonte Schmitt, sei nicht der Verein verantwortlich, hier sei die Polizei aktiv geworden. Der Aufstieg hatte auch zur Folge, dass sich ein Fanclub gegründet habe, der die Spiele mit Trommeln, Megaphonen und Musik begleitet habe. „Wir haben den Fans mitgeteilt, dass sie dies einstellen sollen“, so Schmitt. Inzwischen, erklärte er, sei auch ein Vertreter des Landesamts für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) vor Ort gewesen.



Bei der Verwaltung, erklärt Klaus Diener, haben zwei Anwohner die Gemeinde über Verkehrsverstöße und Ruhestörungen im Bereich des Illtalstadions in Eppelborn informiert. Die Gemeinde habe daraufhin die im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit zuständige Verkehrsüberwachung gebeten, diesen Bereich im Hinblick auf die Verkehrsverstöße in die regelmäßigen Kontrollen einzubeziehen. Gleichzeitig sei der Fußballverein aufgefordert worden, auf die Lärm-Verursacher im Stadion einzuwirken, damit die Lärmbelästigungen reduziert werde.

Das LUA wurde zeitgleich über die vorliegenden Beschwerden informiert und um weitere Veranlassung gebeten, wie es es in der schriftlichen Stellungnahme weiter heißt. „Eine mögliche Lösung wäre nach hiesiger Auffassung, wenn der Veranstalter sein Hausrecht ausübt und auf die Fans so weit einwirkt, dass diese keine stark lärmerzeugenden Geräte und Instrumente mitbringen oder nutzen können“, sagte Diener.