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Fußball
Ackermann im Mittelpunkt

Eppelborns Torwart Maximilian Strack hat keine Chance. Wiesbachs Patrick Ackermann erzielt das 1:0.
Eppelborns Torwart Maximilian Strack hat keine Chance. Wiesbachs Patrick Ackermann erzielt das 1:0. FOTO: Thiel Achim / Achim Thiel
Wiesbach. Der FC Wiesbach hat am Freitag das Lokalderby der Fußball-Oberliga gegen den FV Eppelborn mit 2:0 zu seinen Gunsten entschieden. Von Philipp Semmler

Im Nachbarschaftsduell der Fußball-Oberliga zwischen dem FC Hertha Wiesbach und dem FV Eppelborn am Freitag stand ein Mann immer wieder im Mittelpunkt: Wiesbachs Routinier Patrick Ackermann. Der 33-Jährige war bei nahezu allen gefährlichen Aktionen hautnah dabei – und das sowohl vor dem gegnerischen, wie auch vor dem eigenen Tor.


Los ging es in der 18. Minute: Da erzielte Ackermann den Führungstreffer für Wiesbach. Nach einem abgewehrten Eppelborner Freistoß kam das Leder zum FVE-Akteur Andreas Oberhauser auf die Außenbahn. Der 28-Jährige ging ins Dribbling gegen Wiesbachs Fabio Pelagi und blieb hängen. Pelagi schaltete schnell und spielte einen Steilpass zu Ackermann. Da die Gäste-Innenverteidiger beim Freistoß zuvor nach vorne gegangen waren, war die Eppelborner Abwehr unsortiert. So konnte Ackermann alleine auf die Hütte zulaufen – und zum 1:0 einschieben „Eine Mannschaft wie Wiesbach ist halt in der Lage, so einen Fehler direkt auszunutzen“, stöhnte FVE-Trainer Jan Berger.

Eine Minute vor der Pause folgte dann eine Szene, die den Gäste-Übungsleiter maßlos ärgerte: Nach einer Ecke für sein Team köpfte Dominik Strauß den Ball aus kurzer Distanz aufs Tor. Der mit zurück geeilte Ackermann klärte mit der Hand auf der Linie. Schiedsrichter Vincent Becker ließ aber weiterlaufen. „Von den 1250 Zuschauern haben 1247 gesehen, dass es ein Handspiel war. Nur das Schiedsrichtergespann sieht es nicht“, stöhnte Berger.

Von der Tribüne aus war das regelwidrige Vergehen nicht zu erkennen, da viele Spieler die Sicht versperrten. Video-Aufnahmen belegen aber, dass der Arm von Ackermann tatsächlich zum Ball ging. „Ja, es war ein Handspiel von mir“, gab der 33-Jährige zu. „Es war allerdings ein Reflex. Trotzdem hatte ich da natürlich Glück, dass es keinen Elfmeter gab.“

In der zweiten Hälfte tauchte Ackermann wieder wie gewohnt vor dem gegnerischen Tor auf. In der 76. Minute setzte er die Kugel nach einer scharfen Hereingabe von Marcel Noll knapp neben den Pfosten. Wiesbach verpasste damit die Vorentscheidung. Die fiel dann aber doch noch in der Nachspielzeit – ohne Beteiligung des inzwischen ausgewechselten Ackermann. Lukas Paulus schickte Hendrik Schmidt auf die Reise und der überlupfte FVE-Ersatztorwart Maximilian Strack, der den grippekranken Benjamin Sorg vertrat, zum 2:0-Endstand.



„Derbysiege sind natürlich immer besonders schön“, erklärte Schmidt nach dem Schlusspfiff lachend, aber auch abgekämpft. Denn: „Das war ein hartes Stück Arbeit, weil Eppelborn hinten gut gestanden hat“, so Schmidt. „Aber ich denke, wir haben verdient gewonnen, weil wir die klareren Chancen auf unserer Seite hatten.“ Das sah auch Hertha-Trainer Michael Petry so: „Wir hatten drei Großchancen, Eppelborn aus dem Spiel heraus keine, deshalb war der Sieg verdient“, so der 41-Jährige zufrieden.

Frustriert war dagegen Eppelborns Innenverteidiger Pascal Schmidt: „Der nicht gegebene Elfmeter war ganz klar die entscheidende Szene. Wenn wir da einen Strafstoß bekommen, holen wir einen Punkt“, meinte der 26-Jährige. „Der wäre meiner Meinung auch verdient gewesen, weil wir nicht viel zugelassen haben.“

Viel Zeit, sich über die Derby-Niederlage zu ärgern, hat Eppelborn aber nicht. Denn bereits am morgigen Mittwoch um 19 Uhr gastiert der FVE im Nachholspiel bei der TSG Pfeddersheim. Die TSG liegt mit 26 Zählern auf Rang 13 – dem ersten sicheren Nichtabstiegsplatz. Eppelborn ist mit sechs Zählern weniger Tabellen-16. „Wir dürfen auf keinen Fall ohne einen Punkt nach Hause kommen. Sonst wird es ganz schwer, noch die Klasse zu halten“, sagt FVE-Trainer Berger.