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Das Wiesbach-Buch ist da
800 Jahre Ortsgeschichte auf 390 Seiten

Mit einem Festakt wurde der Geburtstag des Eppelborner Ortsteiles Wiesbach gefeiert. Ortsvorsteher Stefan Löw, Landrat Sören Meng und Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset schnitten die Geburtstagstorte an.
Mit einem Festakt wurde der Geburtstag des Eppelborner Ortsteiles Wiesbach gefeiert. Ortsvorsteher Stefan Löw, Landrat Sören Meng und Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset schnitten die Geburtstagstorte an. FOTO: Andreas Engel
Eppelborn-Wiesbach. Seit 800 Jahren gibt es bereits den Eppelborner Ortsteil Wiesbach. Jetzt wurde gefeiert, und dazu gab es auch ein Buch über die Ortsgeschichte. Von Andreas Engel

„Endlich ist es da – unser Buch“, freute sich am am Samstag die Eppelborner Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset. Mit ihr freuten sich zahlreiche Gäste in der Wiesbachhalle beim Festabend anläßlich des 800. Geburtstages von Wiesbach. „Wiesbach – ein saarländisches Dorf“ heißt das Werk, das zum 800. Jahrestag aufgelegt worden ist, und das nun feierlich zusammen mit allen Beteiligten Autoren und Herausgebern, Sponsoren und den vielen interessierten Wiesbacher Bürgern präsentiert wurde. Christine van Hof, Klaus Kell, Hans-Günter Maas, Andreas Schorr und Bärbel Kuhn erläuterten die Genese des Buches, Inhalt und Gestaltung, auch anhand vieler Anekdoten, die im Rahmen der Recherearbeit ans Tageslicht gekommen sind.


Moderiert wurde die ebenso unterhaltsame wie informative Veranstaltung von Landrat Sören Meng. Ortsvorsteher Stefan Löw bescheinigte allen Beteiligten eine „tolle Leistung“. Löw würdigte vor allem die Leistungen des vor kurzem verstorbenen früheren Ortsvorstehers Klaus Herold, der maßgeblichen Anteil an der Entstehung des Buches hatte.

Alle Autoren waren in die Wiesbachhalle gekommen, vier Jahre intensiver Arbeit hätten einen krönenden Abschluss gefunden, sagte Löw. Landrat Meng ging auf den heutzutage oft strapazierten Heimatbegriff ein. Viele missbrauchten „Heimat“ als Vehikel nationalistischen Gedankengutes. Bundespräsident Frank Walter Steinmeier hätte da eine viel bessere Definition des Begriffes Heimat: „Heimat ist verstehen und verstanden werden“, zitierte Meng das Staatsoberhaupt. Das Buch „Wiesbach – ein saarländisches Dorf“ informiert und transportiert Daten und Emotionen, die sich um Wiesbach ranken und wirbt hierbei für das Verstehen.



Angefangen bei seiner urkundlichen Ersterwähnung im Jahr 1218 bis in die Gegenwart blättern die Autoren die Geschichte des Orts auf. Dabei wird auch nicht vergessen, dass zahlreiche römische Funde belegen, dass das Gebiet, das heute Wiesbach heißt, bereits in der Antike besiedelt war. Viel später, im Mittelalter und in der frühen Neuzeit, war Wiesbach ein Bauerndorf im Oberamt Schaumburg des Herzogtums Lothringen, mit kurzer Unterbrechung durch die Herrschaft Ludwigs XIV. Im Jahr 1766 kam es im Tausch von Lothringens Rechtsnachfolger Frankreich an Nassau-Saarbrücken. Ab 1793 zunächst erobertes Gebiet der französischen Republik, wurde es 1804 Teil von Napoleons Kaiserreich. 1816 fiel es an Preußen. Von Ende des 19. Jahrhunderts bis nach dem Zweiten Weltkrieg mussten die Menschen in Wiesbach (natürlich nicht nur die Wiesbacher) drei verheerende Kriege erleben, zwei Volksabstimmungen und wechselnde Grenzverläufe. Auch wandelten sich die Währungen in den vergangenen 200 Jahren häufig, von Taler, Reichsmark, Franc, D-Mark bis zum aktuellen Euro. Wer heute 80 Jahre alt ist, hat alleine schon vier Währungen erlebt. Feierlicher Höhepunkt der Festveranstaltung war der Anschnitt der dreistöckigen Jubiläumstorte, jeder bekam ein Stück.

Der etwa 390 Seiten umfassende Festeinband im Format 21 mal 27 cm, mit zahlreichen und teils farbigen Abbildungen, enthält Beiträge zu Landschaft, Natur, Kultur und Geschichte des Ortes von der Antike bis zur Gegenwart. Das Buch kann beim Röhrig Universitätsverlag GmbH, Eichendorfstr. 37, 66386 St. Ingbert bestellt werden.